Bisherige Arbeiten
| |
|
|
| |
Plan von Iatrus. Alle Phasen |
|
In Zusammenarbeit mit dem AIM Sofia wurden Grabungen von 1958 bis 1981 von der Deutschen Akademie der Wissenschaften (seit 1970 Akademie der Wissenschaften der DDR), Berlin, durchgeführt. Von 1992 bis 2000 wurden die Grabungen von deutscher Seite als Projekt der Römisch-Germanischen Kommission betreut.
In 24 Grabungskampagnen ist mehr als die Hälfte des erhaltenen, etwa 2,5 ha großen Kastellgeländes archäologisch untersucht worden. Mit den detaillierten Kenntnissen über den Gesamtplan des Kastells und über die Entwicklung des Siedlungslebens während der Spätantike (4.-6. Jh. n. Chr.) stellt Iatrus heute einen wichtigen Referenzort für die Spätphase des Limes an der unteren Donau dar. Das gilt sowohl für die architektonische Gesamtanlage und die Einzelbauten wie auch für die Typologie und Chronologie der Gefäßkeramik und anderer Fundgruppen.
Von 1997 bis 2001 wurden außerdem in einem von der DFG geförderten Forschungsprojekt Geländeerkundungen im Umfeld von Iatrus unternommen. Durch Feldbegehungen, Luftfotografie und geophysikalische Untersuchungen ließ sich eine dichte Besiedlung der Donautiefebene im Bereich der Jantramündung vom Neolithikum bis ins späte Mittelalter belegen. Darüber hinaus konnten sogar einige paläolithische Siedlungsspuren lokalisiert werden.
In der Grabungskampagne 2002 wurden einige der durch die Prospektion ausgewiesenen Fundplätze in der näheren Umgebung des Kastells durch Sondagegrabungen untersucht. Dabei zeigten sich nicht nur Siedlungsstrukturen, die zeitlich mit dem spätantiken Kastell und der frühmittelalterlichen Siedlung korrespondieren, sondern auch solche aus der römischen Kaiserzeit (2./3. Jh. n. Chr.), wodurch die Frage nach einer früheren, d. h. kaiserzeitlichen Militärstation an der strategisch wichtigen Flussmündung erneut aufgeworfen werden muss.
|