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Afghanistan: Herat - Areia Antiqua (III)

3. Das Nationalmuseum Herat

Herat Nationalmuseum

Abteilungen:
Eurasien-Abteilung

Weitere Informationen zur Abteilung/Kommission, die das Projekt betreut

 

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Geschichte

    
  Ethnographische Objekte, 19./20. Jh.  
    
  Steinsäule, spätes 3. Jt. v. Chr.  

Das Nationalmuseum in Herat wurde 1925 von König Amanullah gegründet. Nach mehreren Umzügen eröffnete General Ismail Khan es 1993 in der Zitadelle von Herat wieder. Unter den Taliban und in den Wirren des Bürgerkriegs gingen mehr als 2000 der 3000 Objekte umfassenden Kollektion verloren. Zahlreiche Statuen und Miniaturen der Herati-Schule wurden zerstört, die Münzen gestohlen. 2001 ließ Ismail Khan die verbliebene Sammlung in ein neues Gebäude umlagern, welches im Herbst 2003 als Museum eröffnet wurde. Dort sind in 57 Vitrinen etwa 1000 archäologische Funde und ethnographische Objekte ausgestellt. 2005 kam das Nationalarchiv mit zahlreichen Manuskripten hinzu. 

Ziele

    
  Pfeilspitzen aus Kupfer, ca. 2. Jt. v. Chr.  

Die Wiedereröffnung des Museums ist das Ergebnis einer persönlichen Initiative von Mitarbeitern. Es fehlt jedoch an Mitteln und Fachwissen für eine Inventarisierung, die sachgerechte Konservierung und informative Präsentation. Anders als das Nationalmuseum in Kabul hat dieses Museum bisher keine Fördergelder erhalten. Es soll zunächst durch die Erstellung von Inventarlisten und die Bereitstellung von Informationsmaterial, später durch konservatorische Maßnahmen, unterstützt werden.  

Aktuelle Arbeiten

    
  Rhyton  
    
  "Pseudo-prehistoric ware", 10.-12. Jh.  
    
  Glasierte Wandfliese, 14.-15. Jh.  
    
  Schale, slip-painted, 11.-12. Jh.  
    
  Bronzegefäß, 11.-12. Jh.  

Im Herbst 2005 wurde im Rahmen der anderen Teilprojekte in Herat eine kursorische Dokumentation von etwa 150 Objekten aus der Sammlung anhand von Photos und kurzen Beschreibungen durchgeführt, um einen Überblick über Umfang, Zeitstellung und Bedeutung der Objekte zu gewinnen. Noch vor Ort wurde ein Flyer verfasst, der ins Dari übersetzt und gedruckt werden soll. Eine Broschüre mit Beiträgen von Fachwissenschaftlern erscheint im Februar 2008.

Die Exponante umfassen vor allem Metallobjekte und Keramik, aber auch Glas, Münzen, Bauornamente, ethnologische Funde und alte Aufnahmen historischer Gebäude. Die ältesten Objekte gehören in die Zeit um 2100 v. Chr., sie stammen aus den Provinzen Badghis und Tashqurgan. Die meisten Gegenstände datieren jedoch in das 10. bis 13. Jhd. n. Chr., also in die Zeit, bevor Herat unter Shah Rukh und Gawhar Shad 1409 Hauptstadt des Timuridenreichs und Zentrum des künstlerischen Schaffens wurde. Dieses Bild entspricht den Ergebnissen des Surveys, bei dem wesentlich mehr vor-timuridische als timuridische Fundorte entdeckt wurden. Baudekor, einige Münzen, Schmuck, Waffen und ethnologische Objekte vervollständigen die Sammlung.

Die Ausstellung bietet einen seltenen Einblick in eine bisher eher vernachlässigte Zeit und Region. Darüber hinaus umfasst sie neben einigen qualitativ hochwertigen Objekten wie sie bei Ausgrabungen eher selten zutage kommen vor allem Gebrauchsutensilien, die abseits des Hofes benutzt wurden und ihrerseits nur selten den Weg in die internationaln Ausstellungen und Sammlungen finden.

Im benachbarten Nationalarchiv sind einige reich illustrierte Manuskripte, die bis in das 15. und 16. Jh. zurückdatieren, untergebracht. Bemerkenswert sind zwei Blätter von Thorarollen, ein seltenes Zeugnis der ehemals hier ansässigen jüdischen Bevölkerung.  

Kooperationen

Department of Monuments and Sites, Herat
Ministerium für Information und Kultur, Kabul 

Ansprechpartner

PD Dr. Ute Franke

Vorderasiatische Archäologie
Telefon: ++49-30-20905403
Telefax: ++49-30-20905402
Email: ute_franke@yahoo.de

Förderung

Auswärtiges Amt der Bundesrepublik Deutschland  

Literatur

    
  Erwerb der Broschüre
Inhalt
 

U. Franke (Hrsg.), National Museum Herat - Areia Antiqua Through Time (Berlin 2008).  

 


 
 

Aktualisiert: 24.02.2009

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