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Inhalt und
Zusammenfassungen
Inhalt
Andrey M. Korjenkov – Emanuel Mazor
Diversity
of
Earthquakes Destruction Patterns: The Roman-Byzantine Ruins of Haluza,
Negev Desert, Israel >>
Gabriel Zuchtriegel
Zur Datierung und Deutung der Doppelhermen von
Solin >>
Ioannis A. Panteleon
Funde aus Milet XVI. Zum Schicksal der am Ort verbliebenen
Funde der Wiegandschen Grabung nach 1914 >>
Volkmar von Graeve
Funde aus Milet XVII. Fragmente von Bauskulptur aus dem
archaischen Aphrodite-Heiligtum >>
Jan-Marc Henke
Funde aus Milet XVIII. Kyprische Koroplastik
>>
Alessandro Naso
Funde aus Milet XIX. Anfore commerciali archaiche a Mileto:
Rapporto preliminare >>
Ahmet Aydemir
Funde aus Miletus XX. Kochgeschirr und
Küchengeräte aus dem archaischen Milet
>>
Hanswulf Bloedhorn
Das Wassersystem Jerusalems in der Bronze- und Eisenzeit
>>
Zusammenfassungen
Andrey
M. Korjenkov – Emanuel Mazor, Diversity of Earthquakes
Destruction Patterns: The Roman-Byzantine Ruins of Haluza, Negev
Desert, Israel
Haluza (southern Israel) was intensively inhabited during the
Nabatean-Roman-Byzantine periods, from the 3rd cent. B.C. till the 8th
cent. A.D. Only a small part of the ruined city has been excavated and
in it the following impressive variety of different seismic damage
patterns has been observed: tilt and collapse of walls and columns;
shifts of parts of the walls; through-going joints; cracks crossing
large building blocks; cracked doorsteps, windowsills and slabs above
windows and doors; as well as numerous traces of later repair.
Archaeological dating and matching to historically documented
earthquakes revealed two destructive events – at 502 A.D.;
749 A.D. The archaeo-seismic data at Haluza, and other ancient cities
at the Negev Highland, indicate that this region is not
seismically quiescent, as previously believed, and it
has been affected by destructive earthquakes at intervals of a few
hundred years – a finding to be taken into account in future
developments within this area.
Keywords: Haluza, Negev Desert - Roman-Byzantine period - archeoseismology - earthquake - kinematic indicators
Gabriel Zuchtriegel,
Zur Datierung und Deutung der Doppelhermen von Solin Die
Soliner Doppelhermen gelten seit ihrer Auffindung als tetrarchische
Porträts. Sowohl der Stil als auch die Ikonographie der
Bildnisse sprechen aber insgesamt eher für eine Datierung in
konstantinische Zeit. Dargestellt sind demnach Konstantin und einer
seiner Söhne. Was den Fundort betrifft, so legt der
Diokletianspalast in Spalato eine tetrarchische Entstehungszeit zwar
nahe, schließt aber eine spätere Datierung auch nicht
aus, da der Palast weiter genutzt wurde. Die Kombination von
Flußgöttern und Kaiserporträts kann unter
Berücksichtigung panegyrischer Reden und Darstellungen von
Flußpersonifikationen auf Münzen als Verweis auf die
Sicherung der Reichsgrenzen durch die kaiserliche Familie interpretiert
werden. Zu dieser Deutung passen auch die Reisetracht der Kaiser sowie
die Hermenform.
Schlagworte: Spalato - Spätantike - Konstantin - Porträthermen - Flußgötter
Ioannis
A. Panteleon, Funde aus
Milet XVI. Zum Schicksal der am Ort verbliebenen Funde der Wiegandschen
Grabung nach 1914
1997 wurde in Milet das Fundament eines neuzeitlichen
Gebäudes auf dem Südabhang des Theaterhügels
entdeckt und ausgegraben, das als eines der beiden an diesem Ort
bekannten Fundmagazine der Wiegandschen Grabung von 1899–1914
angesehen wurde. Ein Vergleich des Fundinventars dieser Grabung mit
Beschreibungen in den Tagebüchern der Vorkriegsgrabung
bestätigte diese Annahme. Vielfach ist behauptet worden,
daß die Funde, die nach Abbruch der Arbeiten in Milet 1914 am
Ort verblieben waren, mehrheitlich durch
›Kriegswirren‹ verschollen seien. Dokumente der
Nachkriegsgrabung belegen jedoch, daß dies für die in
diesen zwei Magazinen gelagerten Funde nicht zutrifft. Die
Gebäude sind 1938 noch benutzt und im Juli 1955 durch ein
Erdbeben zerstört worden. Aus den Trümmern bargen die
Teilnehmer der wieder einsetzenden Grabung im November 1955 eine
große Anzahl an Funden der Wiegandschen Grabung und
überführten sie 1962 in das neu eingerichtete lokale
Museum. Die bei der Ausgrabung 1997 angetroffenen Objekte waren 1955
lediglich übersehen oder liegengelassen worden.
Schlagworte: Milet - Geschichte der Ausgrabungen - Theodor Wiegand
Volkmar
von Graeve, Funde aus Milet XVII. Fragmente
von Bauskulptur aus dem archaischen Aphrodite-Heiligtum
Unter den Skulpturenfunden aus dem archaischen Heiligtum der
Aphrodite in Milet befinden sich drei Fragmente von Tierfiguren, die
sich zu zwei gegenständigen Panthern aus einer
Giebeldarstellung ergänzen lassen. Ihre Datierung
fällt in die 1. Hälfte des 6. Jhs. v. Chr., ihre
Größe führt auf einen kleineren Bau, der in
seinen Dimensionen etwa dem älteren Tempel im Heiligtum der
Athena entsprochen haben wird. Aus der Tatsache, daß auch der
frühe Bau im Aphroditeheiligtum durch einen
spätarchaischen Tempel abgelöst wird, kann
zusätzlich auf eine parallele Bauentwicklung in den beiden
milesischen Heiligtümern geschlossen werden. Außerdem
wird die vermutete Abfolge von zwei Kultbauten im Aphroditeheiligtum
durch den Gesamtbefund der bisherigen Ausgrabungen auf dem Zeytintepe
gestützt, der zwei große Phasen der Umgestaltung des
gesamten Bereiches erkennen läßt. Wenn die
dargelegten Schlußfolgerungen richtig sind, wären im
übrigen auch die frühesten Giebelskulpturen in der
ostionischen Architektur nachgewiesen.
Schlagworte: Milet - Archaik - ostionische Architektur - Giebelskulpturen - Panther
Jan-Marc
Henke, Funde aus Milet XVIII. Kyprische
Koroplastik
Das Fundmaterial kyprischer Koroplastik in Milet
umfaßt ca. 350 nicht direkt zusammenhängende
Fragmente. Es stammt mit wenigen Ausnahmen aus dem Heiligtum der
Aphrodite Oikous, das seit 1990 auf dem Zeytintepe lokalisiert ist.
Dort trat das Material vor allem am Osthang des Hügels zu
Tage, wo es in Folge größerer Umstrukturierungen in
archaischer Zeit als Heiligtumsschutt deponiert wurde und somit in
keine gewachsene Stratigraphie eingebunden ist. Das chronologische wie
typologische Spektrum entspricht trotz geringer Unterschiede den Funden
aus dem samischen Heraion und anderen ostgriechischen
Heiligtümern. So lassen sich bisher ausschließlich
matrizengeformte Hohl- und Plakettenfiguren des späten 7. und
der 1. Hälfte des 6. Jhs. v. Chr. nachweisen. Dabei treten die
Plaketten gegenüber Samos und Rhodos deutlich in den
Hintergrund. Die eindeutig zu belegenden Typen umfassen
Mantelmänner und Opferträger für die
männliche, ›Buch- bzw.
Tamburinträgerinnen‹ und die Adorantin mit seitlich
an den Körper gelegten Armen für die weibliche
Koroplastik. Ein Pferdeköpfchen könnte ein Gespann
oder einen Reiter bezeugen. Gleich den Fundorten auf Samos und Rhodos
dominiert aber auch in Milet die weibliche Hohlfigur das
Erscheinungsbild kyprischer Figurenweihungen. Damit entspricht es dem
allgemeinen Bild der Terrakottaweihungen auf dem Zeytintepe, bei dem
die weibliche Figur überwiegt. Mit 19 Fragmenten
fällt der lebensgroßen bzw. annähernd
lebensgroßen weiblichen kyprischen Koroplastik eine
größere Rolle innerhalb des milesischen Fundmaterials
zu, wobei die Menge der daraus zu erschließenden Figuren noch
offen ist. Bedeutend ist auch der Fund des Köpfchens Kat. 1
einer männlichen Plakettenfigur aus der archaischen
Handwerkersiedlung am Kalabaktepe und seines matrizengleichen Pendants
Kat. 2 auf dem Zeytintepe. G. Schmidt weist deren Parallelen auf Samos
dem kyprischen Mantelmanntypus zu, doch ist der Ton der beiden in Milet
gefundenen Köpfchen vermutlich milesisch. Solange die
Probenergebnisse ausstehen, bleibt ihre Herkunft allerdings
ungeklärt.
Schlagworte: Milet - Archaik - Koroplastik, kyprisch - Heiligtum - Weihungen
Alessandro
Naso, Funde aus Milet XIX. Anfore
commerciali archaiche a Mileto: Rapporto preliminare
Gli scavi diretti da V. v. Graeve alle pendici di Kalabaktepe
dal 1985 al 1993 hanno prodotto anche un'ingente quantità di
frammenti ceramici relativi ad anfore da trasporto; la sequenza
stratigrafica generale elaborata da R. Senff per Mileto costituisce un
sicuro riferimento per la cronologia anche di questi reperti. I
materiali rinvenuti nelle campagne 1989–1993, pari a 3924
frammenti di contenitori di produzione locale, permettono di seguirne
lo sviluppo della forma dalla fine dell’VIII –
inizio del VII sino al V sec. a. C.: l’orlo a fascia
ingrossata rimane nel tempo la caratteristica costante delle anfore da
trasporto milesie, forse contenitori da olio. Le anfore di
importazione, che assommano a meno del 10 % di quelle di produzione
locale, provengono per lo più da centri produttori di vino,
come Chio. Lo studio di tutti i materiali anforacei rinvenuti a Mileto
datati sino al V sec. a. C. permetterà la verifica delle
osservazioni preliminari.
Parole chiave: Ionia - età arcaica - anfore da trasporto - commercio
Ahmet
Aydemir, Funde aus Miletus XX. Kochgeschirr
und Küchengeräte aus dem archaischen Milet
Die hier vorgelegten Funde, die vor allem aus den
Ausgrabungen der Jahre 1985 bis 1995 stammen, ergeben wesentliche
Hinweise auf die Eßgewohnheiten, den Alltag und die
für den alltäglichen Gebrauch produzierten
Gerätschaften. Da die Funde sowohl aus einer Stadtgrabung
(Kalabaktepe) als auch aus einer Heiligtumsgrabung (Zeytintepe)
stammen, erlauben sie einen Vergleich zwischen dem profanen und dem
religiösen Lebensbereich. Unter dem Material konnten einige
neue Typen von Küchengeräten identifiziert werden.
Darunter sind fischförmige Grills, zylinderförmige
Herde und tragbare Backöfen aus Ton, aber auch verschiedene
Ständervarianten aus Stein und Ton für
Kochtöpfe und Grills. Das häufigste Gerät
für die Zubereitung warmer Speisen waren die
Kochtöpfe. Außerdem wurden Schüsseln,
Reibschalen, steinerne Stößel, grobe Kannen, ferner
Öfen, Pithoi, Handmühlen aus Stein, verschiedene
Untersätze und Gefäßdeckel und dreibeinige
kleine Tische aus Ton verwendet. Makroskopische und chemische
Untersuchungen haben die Referenzgruppe der Tone für das
einheimischen Küchengeschirr und die
Küchengeräten aus Milet ergeben. Auf dieser Grundlage
können in Zukunft Fragen der Handelsbeziehungen
präziser beantwortet werden.
Schlagworte: Milet - Archaik - Küchengeräte - Kochtöpfe
Hanswulf
Bloedhorn, Das Wassersystem Jerusalems in
der Bronze- und Eisenzeit
1867 entdeckte Charles Warren einen Schacht hinter der
Gihon-Quelle, später ›Warren Schacht‹
genannt, der entgegen ersten Überlegungen ein
natürlicher Felsspalt ist, der erst in der Eisenzeit
zufällig entdeckt wurde.
In der mittleren Bronzezeit gelangten die Jerusalemer durch einen
unterirdischen Gang, unter der Stadtmauer hindurch, an den Rand eines
Felsteiches, in den das Quellwasser durch Kanal II und Tunnel III
floß. Starke Mauern schützten die Anlage von
außen.
In der Eisenzeit entschieden die Bewohner, den unterirdischen
Quellteichzugang tiefer zu legen, um die Quelle direkt zu erreichen.
Aber nach 20 m stießen sie auf einen tiefen Schacht, den
›Warren-Schacht‹, und beendeten die Arbeit. Nun
versuchten sie, vom Schachtboden durch einen Tunnel die Quelle zu
erreichen, was aber erst nach mehreren Versuchen gelang. Erst dann
wurde mit dem Bau des ›Schiloach-Tunnels‹ von
beiden Seiten aus begonnen, wie die Tunnelinschrift schildert und
Hauspuren belegen. So floß nun das Wasser »in die
Mitte der Stadt«, der alte Quellteich und Kanal II aber waren
trockengelegt.
Schlagworte: Jerusalem - Gihon - Bronzezeit - Eisenzeit - Wasserversorgung
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