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AA 2005/2

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Inhalt und Zusammenfassungen 


Inhalt

Andrey M. Korjenkov – Emanuel Mazor
Diversity of Earthquakes Destruction Patterns: The Roman-Byzantine Ruins of Haluza, Negev Desert, Israel   >>

Gabriel Zuchtriegel
Zur Datierung und Deutung der Doppelhermen von Solin   >>  

Ioannis A. Panteleon
Funde aus Milet XVI. Zum Schicksal der am Ort verbliebenen Funde der Wiegandschen Grabung nach 1914  >>  

Volkmar von Graeve
Funde aus Milet XVII. Fragmente von Bauskulptur aus dem archaischen Aphrodite-Heiligtum  >>

Jan-Marc Henke
Funde aus Milet XVIII. Kyprische Koroplastik  >>  

Alessandro Naso
Funde aus Milet XIX. Anfore commerciali archaiche a Mileto: Rapporto preliminare  >>  

Ahmet Aydemir
Funde aus Miletus XX. Kochgeschirr und Küchengeräte aus dem archaischen Milet  >> 

Hanswulf Bloedhorn
Das Wassersystem Jerusalems in der Bronze- und Eisenzeit  >>  


Zusammenfassungen

Andrey M. Korjenkov – Emanuel Mazor, Diversity of Earthquakes Destruction Patterns: The Roman-Byzantine Ruins of Haluza, Negev Desert, Israel
Haluza (southern Israel) was intensively inhabited during the Nabatean-Roman-Byzantine periods, from the 3rd cent. B.C. till the 8th cent. A.D. Only a small part of the ruined city has been excavated and in it the following impressive variety of different seismic damage patterns has been observed: tilt and collapse of walls and columns; shifts of parts of the walls; through-going joints; cracks crossing large building blocks; cracked doorsteps, windowsills and slabs above windows and doors; as well as numerous traces of later repair. Archaeological dating and matching to historically documented earthquakes revealed two destructive events – at 502 A.D.; 749 A.D. The archaeo-seismic data at Haluza, and other ancient cities at the Negev Highland, indicate that this region is not seismically quiescent, as previously believed, and it has been affected by destructive earthquakes at intervals of a few hundred years – a finding to be taken into account in future developments within this area.   

Keywords: Haluza, Negev Desert - Roman-Byzantine period - archeoseismology - earthquake - kinematic indicators


Gabriel Zuchtriegel, Zur Datierung und Deutung der Doppelhermen von Solin
Die Soliner Doppelhermen gelten seit ihrer Auffindung als tetrarchische Porträts. Sowohl der Stil als auch die Ikonographie der Bildnisse sprechen aber insgesamt eher für eine Datierung in konstantinische Zeit. Dargestellt sind demnach Konstantin und einer seiner Söhne. Was den Fundort betrifft, so legt der Diokletianspalast in Spalato eine tetrarchische Entstehungszeit zwar nahe, schließt aber eine spätere Datierung auch nicht aus, da der Palast weiter genutzt wurde. Die Kombination von Flußgöttern und Kaiserporträts kann unter Berücksichtigung panegyrischer Reden und Darstellungen von Flußpersonifikationen auf Münzen als Verweis auf die Sicherung der Reichsgrenzen durch die kaiserliche Familie interpretiert werden. Zu dieser Deutung passen auch die Reisetracht der Kaiser sowie die Hermenform.

Schlagworte: Spalato - Spätantike - Konstantin - Porträthermen - Flußgötter


Ioannis A. Panteleon, Funde aus Milet XVI. Zum Schicksal der am Ort verbliebenen Funde der Wiegandschen Grabung nach 1914
1997 wurde in Milet das Fundament eines neuzeitlichen Gebäudes auf dem Südabhang des Theaterhügels entdeckt und ausgegraben, das als eines der beiden an diesem Ort bekannten Fundmagazine der Wiegandschen Grabung von 1899–1914 angesehen wurde. Ein Vergleich des Fundinventars dieser Grabung mit Beschreibungen in den Tagebüchern der Vorkriegsgrabung bestätigte diese Annahme. Vielfach ist behauptet worden, daß die Funde, die nach Abbruch der Arbeiten in Milet 1914 am Ort verblieben waren, mehrheitlich durch ›Kriegswirren‹ verschollen seien. Dokumente der Nachkriegsgrabung belegen jedoch, daß dies für die in diesen zwei Magazinen gelagerten Funde nicht zutrifft. Die Gebäude sind 1938 noch benutzt und im Juli 1955 durch ein Erdbeben zerstört worden. Aus den Trümmern bargen die Teilnehmer der wieder einsetzenden Grabung im November 1955 eine große Anzahl an Funden der Wiegandschen Grabung und überführten sie 1962 in das neu eingerichtete lokale Museum. Die bei der Ausgrabung 1997 angetroffenen Objekte waren 1955 lediglich übersehen oder liegengelassen worden.

Schlagworte: Milet - Geschichte der Ausgrabungen - Theodor Wiegand


Volkmar von Graeve, Funde aus Milet XVII. Fragmente von Bauskulptur aus dem archaischen Aphrodite-Heiligtum
Unter den Skulpturenfunden aus dem archaischen Heiligtum der Aphrodite in Milet befinden sich drei Fragmente von Tierfiguren, die sich zu zwei gegenständigen Panthern aus einer Giebeldarstellung ergänzen lassen. Ihre Datierung fällt in die 1. Hälfte des 6. Jhs. v. Chr., ihre Größe führt auf einen kleineren Bau, der in seinen Dimensionen etwa dem älteren Tempel im Heiligtum der Athena entsprochen haben wird. Aus der Tatsache, daß auch der frühe Bau im Aphroditeheiligtum durch einen spätarchaischen Tempel abgelöst wird, kann zusätzlich auf eine parallele Bauentwicklung in den beiden milesischen Heiligtümern geschlossen werden. Außerdem wird die vermutete Abfolge von zwei Kultbauten im Aphroditeheiligtum durch den Gesamtbefund der bisherigen Ausgrabungen auf dem Zeytintepe gestützt, der zwei große Phasen der Umgestaltung des gesamten Bereiches erkennen läßt. Wenn die dargelegten Schlußfolgerungen richtig sind, wären im übrigen auch die frühesten Giebelskulpturen in der ostionischen Architektur nachgewiesen.

Schlagworte: Milet - Archaik - ostionische Architektur - Giebelskulpturen - Panther


Jan-Marc Henke, Funde aus Milet XVIII. Kyprische Koroplastik
Das Fundmaterial kyprischer Koroplastik in Milet umfaßt ca. 350 nicht direkt zusammenhängende Fragmente. Es stammt mit wenigen Ausnahmen aus dem Heiligtum der Aphrodite Oikous, das seit 1990 auf dem Zeytintepe lokalisiert ist. Dort trat das Material vor allem am Osthang des Hügels zu Tage, wo es in Folge größerer Umstrukturierungen in archaischer Zeit als Heiligtumsschutt deponiert wurde und somit in keine gewachsene Stratigraphie eingebunden ist. Das chronologische wie typologische Spektrum entspricht trotz geringer Unterschiede den Funden aus dem samischen Heraion und anderen ostgriechischen Heiligtümern. So lassen sich bisher ausschließlich matrizengeformte Hohl- und Plakettenfiguren des späten 7. und der 1. Hälfte des 6. Jhs. v. Chr. nachweisen. Dabei treten die Plaketten gegenüber Samos und Rhodos deutlich in den Hintergrund. Die eindeutig zu belegenden Typen umfassen Mantelmänner und Opferträger für die männliche, ›Buch- bzw. Tamburinträgerinnen‹ und die Adorantin mit seitlich an den Körper gelegten Armen für die weibliche Koroplastik. Ein Pferdeköpfchen könnte ein Gespann oder einen Reiter bezeugen. Gleich den Fundorten auf Samos und Rhodos dominiert aber auch in Milet die weibliche Hohlfigur das Erscheinungsbild kyprischer Figurenweihungen. Damit entspricht es dem allgemeinen Bild der Terrakottaweihungen auf dem Zeytintepe, bei dem die weibliche Figur überwiegt. Mit 19 Fragmenten fällt der lebensgroßen bzw. annähernd lebensgroßen weiblichen kyprischen Koroplastik eine größere Rolle innerhalb des milesischen Fundmaterials zu, wobei die Menge der daraus zu erschließenden Figuren noch offen ist. Bedeutend ist auch der Fund des Köpfchens Kat. 1 einer männlichen Plakettenfigur aus der archaischen Handwerkersiedlung am Kalabaktepe und seines matrizengleichen Pendants Kat. 2 auf dem Zeytintepe. G. Schmidt weist deren Parallelen auf Samos dem kyprischen Mantelmanntypus zu, doch ist der Ton der beiden in Milet gefundenen Köpfchen vermutlich milesisch. Solange die Probenergebnisse ausstehen, bleibt ihre Herkunft allerdings ungeklärt.

Schlagworte: Milet - Archaik - Koroplastik, kyprisch - Heiligtum - Weihungen


Alessandro Naso, Funde aus Milet XIX. Anfore commerciali archaiche a Mileto: Rapporto preliminare
Gli scavi diretti da V. v. Graeve alle pendici di Kalabaktepe dal 1985 al 1993 hanno prodotto anche un'ingente quantità di frammenti ceramici relativi ad anfore da trasporto; la sequenza stratigrafica generale elaborata da R. Senff per Mileto costituisce un sicuro riferimento per la cronologia anche di questi reperti. I materiali rinvenuti nelle campagne 1989–1993, pari a 3924 frammenti di contenitori di produzione locale, permettono di seguirne lo sviluppo della forma dalla fine dell’VIII – inizio del VII sino al V sec. a. C.: l’orlo a fascia ingrossata rimane nel tempo la caratteristica costante delle anfore da trasporto milesie, forse contenitori da olio. Le anfore di importazione, che assommano a meno del 10 % di quelle di produzione locale, provengono per lo più da centri produttori di vino, come Chio. Lo studio di tutti i materiali anforacei rinvenuti a Mileto datati sino al V sec. a. C. permetterà la verifica delle osservazioni preliminari.

Parole chiave: Ionia - età arcaica - anfore da trasporto - commercio


Ahmet Aydemir, Funde aus Miletus XX. Kochgeschirr und Küchengeräte aus dem archaischen Milet
Die hier vorgelegten Funde, die vor allem aus den Ausgrabungen der Jahre 1985 bis 1995 stammen, ergeben wesentliche Hinweise auf die Eßgewohnheiten, den Alltag und die für den alltäglichen Gebrauch produzierten Gerätschaften. Da die Funde sowohl aus einer Stadtgrabung (Kalabaktepe) als auch aus einer Heiligtumsgrabung (Zeytintepe) stammen, erlauben sie einen Vergleich zwischen dem profanen und dem religiösen Lebensbereich. Unter dem Material konnten einige neue Typen von Küchengeräten identifiziert werden. Darunter sind fischförmige Grills, zylinderförmige Herde und tragbare Backöfen aus Ton, aber auch verschiedene Ständervarianten aus Stein und Ton für Kochtöpfe und Grills. Das häufigste Gerät für die Zubereitung warmer Speisen waren die Kochtöpfe. Außerdem wurden Schüsseln, Reibschalen, steinerne Stößel, grobe Kannen, ferner Öfen, Pithoi, Handmühlen aus Stein, verschiedene Untersätze und Gefäßdeckel und dreibeinige kleine Tische aus Ton verwendet. Makroskopische und chemische Untersuchungen haben die Referenzgruppe der Tone für das einheimischen Küchengeschirr und die Küchengeräten aus Milet ergeben. Auf dieser Grundlage können in Zukunft Fragen der Handelsbeziehungen präziser beantwortet werden.

Schlagworte: Milet - Archaik - Küchengeräte - Kochtöpfe


Hanswulf Bloedhorn, Das Wassersystem Jerusalems in der Bronze- und Eisenzeit
1867 entdeckte Charles Warren einen Schacht hinter der Gihon-Quelle, später ›Warren Schacht‹ genannt, der entgegen ersten Überlegungen ein natürlicher Felsspalt ist, der erst in der Eisenzeit zufällig entdeckt wurde. In der mittleren Bronzezeit gelangten die Jerusalemer durch einen unterirdischen Gang, unter der Stadtmauer hindurch, an den Rand eines Felsteiches, in den das Quellwasser durch Kanal II und Tunnel III floß. Starke Mauern schützten die Anlage von außen. In der Eisenzeit entschieden die Bewohner, den unterirdischen Quellteichzugang tiefer zu legen, um die Quelle direkt zu erreichen. Aber nach 20 m stießen sie auf einen tiefen Schacht, den ›Warren-Schacht‹, und beendeten die Arbeit. Nun versuchten sie, vom Schachtboden durch einen Tunnel die Quelle zu erreichen, was aber erst nach mehreren Versuchen gelang. Erst dann wurde mit dem Bau des ›Schiloach-Tunnels‹ von beiden Seiten aus begonnen, wie die Tunnelinschrift schildert und Hauspuren belegen. So floß nun das Wasser »in die Mitte der Stadt«, der alte Quellteich und Kanal II aber waren trockengelegt.

Schlagworte: Jerusalem - Gihon - Bronzezeit - Eisenzeit - Wasserversorgung

Richtlinien für Publikationen

Bei Beiträgen für die Publikationen des Deutschen Archäologischen Instituts bitten wir, die Richtlinien zu beachten.

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Aktualisiert: 02.04.2007

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