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Portugal, Vale de Rodrigo
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Untersuchungen an Megalithgräbern und einer kupferzeitlichen Befestigung (Monte da Ponte) in Südportugal. Erfoschung der Besiedlungsgeschichte.
Lage
Megalithgebiet von ca. 240 qkm Ausdehnung in Südportugal, 20 km südwestlich der Stadt Évora, etwa 100 km von der Küste entfernt im Landesinneren. Die vier dem Projekt den Namen gebenden Megalithgräber wurden 1944 von den deutschen Prähistorikern Georg und Vera Leisner im Landgut Vale de Rodrigo entdeckt.
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Ziele
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Monte da Ponte
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Erforscht wird die Besiedlung dieses Raumes, von den Anfängen bis zur Errichtung der insgesamt über 50 Megalithgräber, Menhire und monumentalen Steinsetzungen, sowie deren Geschichte bis in die Neuzeit. Dabei wird vor allem mit nicht-destruktiven Methoden und wenigen gezielten Grabungen vorgegangen.
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Aktuelle Arbeiten
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Das Megalithgrab "Vale de Rodrigo 3" |
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Die Ergebnisse des Projekts befinden sich in der Phase der Veröffentlichung.
Schwerpunkte der Arbeiten lagen in der Suche nach Siedlungsplätzen, in der geologischen Bestimmung der beim Bau der megalithischen Monumente verwendeten Gesteine und der Lokalisierung ihrer möglichen Herkunft sowie in der genauen Kartierung und Aufmessung der Monumente. Mit geophysikalischen Messungen wurden oberflächlich nicht erkennbare Strukturen erkundet. An zwei großen Megalithgräbern wurden zur Klärung der Architektur, ihres Hügelaufbaus und ihrer Chronologie Grabungen durchgeführt, wie auch in der zentral gelegenen kupferzeitlichen, befestigten Siedlung vom Monte da Ponte. Im Zuge von Nachmessungen und Aufarbeitungsmaßnahmen wurden 2005 im Südosten des Arbeitsgebietes zwei weitere relativ gut erhaltene Megalithgräber entdeckt, die Anta da Malhada da Bidueira und die Anta da Falcoeira.
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Ergebnisse
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Alto do Barroco (oben) und Vale de Rodrigo 1 (unten). |
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Die geologische Bestimmung der an den Gräbern von Vale de Rodrigo 1 bis 4 beim Bau verwendeten Gesteine und die Lokalisierung ihrer natürlichen Vorkommen hat gezeigt, dass die tonnenschweren Trag- und Decksteine über weite Strecken zum Bau der Grabkammern herbeigeschafft worden sind. An diesen, wie auch an vielen anderen Gräbern sind unterschiedliche Granitarten verbaut, die von verschiedenen Stellen und oft aus verschiedenen Himmelsrichtungen stammen. Der Menhir von Vale de Rodrigo 1 muss über 10 km Entfernung transportiert worden sein. Für die
Auswahl der unterschiedlichen Gesteine lässt sich weder ein technischer noch ein ästethischer Gesichtspunkt erkennen.
Mit den in Vale de Rodrigo erstmals an Megalithgräbern durchgeführten geophysikalischen Messungen konnte in den Grabhügeln oberflächlich nicht sichtbaren Strukturen gezielt nachgegangen werden. So wurde z.B. die als Anomalie im Plan der Resistivitätsmessung deutlich ins Auge springende, polygone Steinumfassung von Vale de Rodrigo 3 durch die Grabung bestätigt. In Vale de Rodrigo 2, wo sich im Eingangsbereich trotz wiederholter Messungen keine Anzeichen für einen langen megalithischen Gang ergaben, hat die Grabung nachgewiesen, dass es einen solchen wider Erwarten nicht gegeben hat. Für Vale de Rodrigo 1, wird man das Fehlen von Hinweisen auf einen langen Gang im Messplan ebenso deuten dürfen. Für den Siedlungsplatz Monte da Ponte konnten die oberflächlich sichtbaren Mauerzüge mit Erdwiderstandsmessungen und magnetischen Messungen zu einem umfangreichen, mindestens sechs Befestigungsringe umfassenden Gesamtbild ergänzt werden.
Die Grabungen in den beiden Megalithgräbern haben Einblick in komplexe Vorgänge während der Belegungszeit sowohl bei den Grabkammern als auch in den Hügeln erbracht. In Vale de Rodrigo 2 beispielsweise wurde der Eingangsbereich mehrmals umgestaltet, und in der Kammerfüllung wurde ein fragmentierter, mit Schälchen und anderen Motiven verzierter Deck- oder Kammerverschlussstein freigelegt. In Vale de Rodrigo 3 muss die Megalithkammer in einer ersten Phase frei, d.h. ohne Hügel, gestanden haben. Unter den Hügeln konnten ältere Siedlungsspuren festgestellt werden, die in Vale de Rodrigo 2 ein 14C-Datum von 3700 cal BC ergeben haben, ohne dass das Fundmaterial näher charakterisiert wäre. Unter dem Hügel von Vale de Rodrigo 3 enthält eine für die Fundamentgrube der Grabkammer abgeschnittene Schicht reichlich charakteristische Keramik, die andernorts in Portugal an das Ende des Frühneolithikums/den Beginn des Mittelneolithikums datiert wird. Ein C14-Datum der Schicht ergab 3800-3700 cal BC.
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Kooperationen
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Anta da Falcoeira, Conc. Évora |
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Das Projekt ist von der portugiesischen Denkmalpflege seit 1987 genehmigt. Es wurde von der Außenstelle Lissabon des DAI begonnen und von der RGK in Frankfurt aus, bei der die Ergebnisse veröffentlicht werden, in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Universitäten Covilhã (Portugal), Lund (Schweden), Leoben (Österreich) und anderer in- und ausländischer Institutionen und verschiedener Disziplinen weitergeführt.
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Ansprechpartner
Dr. phil. Philine Kalb
Vorgeschichte
Telefon: 00351-917579831 bzw. 0163-66908007
Telefax: 069-975818-38
Email: kalb@rgk.dainst.de
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externe Ansprechpartner
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Anta da Malhada da Bidueira, Conc. Évora |
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Prof. Dr. Martin Höck
Centro de Estudo e Proteccao do Patrimonio
Departamento de Engenharia Civil
Universidade da Beira Interior
P-6200 Covilhã
Email: martinvs@ubi.pt
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Literatur
G. Leisner, O dolmen de falsa cúpula de Vale de Rodrigo. Biblos 20, 1944.
G. Leisner / V. Leisner, Die Megalithgräber der Iberischen Halbinsel, Madrider Forsch. 1, 2 (Berlin 1959).
Aktuelle Vorberichte in Madrider Mitt. 32, 1991; 35, 1994; 38, 1997.
Ph. Kalb, Megalith-building, stone-transport and territorial markers: evidence from Vale de Rodrigo, Évora, South Portugal. Antiquity 70 (269), 1996, 683 ff.
L. Larsson, Symbols in stone ritual activities and petrified traditions. Actas do 3° Congreso de Arqueologia Peninsular 3, 2000, 445 ff.
L. Larsson, Decorated façade? A stone with carvings from the megalithic tomb Vale de Rodrigo, monument 2, Alentejo, southern Portugal. Journal Iberian Arch. 3, 2001, 3546.
M. Höck / Ph. Kalb, Baumaterial und Architektur portugiesischer Megalithgräber als Zeugnis für religiöse Vorstellungen und Siedlungsgebiete. Arch. Inf. 24 (2), 2001, 229237.
Ph. Kalb, Die Megalith-Kultur auf der Iberischen Halbinsel. Hispania Antiqua Denkmäler der Frühzeit (Mainz 2001) 101 ff.
Ph. Kalb, Vale de Rodrigo Megalithforschung in Portugal. Vortrag zur Jahressitzung 2002 der Römisch-Germanischen Kommission. Ber. RGK 83, 2002, 315345.
Aktuelle Informationen finden Sie im Internet-Magazin "Spuren der Jahrtausende", Ausgabe 2004:
Ph. Kalb, Denkmäler für die Ewigkeit. Megalithforschungen in Vale de Rodrigo, Portugal
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