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Gesellschaft der Freunde des Deutschen Archäologischen Instituts - Theodor Wiegand Gesellschaft - e.V.

"Wenn im Frühjahr die Kraniche über den Apollontempel ziehen, werden sie uns am Werk sehen",

schrieb Theodor Wiegand (1864-1936) am 3. Dezember des Jahres 1905 aus Milet an seine Frau Marie, geb. von Siemens. Das Werk, das zu einem der Haupterfolge Wiegands werden sollte, war die Ausgrabung der gewaltigen Tempelruine in Didyma an der türkischen Westküste, die hochverschüttet und von einer Windmühle bekrönt unter den Gärten eines ländlichen Dorfes verborgen lag. Vorangegangen waren langwierige Verhandlungen und Grundstücksankäufe, es folgten entbehrungsreiche Jahre mühsamer Grabungstätigkeit. Wiegand, der seit 1899 als Vertreter der königlich preußischen Museen in Istanbul lebte, war bei seinen großen und überaus erfolgreichen Ausgrabungsprojekten in Priene, Milet, Didyma und Samos immer auf die großzügige finanzielle Unterstützung Kaiser Wilhelms angewiesen. 1911 siedelte er als neu gewählter Direktor der Antikensammlung der königlich preußischen Museen nach Berlin, wo die Familie ihr neues Haus bezog, errichtet von Peter Behrens, dem erfolgreichsten und bekanntesten Architekten der damaligen Zeit. Unter der Leitung Wiegands wurde das Pergamonmuseum in Berlin als weltweit bedeutendste Sammlung antiker Architektur geschaffen. Von 1932 bis zu seinem Tod im Jahr 1936 leitete er als Präsident die Geschicke des Deutschen Archäologischen Instituts. 

Heute ist das Wohnhaus Wiegands Sitz des Präsidenten und der Zentraldirektion des Deutschen Archäologischen Instituts, das 1829 als "Institute di Corrispondenza Archeologica" unter der Schirmherrschaft des preußischen Kronprinzen und späteren Königs Friedrich Wilhelm IV. von Gelehrten, Diplomaten und Künstlern in Rom gegründet worden war. Die Mittel für die Erforschung der Bau- und Kunstwerke der Antike stammten zunächst ausschließlich aus privaten Quellen. 

1871 nahm das Königreich Preußen das rasch wachsende Institut in seine Obhut, 1874 wurde es Reichsinstitut. Private Hilfe war nicht nur in den Anfangsjahren, sondern vor allem bei der Ausweitung der Tätigkeit des Instituts nach 1918 und bei der Neugründung von Abteilungen in Kairo, Istanbul, Madrid, Baghdad und Teheran und Kommissionen in Frankfurt und München unerlässlich.

Im Jahre 1929 wurde im Rahmen der Hundertjahrfeier diese Förderung der Institutsaufgaben auf Initiative des Direktors der Abteilung Rom des Deutschen Archäologischen Instituts, Ludwig Curtius, mit der "Gesellschaft der Freunde des Deutschen Archäologischen Instituts" in eine neue Form gebracht. Zu den Gründern gehörten prominente Angehörige der Berliner Wirtschafts- und Bankenwelt darunter Georg von Siemens, Hans Fürstenberg, Jacob Goldschmidt, Paul Kemper, Franz von Mendelsohn, von Simson, Thyssen, Koppel und viele andere. 

Anfang der 50er Jahre wurde die Gesellschaft unter Federführung des aus der Ingelheimer Industriellenfamilie stammenden Präsidenten des Deutschen Archäologischen Instituts, Professor Erich Boehringer, als "Theodor Wiegand Gesellschaft - Gesellschaft der Freunde des Deutschen Archäologischen Instituts e. V." wiedergegründet. Der Name Theodor Wiegand steht für eine überaus fruchtbare und ergebnisreiche Zeit deutscher Ausgrabungstätigkeit im Ausland und für erfolgreiches Mäzenatentum. Die wissenschaftlichen Erfolge und die zahlreichen Publikationen des Deutschen Archäologischen Instituts sind sichtbare Ergebnisse dieser privaten Hilfe, auf die die Ausgräber angesichts der angespannten Lage der öffentlichen Haushalte heute mehr denn je angewiesen sind. Trotz zurückgehender Haushaltsmittel steht das Institut vor neuen großen Aufgaben, die weit über das traditionelle Tätigkeitsgebiet klassischer archäologischer Forschung hinausreichen.

Das Deutsche Archäologische Institut versucht seit 1979, diesen neuen Anforderungen durch die Gründung der Kommission für Allgemeine und Vergleichende Archäologie für Forschungen außerhalb von Außenstellen in Damaskus und Sanaa und schließlich 1995 durch die Gründung der Eurasien-Abteilung für archäologische Forschungen auf dem Gebiet der GUS-Staaten und benachbarter Länder gerecht zu werden. Diese Aktivitäten sind ohne private und institutionelle Förderer undenkbar.

Ausschließliches Ziel der Theodor Wiegand Gesellschaft ist die Förderung von Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Archäologie. Die Gesellschaft unterstützt das Deutsche Archäologische Institut und seine auswärtigen Abteilungen durch die Bereitstellung ergänzender Mittel für besondere Aufgaben. Sie unterstützt wissenschaftliche Veranstaltungen und die Herausgabe archäologischer Publikationen und vergibt Stipendien. Die Mittel zur Durchführung der satzungsgemäßen Ziele der Gesellschaft stammen aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden, Zinsen des kleinen Gesellschaftsvermögens sowie einem erheblichen Beitrag aus dem Haushaltstitel "Internationale Wissenschaftliche Zusammenarbeit" des Stifterverbands für die deutsche Wissenschaft. Zahlreiche Ausgrabungs- und Forschungsprojekte wären ohne die Hilfe der Theodor Wiegand Gesellschaft nicht durchführbar. Zu den geförderten Projekten gehören:

  • Der Ankauf von Fotosammlungen, wissenschaftlichen Nachlässen und Bibliotheken
  • Errichtung und Ausstattung von Grabungshäusern, Magazinen und Museen in Bogazköy, Milet, Pergamon, Aizanoi und Didyma (Türkei), Tiryns (Griechenland), Elephantine und Siwa (Ägypten)
  • Landerwerb für Ausgrabungen in Didyma, Bogazköy und Milet (Türkei)
  • Sicherungsarbeiten und Restaurierungen an archäologischen Stätten
  • Fotoausstattungen, Labor- und Bibliothekseinrichtungen für die Auslandsabteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts
  • Arbeitsgeräte, wie Theodoliten und Kräne, sowie Fahrzeuge für den Einsatz bei Ausgrabungen
  • Beitrag zur Einrichtung des Lepsius-Hauses in Berlin als wissenschaftliches Kolleg und Treffpunkt auswärtiger Wissenschaftler
  • Herausgabe von Standardwerken über große antike Zentren: Bildlexika zu Rom, Athen, Istanbul, Attika, Athos und Monographien zu verschiedenen Themen, so z.B. über die Häfen von Byzanz, Konstantinopel, Istanbul
  • Förderung archäologischer Kongresse, Symposien usw. und deren Publikationen
  • Vergabe von Stipendien
  • Herstellung anschaulicher Modelle in Verbindung mit Ausgrabungen, z.B. Heratempel auf Samos (Griechenland) und von den Bauten der Stadt Elephantine (Ägypten)
  • Wiedererrichtung einer Säule des Zeustempels in Olympia (Griechenland)
  • Archäologische Vortragsreihe im Wissenschaftszentrum Bonn unter dem Thema "Deutsche Archäologen berichten aus der Arbeit des Deutschen Archäologischen Instituts".


Vorstand

Dr. Weert Börner, Staatssekr.a.D., Bonn, Vorsitzender

Dr. Peter Hermes, Botschafter a.D., Bonn, stellvertretender Vorsitzender

Prof. Dr. Dr.hc.mult. Hermann Parzinger, Präsident des DAI

Prof. Dr. Helmut Kyrieleis, Berlin, Präsident i.R.des Deutschen Archäologischen Instituts

Dipl.-Ing. Ulrich Groß, Berlin, ehem. Mitglied des Vorstandes der Hochtief AG

 

Spenden

Auch Sie können sich durch eine Spende oder durch eine Mitgliedschaft an der weltweiten Förderung der Arbeit der Wissenschaftler des Deutschen Archäologischen Instituts beteiligen!
Die Theodor Wiegand Gesellschaft ist die einzige deutsche Fördergesellschaft, die sich nachhaltig und ausschließlich für die Gesamtinteressen der deutschen Archäologie und des Deutschen Archäologischen Instituts einsetzt.

Spenden werden erbeten auf
Deutsche Bank AG, Essen, Konto Nr. 247 194 400 , BLZ 360 700 50

Ihre Spenden sind steuerbegünstigt, da der Theodor Wiegand Gesellschaft der Charakter der Gemeinnützigkeit zuerkannt wird.

Mitgliedschaft

Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt EUR 500,- für individuelle Mitglieder und EUR 2500,- für institutionelle Mitglieder.

Kontakt

Gesellschaft der Freunde des 
Deutschen Archäologischen Instituts
- Theodor Wiegand Gesellschaft - e.V
Wissenschaftszentrum Bonn


Ahrstraße 45
D 53175 Bonn
Tel.: + 49-(0)228-302264
Fax: +49-(0)228-302270
Email: lange@wzbonn.de

 

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Mitarbeiter

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Aktualisiert: 24.09.2008

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