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Inhalt und Zusammenfassungen
Inhalt
Ernst-Wilhelm
Osthues Studien zum dorischen Eckkonflikt
>>
Jens
Daehner Grenzen der Nacktheit.
Studien zum nackten männlichen Körper in der
griechischen Plastik des
5. und 4. Jahrhunderts v. Chr. >>
Stefan
Ritter Zur kommunikativen Funktion pompejanischer
Gelagebilder: Die Bilder aus der Casa del Triclinio und ihr Kontext
>>
Henner
von Hesberg Nutzung und Zurschaustellung von Wasser in der
Domitiansvilla von Castel Gandolfo. Fragmente der Ausstattung von
Brunnen und Wasserkünste >>
Zusammenfassungen
Ernst-Wilhelm Osthues, Studien
zum dorischen Eckkonflikt Der
dorische Eckkonflikt ist die Ursache dafür, daß an
Gebäuden mit einem Triglyphenfries und mehr als drei
Säulen oder Pfeilern die Eckjoche zwangsläufig
Unregelmäßigkeiten aufweisen. Alle Varianten und
Faktoren des Problems werden in Kapitel II dargestellt (außer
für ›einspringende‹ Ecken). Kapitel III
zeigt die unterschiedlichen Lösungen und ihre Verwendung im
hier behandelten Zeitraum (6. bis 1. Jahrhundert v. Chr.). Die Vielfalt
dieser Lösungen sowie die Tatsache, daß keine von
ihnen die übrigen jemals vollständig
verdrängt hat, weisen darauf hin, daß die Debatte
unter den griechischen Architekten über den adäquaten
Umgang mit dem Symmetriedefizit niemals vollkommen aufgehört
hat. In Kapitel IV werden die Folgen des Konflikts für die
Bauten selbst und die Planungsprozesse diskutiert. Das sogenannte Ende
des dorischen Peripteros in hellenistischer Zeit ist jedoch weder durch
den Eckkonflikt verursacht worden noch durch irgendein anderes
Entwurfsproblem, weil es ein solches Ende gar nicht gegeben hat.
Schlagwörter:
Architektur, griechische – Dorische Ordnung –
Dorischer Eckkonflikt – Bauplanung
Jens Daehner, Grenzen der
Nacktheit. Studien zum nackten männlichen Körper in
der griechischen Plastik des 5. und 4. Jahrhunderts v. Chr.
Im vorliegenden Beitrag geht es um die Bedingungen des
nackten männlichen Körpers in der griechischen
Skulptur klassischer Zeit. Dafür werden ausgesuchte
Denkmäler der Relief- und Rundplastik des 5. und 4.
Jahrhunderts v. Chr. in Einzelstudien analysiert: der Parthenonfries,
attische Grabreliefs oder die sogenannten praxitelischen Satyrn. Die
Untersuchung der verschiedenen Körperbilder, ihrer Kontexte
und Inszenierungen zeigt, daß in diesem Zeitraum die
Konditionen für den nackten Körper sich
verschärfen, die »Grenzen der Nacktheit«
enger werden. In der Skulptur der Klassik sind nackte
männliche Figuren nicht der Normalfall, sondern ein zunehmend
exklusives Phänomen. Vor allem das Alter des Körpers
wird zur entscheidenden anthropologischen Dimension bei der Frage, ob
eine männliche Figur nackt dargestellt wird oder bekleidet.
Das geht einher mit einer obsessiven Tendenz zur Jugendlichkeit in der
Bildwelt des 4. Jahrhunderts (der auch die ›neuen‹
Satyrn unterworfen sind) und deutet darauf hin, daß nackte
Körper als kulturelles Problem wahrgenommen und gestaltet
wurden.
Schlagwörter:
Athen – Parthenonfries – Grabreliefs, attisch
– Satyrn – Nacktheit, männliche
Stefan Ritter, Zur kommunikativen
Funktion pompejanischer Gelagebilder: Die Bilder aus der Casa del
Triclinio und ihr Kontext
Die drei Mittelbilder aus dem Triclinium der Casa del
Triclinio nehmen vergleichsweise deutlich auf Besonderheiten der
zeitgenössischen Gelagekultur Bezug. Sie thematisieren
verschiedene Aspekte eines Gelages: materiellen und personellen
Aufwand, den gehobenen sozialen Status der Protagonisten und vor allem
deren lebhafte, durch aufgemalte Aussprüche konkretisierte
Kommunikation, in die auch der Betrachter einzubeziehen gesucht wird.
Der Vergleich mit anderen Darstellungen zeigt, daß die
pompejanischen Gelagebilder sich nicht in zwei Gruppen
(›ideale Hetärengelage‹ und
›realistische Alltagsszenen‹) separieren lassen,
sondern eng miteinander verwandt sind und das gemeinsame Thema
lediglich unter verschiedenen Akzentsetzungen variieren. In den Bildern
aus der Casa del Triclinio spielt das Verhältnis zwischen den
Geschlechtern nur eine nachgeordnete Rolle und geht es statt dessen
primär um die Annehmlichkeiten der amicitia unter
gleichgestellten Männern. Die unkonventionellen Mittelbilder
verdanken ihre Entstehung offenkundig dem Bedürfnis des
damaligen Hausherrn, sich auf der Bühne seines Gelageraumes
als guter Gastgeber zu präsentieren, für den die
gemeinschaftsstiftende Kommunikation mit seinen amici den
hauptsächlichen Reiz eines Gelages ausmachte.
Schlagwörter:
Pompeji – Wandmalerei – Gelage –
Deutungsfragen
Henner von Hesberg, Nutzung und
Zurschaustellung von Wasser in der Domitiansvilla von Castel Gandolfo.
Fragmente der Ausstattung von Brunnen und Wasserkünste
Eine wesentliche Komponente der Qualität von
Luxusvillen innerhalb der römischen Kultur bildete die
Gestaltung des otium. Dazu gehörten während der
Kaiserzeit die stete Präsenz und der verschwenderische Einsatz
von Wasser. Diese Qualität wird bei Villen der Kaiser
besonders deutlich. Die Domitiansvilla von Castel Gandolfo
erhält ihr Wasser aus mehreren Zuleitungssträngen und
ist von einem Netz von Verteilern und Abwasserleitungen durchzogen.
Unterschiedliche Fragmente vom Gelände der Villa belegen
überdies eine aufwendige Inszenierung des Wasserverbrauchs
durch eine dichte Abfolge von unterschiedlich gestalteten Becken und
Brunnen und verschiedene Kleinarchitekturen, die auf Nymphäen
weisen. Unter den Becken lassen sich unterschiedliche Formen
unterscheiden, deren Wert von Größe, Material oder
ornamentalem Schmuck, aber auch durch Sockel und Brunnenfiguren
bestimmt wurde. Das Theater zeigt mit seinen unterschiedlichen
Einrichtungen die Inszenierung von Wasser besonders gut: zum einen bot
das Wasser den Besuchern an zentralen Durchgängen mit hoher
Besucherfrequenz die Möglichkeit der Erfrischung, zum anderen
diente es in Form von Fontänen oder Wasservorhängen
– neben den ästhetischen Reizen – der
Kühlung und Verbesserung der Luft.
Schlagwörter:
Castel Gandolfo – Domitian – Kaiservilla
– Wasserluxus – Otium
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