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Libanon, Baalbek-Douris

Spätantike Nekropole in Baalbek Douris (Libanon)

Bei Straßenarbeiten wurden mehrere Sarkophage gefunden, die Teil einer ausgedehnten Nekropole wahrscheinlich aus der spätrömischen Kaiserzeit oder der frühen Spätantike (3./4. Jh. n. Chr.) sind.

Lage

Baalbek liegt in der nördlichen Beqaa-Ebene zwischen den Gebirgsketten des Libanon und des Antilibanon. Die Nekropole wurde im Vorort Douris, ca. 3 km südwestlich von Baalbek, gefunden.

Abteilungen:
Orient-Abteilung

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Geschichte

    
  Ausgrabungen im Vorort Douris bei Baalbek  

Nicht weit von dem Grabmonument Qubbat Douris, erbaut in ayyubidischer Zeit (1243 n. Chr.), entdeckten Straßenarbeiter 1996 einen spätrömischen Friedhof mit Steinsarkophagen. Fast alle Sarkophage waren schon in der Antike beraubt worden, einer aber war unbeschädigt geblieben und enthielt reiche Beigaben. Weitere Sarkophagfunde, die nach Auskunft der Anwohner öfter in den Gärten zutage kamen, lassen auf eine ausgedehnte Nekropole schließen, die wohl zu einem der zahlreichen Vororte des antiken Baalbek gehörte und die unweit der am östlichen Rande der Beqaa-Ebene verlaufenden antiken Straße gelegen hatte. 

Ziele

Im Sommer 1997 erfolgte eine wissenschaftliche Nachuntersuchung der 1996 sofort nach dem Auffinden eingeleiteten Notbergung der Sarkophage. In enger Zusammenarbeit mit der libanesischen Antikenverwaltung sowie Studenten der Amerikanischen Universität Beirut und des Studiengangs Restaurierung und Grabungstechnik der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin wurden das topographische und geomorphologische Umfeld der Nekropole bestimmt sowie Beobachtungen zur Typologie und Art der Belegung in der Nekropole angestellt. 

Ergebnisse

    
  Rosettenverzierter Sarkophag  
    
  Gewandbesatz aus Blattgold  

Die spätrömischen Bestattungen in der Nekropole bei Douris erfolgten, soweit bekannt, nach immer ähnlichem Muster. Ein langrechteckiger Kalkstein-Sarkophag diente als Sarg. Er wurde in einfache, etwas in den anstehenden Fels eingeschlagene Gruben gesetzt. Die Außenwände der Sarkophage waren mit Rosetten, Girlanden und anderen Ornamenten verziert, die in keinem Fall besonders detailliert ausgestaltet worden waren. Nur ein Sarkophag hat die Jahrhunderte intakt überstanden. Er enthielt das Skelett wohl einer Frau. Die Tote war mit Goldblechen auf Stirn, Nase und Mund, einem Kranz aus goldenen Eichenblättern im Bereich des Kopfes sowie ovalen, mit Köpfen verzierte Gewandbesätzen aus Blattgold auf dem Oberkörper geschmückt. Mehrere Glasflakons standen zu ihren Füßen, im Bereich des Mundes fand sich eine Bronzemünze, wohl der übliche Charonspfennig.  

Kooperationen

Direction Générale des Antiquites du Liban (Khalid Rifai, Toufiq Rifai). 

Ansprechpartner

Dr. phil. Margarete van Ess

Vorderasiatische Altertumskunde
Telefon: 01888-7711-0
Telefax: 01888-7711-189
Email: orient@dainst.de

Literatur

M. van Ess, La nécropole de Baalbek-Douris, in: Liban, l'autre rive. Ausstellungskatalog zur gleichnamigen Ausstellung im Institut du Monde Arabe, Paris (1998) 192; M. van Ess, Heliopolis - Baalbek 1898 - 1998: Forschen in Ruinen (Libanon 1998) 50-51.  

 


 
 

Aktualisiert: 04.08.2008

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