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E. Archiv
1. Damaskus - Untersuchungen zum Erdbeben 1759

Erforschung der Baugeschichte und Stadtstruktur im 18. Jh. und die Auswirkung der Erdbeben von 1759.

Lage

Damaskus liegt an den südwestlichen Ausläufern der palmyrenischen Bergkette inmitten der Gartenoase Ghuta.

Abteilungen:
Außenstelle Damaskus der Orient-Abteilung

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Geschichte

    
  Omayyadenmoschee  

Damaskus gilt als einer der ältesten und am längsten kontinuierlich besiedelten Orte und kann auf eine 3000-jährige städtische Geschichte zurückblicken. Bereits im 1. Jahrtausend v. Chr. stellte die Siedlung einen mächtigen aramäischen Stadtstaat dar und behielt durch alle politische Wirren hindurch ihre Bedeutung als Handelszentrum auf den Fernhandelsstrecken zwischen Anatolien, Ägypten, dem Hijaz, Persien und Mesopotamien. In islamischer Zeit zunächst von 661 bis 750 Hauptstadt des Omayyadenreiches, behielt es bis in die Neuzeit seine Stellung als Zentrum der Bilad ash-Sham, der syrischen Kulturlandschaft, die heute die Länder Syrien, Jordanien, Palästina/Israel und Libanon umfaßt.
Aus historischen Quellen ist bekannt, dass die Region kontinuierlich seismischer Aktivität unterworfen war, deren letztes schweres Ereignis mit einer Stärke von über 7 auf der Richterskala das Erdbeben von 1759 war.
Altstadt von Damaskus wurde von der UNESCO 1979 als Weltkulturerbe eingetragen. 

Ziele

    
  Khan Asad Basha, datiert 1752-3.  
    
  Innenansicht des Khan Asad Pasha  

Für die Untersuchung werden zeitgenössische Quellen und materielle Hinterlassenschaften umfassend aufgenommen und interpretiert. Zu den Quellen gehören Berichte damaszener Geschichtsschreiber, bio-bibliographische Literatur sowie Reiseberichte. Der noch vorhandene und rekonstruierbare Baubestand soll aufgenommen und anschließend mit den schriftlichen Befunden korrelliert werden. Damaskus ist im 18. Jh. geprägt von der Herrschaft der der Azm-Gouverneure (1724-1808), unmittelbar vor der Reformzeit des Osmanischen Reiches. Vor allem die Regierungszeit Asad Pashas (reg. 1743-1757) gilt als Periode politischer Stabilität und hoher Bauaktivität. Er gab zahlreiche herausragende Bauwerke in Auftrag, die heute noch das Stadtbild des alten Damaskus prägen, wie die Residenz Qasr al-Azm und der Khan Asad Pasha, dessen Kuppeln während des Erdbebens 1759 zerstört wurden. Auf seine Regierungszeit folgt eine Periode politischer Instabilität mit häufig wechselnden Gouverneuren, in der die Auswirkungen des katastrophalen Erdbebens nachwirken.
Der Schwerpunkt liegt auf der Auswirkung dieses letzten schweren Erdbebens, das kurz auf den Machtverfall des Asad Pasha folgte, auf die Urbanistik und ihre Wechselwirkung mit der politischen Lage. 

Ergebnisse

    
  Schadenskartierung der Ghuta von Damaskus  

Unter den verschiedenen Quellen, vor allem Einträge in Jahresberichten, ragt ein Augenzeugenbericht über das Erdbeben von 1759 heraus. Den Bericht verfaßte im Jahr der Katastrophe ein anonymer Autor, der die entstandenen Schäden dokumentierte und systematisch beschädigte öffentliche Gebäude wie Moscheen, Madrasen, Bäder, Karawansereien u. a. in Damaskus und as-Salihiyya auflistet. Vor allem der Omayyadenmoschee, dem zentralen religiösen Bauwerk der Stadt, und ihrer Beschädigung werden ausführliche Beschreibungen gewidmet. Es handelt sich um den äußerst seltenen Fall einer Bestandsaufnahme von Schäden zu einem exakten Zeitpunkt, die möglicherweise noch unbekannte Gebäude enthält und einen terminus ante quem für Zerstörung bzw. post quem für Errichtung, Renovierung oder Anbau von Gebäuden bzw. Gebäudeteilen geben kann. Der Text stellt gewissermaßen einen Schadenskatalog offizieller Bauten in Damaskus um die Mitte des 18. Jhs. dar. Er wurde vollständig ediert und übersetzt und mit den übrigen Berichten zum Erdbeben ausgewertet. Diese Auswertung diente zunächst als Grundlage zur Kartierung der Zerstörungen im Umland von Damaskus und der Stadt selbst. Sie gibt ein Bild der Katastrophe vom Standpunkt von Damaskus aus, dem zu dieser Zeit am dichtesten besiedelten Zentrum in Bilad ash-Sham, und zeigt, in welchem Radius Zerstörungen in und um Damaskus in der Stadt wahrgenommen wurden bzw. von Bedeutung waren. 

Kooperationen

Generaldirektion für Antiken und Museen in Damaskus
EU Projekt APAME 

Ansprechpartner

 Verena Daiber, M.A.

Islamische Archäologie
Email: v.daiber@gmx.net


 
 

Aktualisiert: 04.08.2008

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