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INHALT
Vorbemerkung
Cluster 1
Von der Seßhaftigkeit zur komplexen Gesellschaft: Siedlung, Wirtschaft, Umwelt
(Stand: 01/2007)
Cluster 2:
Innovationen: technisch, sozial
(Stand: 2006)
Cluster 3:
Politische Räume
(Stand: 10/2007)
Cluster 4:
Heiligtümer: Gestalt und Ritual, Kontinuität und Veränderung
(Stand: 10/2007)
Cluster 5:
Geschichte des Deutschen Archäologischen Instituts im 20. Jahrhundert (Stand: 1/2008)
VORBEMERKUNG
Das Deutsche Archäologische Institut hat beschlossen, seine weltweit stattfindenden Forschungen, die im Forschungsplan (PDF 2,2 MB) des Instituts zusammengefaßt sind, unter übergeordneten Fragestellungen stärker zu vernetzen. Aufgrund der Tatsache, daß die Abteilungen und Kommissionen des Instituts mit ihren Projekten in den unterschiedlichsten Kulturräumen der Alten wie der Neuen Welt oft sehr ähnlichen Fragestellungen nachgehen, schien es naheliegend, bestimmte Phänomene vergleichend zu untersuchen, um auf diese Weise zu tiefgreifenderen Einsichten in Mechanismen kultureller Prozesse und historischer Entwicklungen der frühen Menschheitsgeschichte zu gelangen. Gerade die Aussicht, dies im globalen Maßstab zu tun, hielten wir dabei für besonders reizvoll. Auch wenn der Schwerpunkt der Institutsarbeit traditionell im Mittelmeerraum und im Vorderen Orient liegt, so eröffnen doch die in den letzten Jahren vermehrt in Angriff genommenen Projekte in der eurasischen Steppe, in Ostasien, auf dem afrikanischen Kontinent oder in Lateinamerika die große Chance zu einer weltweit ausgreifenden Perspektive, die es zu nutzen gilt.
Die Fragestellungen, die sich auf diese Weise mit Gewinn untersuchen ließen, sind vielfältig und zahlreich. Auf seiner Sitzung am 22. November 2005 wurde dieses Anliegen vom Direktorium des DAI ausführlich diskutiert. Vier Themen schienen dabei besonders geeignet, weiterverfolgt zu werden. Sie stehen im Mittelpunkt von vier sog. Forschungsclustern, die die Zusammenarbeit innerhalb des Instituts auf eine neue Grundlage stellen sollen. Im einzelnen handelt es sich um folgende aktuelle Fragen:
Cluster 1: Von der Seßhaftigkeit zur komplexen Gesellschaft: Siedlung, Wirtschaft, Umwelt
Cluster 2: Innovationen: technisch, sozial
Cluster 3: Politische Räume
Cluster 4: Heiligtümer: Gestalt und Ritual, Kontinuität und Veränderung.
Daneben gibt es noch einen fünften Cluster, der forschungsgeschichtlich konzipiert ist.
Cluster 5: Geschichte des Deutschen Archäologischen Instituts im 20. Jahrhundert.
Für jeden der Forschungscluster wurden Sprecher bestimmt, die ein erstes inhaltliches Konzept auszuarbeiten und den Forschungsplan des Instituts auf daran zu beteiligende Projekte durchzusehen hatten. Cluster 5 wird von einem Beirat aus Archäologen und Zeithistorikern begleitet. Ende 2006 und Anfang 2007 sollen zu den einzelnen Clustern Workshops stattfinden, in denen die Leiter und Mitarbeiter der daran beteiligten Projekte die Ausarbeitungen diskutieren und die nächsten Arbeitsschritte besprechen. Es wird das Ziel sein, in Kolloquien weitere Fortschritte zu erreichen, die auch in Publikationen entsprechenden Niederschlag finden sollen, und zwar im Rahmen einer neuen Reihe des Instituts, die speziell den Ergebnissen dieser Forschungscluster gewidmet sein wird.
Für alle vier Cluster wird es sich als notwendig erweisen, die theoretischen Grundlagen der jeweiligen Themen zu vertiefen, was zwangsläufig zu stärkerer Interdisziplinarität führen wird, und zwar nicht nur im Zusammenwirken mit verschiedenen naturwissenschaftlichen Disziplinen, die längst fester Bestandteil moderner archäologischer Forschung sind, sondern ganz besonders auch im Diskurs mit anderen Geisteswissenschaften (Ethnologie, Soziologie, Psychologie, Religions- und Kunstwissenschaften etc.).
Während wir zum jetzigen Zeitpunkt in einem ersten Schritt möglichst viele thematisch ähnlich konzipierte Forschungsvorhaben des Instituts verknüpfen, wäre es sehr gut vorstellbar, daß daraus in einer späteren Phase Forschergruppen, Forschungsverbünde u. ä. entstehen, die dann wiederum neue Projekte in Gang setzen, die sich aus den Clustern ergebende Fragen aufgreifen. Dies muß nicht so sein, und gewiß wird dieser Fall auch nicht bei jedem Cluster eintreten, weil sich der Gang der Diskussion nicht vorbestimmen läßt; wenn es aber gelegentlich dennoch geschähe, wäre es ein Zeichen für fruchtbare Kooperation. Auch die ‚Lebensdauer’ der verschiedenen Clusterthemen wird von unterschiedlicher Länge sein: Bei manchen wird ein vorläufiges Ende der Diskussion früher eintreten, während sich andere dynamisch weiterentwickeln mögen. Andere drängende Forschungsfragen, die ebenfalls im Rahmen von Clustern behandelt werden wollen, könnten sich in der Folgezeit in den Vordergrund schieben, wie es für ein dynamisches, modernes Forschungsinstitut selbstverständlich sein sollte.
Neben dem wissenschaftlichen Erkenntniszugewinn sollen die Cluster aber vor allem auch dazu beitragen, eine neue Qualität der Zusammenarbeit innerhalb des Instituts entstehen zu lassen. Selbstverständlich wird es weiterhin Einzelvorhaben geben, die sich nicht mit anderen vernetzen lassen, und die für das wissenschaftliche Gesamtprofil des Instituts wie der jeweiligen Abteilung/Kommission mindestens genauso bedeutsam sind wie die durch Cluster verbundenen Projekte. Es steht nämlich außer Diskussion, daß diese wissenschaftliche Freiheit eine der wichtigsten Voraussetzungen erfolgreicher Forschung ist. Doch dort, wo sich Zusammenarbeit anbietet, ja geradezu aufdrängt, sollten wir die Chance auf Vernetzung auch ergreifen und nutzen. In Vorbereitung ist dazu ein Internet-Diskussionsforum, das den Gedankenaustausch zu den verschiedenen Forschungsfragen erleichtern und fördern wird.
Auch wenn es bei den Clustern zunächst darum geht, eine stärkere Vernetzung innerhalb des Instituts herzustellen, so ist ein wirklicher Fortschritt im wissenschaftlichen Erkenntniszugewinn nur dann zu erreichen, wenn es uns gelingt, diese Diskussionen auch mit Vertretern von Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen im In- und Ausland zu führen, sofern dort ähnliche Fragen verfolgt werden. Diese zweite Stufe der Vernetzung, die in vielen Bereichen bereits sehr erfolgreich praktiziert wird, ist ein weiteres zentrales Ziel des Instituts. Das DAI mag zwar aufgrund seiner Organisationsstruktur und seiner Möglichkeiten innerhalb des Faches auch international durchaus eine Sonderstellung einnehmen und in jeder Hinsicht autark sein, was jedoch nicht zu Isolation und Abkopplung führen darf. Eine Entwicklung, wonach die Einen grabend Grundlagen erforschen und die Anderen übergreifende theoretische Fragen erörtern, kann weder im Sinne des Instituts noch der Universitäten sein. Es wäre deshalb wichtig, daß die Forschungscluster Institut und Universitäten noch stärker aneinander binden, als dies bislang der Fall ist. Die vorzüglichen Möglichkeiten des Instituts zur Nachwuchsförderung ließen sich dann noch zielführender einsetzen, was auch für die Zukunft des Instituts von entscheidender Bedeutung ist.
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