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JdI 120, 2005

Inhalt und Zusammenfassungen

Inhalt

Ernst-Wilhelm Osthues
Studien zum dorischen Eckkonflikt  >>  

Jens Daehner
Grenzen der Nacktheit. Studien zum nackten männlichen Körper in der griechischen Plastik des 5. und 4. Jahrhunderts v. Chr. >>

Stefan Ritter
Zur kommunikativen Funktion pompejanischer Gelagebilder: Die Bilder aus der Casa del Triclinio und ihr Kontext  >>

Henner von Hesberg
Nutzung und Zurschaustellung von Wasser in der Domitiansvilla von Castel Gandolfo. Fragmente der Ausstattung von Brunnen und Wasserkünste  >>


Zusammenfassungen

Ernst-Wilhelm Osthues, Studien zum dorischen Eckkonflikt
Der dorische Eckkonflikt ist die Ursache dafür, daß an Gebäuden mit einem Triglyphenfries und mehr als drei Säulen oder Pfeilern die Eckjoche zwangsläufig Unregelmäßigkeiten aufweisen. Alle Varianten und Faktoren des Problems werden in Kapitel II dargestellt (außer für ›einspringende‹ Ecken). Kapitel III zeigt die unterschiedlichen Lösungen und ihre Verwendung im hier behandelten Zeitraum (6. bis 1. Jahrhundert v. Chr.). Die Vielfalt dieser Lösungen sowie die Tatsache, daß keine von ihnen die übrigen jemals vollständig verdrängt hat, weisen darauf hin, daß die Debatte unter den griechischen Architekten über den adäquaten Umgang mit dem Symmetriedefizit niemals vollkommen aufgehört hat. In Kapitel IV werden die Folgen des Konflikts für die Bauten selbst und die Planungsprozesse diskutiert. Das sogenannte Ende des dorischen Peripteros in hellenistischer Zeit ist jedoch weder durch den Eckkonflikt verursacht worden noch durch irgendein anderes Entwurfsproblem, weil es ein solches Ende gar nicht gegeben hat.

Schlagwörter: Architektur, griechische – Dorische Ordnung – Dorischer Eckkonflikt – Bauplanung
 


Jens Daehner, Grenzen der Nacktheit. Studien zum nackten männlichen Körper in der griechischen Plastik des 5. und 4. Jahrhunderts v. Chr.
Im vorliegenden Beitrag geht es um die Bedingungen des nackten männlichen Körpers in der griechischen Skulptur klassischer Zeit. Dafür werden ausgesuchte Denkmäler der Relief- und Rundplastik des 5. und 4. Jahrhunderts v. Chr. in Einzelstudien analysiert: der Parthenonfries, attische Grabreliefs oder die sogenannten praxitelischen Satyrn. Die Untersuchung der verschiedenen Körperbilder, ihrer Kontexte und Inszenierungen zeigt, daß in diesem Zeitraum die Konditionen für den nackten Körper sich verschärfen, die »Grenzen der Nacktheit« enger werden. In der Skulptur der Klassik sind nackte männliche Figuren nicht der Normalfall, sondern ein zunehmend exklusives Phänomen. Vor allem das Alter des Körpers wird zur entscheidenden anthropologischen Dimension bei der Frage, ob eine männliche Figur nackt dargestellt wird oder bekleidet. Das geht einher mit einer obsessiven Tendenz zur Jugendlichkeit in der Bildwelt des 4. Jahrhunderts (der auch die ›neuen‹ Satyrn unterworfen sind) und deutet darauf hin, daß nackte Körper als kulturelles Problem wahrgenommen und gestaltet wurden.

Schlagwörter: Athen – Parthenonfries – Grabreliefs, attisch – Satyrn – Nacktheit, männliche



Stefan Ritter, Zur kommunikativen Funktion pompejanischer Gelagebilder: Die Bilder aus der Casa del Triclinio und ihr Kontext
Die drei Mittelbilder aus dem Triclinium der Casa del Triclinio nehmen vergleichsweise deutlich auf Besonderheiten der zeitgenössischen Gelagekultur Bezug. Sie thematisieren verschiedene Aspekte eines Gelages: materiellen und personellen Aufwand, den gehobenen sozialen Status der Protagonisten und vor allem deren lebhafte, durch aufgemalte Aussprüche konkretisierte Kommunikation, in die auch der Betrachter einzubeziehen gesucht wird. Der Vergleich mit anderen Darstellungen zeigt, daß die pompejanischen Gelagebilder sich nicht in zwei Gruppen (›ideale Hetärengelage‹ und ›realistische Alltagsszenen‹) separieren lassen, sondern eng miteinander verwandt sind und das gemeinsame Thema lediglich unter verschiedenen Akzentsetzungen variieren. In den Bildern aus der Casa del Triclinio spielt das Verhältnis zwischen den Geschlechtern nur eine nachgeordnete Rolle und geht es statt dessen primär um die Annehmlichkeiten der amicitia unter gleichgestellten Männern. Die unkonventionellen Mittelbilder verdanken ihre Entstehung offenkundig dem Bedürfnis des damaligen Hausherrn, sich auf der Bühne seines Gelageraumes als guter Gastgeber zu präsentieren, für den die gemeinschaftsstiftende Kommunikation mit seinen amici den hauptsächlichen Reiz eines Gelages ausmachte.

Schlagwörter: Pompeji – Wandmalerei – Gelage – Deutungsfragen



Henner von Hesberg, Nutzung und Zurschaustellung von Wasser in der Domitiansvilla von Castel Gandolfo. Fragmente der Ausstattung von Brunnen und Wasserkünste
Eine wesentliche Komponente der Qualität von Luxusvillen innerhalb der römischen Kultur bildete die Gestaltung des otium. Dazu gehörten während der Kaiserzeit die stete Präsenz und der verschwenderische Einsatz von Wasser. Diese Qualität wird bei Villen der Kaiser besonders deutlich. Die Domitiansvilla von Castel Gandolfo erhält ihr Wasser aus mehreren Zuleitungssträngen und ist von einem Netz von Verteilern und Abwasserleitungen durchzogen. Unterschiedliche Fragmente vom Gelände der Villa belegen überdies eine aufwendige Inszenierung des Wasserverbrauchs durch eine dichte Abfolge von unterschiedlich gestalteten Becken und Brunnen und verschiedene Kleinarchitekturen, die auf Nymphäen weisen. Unter den Becken lassen sich unterschiedliche Formen unterscheiden, deren Wert von Größe, Material oder ornamentalem Schmuck, aber auch durch Sockel und Brunnenfiguren bestimmt wurde. Das Theater zeigt mit seinen unterschiedlichen Einrichtungen die Inszenierung von Wasser besonders gut: zum einen bot das Wasser den Besuchern an zentralen Durchgängen mit hoher Besucherfrequenz die Möglichkeit der Erfrischung, zum anderen diente es in Form von Fontänen oder Wasservorhängen – neben den ästhetischen Reizen – der Kühlung und Verbesserung der Luft.

Schlagwörter: Castel Gandolfo – Domitian – Kaiservilla – Wasserluxus – Otium


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Weitere Bände der Reihe/Zeitschrift:
JdI 119, 2004
JdI 118, 2003
JdI 117, 2002
JdI 116, 2001
JdI 115, 2000
JdI 114, 1999

 

 
 

Aktualisiert: 21.03.2007

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