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Untersuchungen zum frühbronzezeitlichen Siedlungswesen am Südwestrand des Slowakischen Erzgebirges

Vergleichende Untersuchungen zum frühbronzezeitlichen Siedlungswesen am Südwestrand des Slowakischen Erzgebirges

Location

    
  Lage des Fundplatzes (1) in Nachbarschaft des heutigen Ortes Rybnik (2) und der Kreisstadt Levice (3)  

Die bisherigen Arbeiten konzentrieren sich auf die befestigte Siedlung von Rybnik. Sie befindet sich nordwestlich des Ortes auf einem Sporn über dem linken Ufer der Gran.

Departments:
Roman-Germanic Commission (RGK) Frankfurt a.M.

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Objectives

    
  Die Nordwestkarpaten sind reich an Kupfer, Silber und Goldlagerstätten. Aus deren Umfeld sind zahlreiche befestigte Siedlungen der Frübronzezeit bekannt.  

Die zentrale Frage verfolgt die Auswirkungen der Metallurgie auf die früh- und mittelbronzezeitlichen Gemeinschaften am Nordwestrand des Karpatenbeckens. In diesem Zusammenhang ist es notwendig zu klären, wann und in welchem Umfang die Erzlagerstätten im Slowakischen Erzgebirge in der Bronzezeit genutzt wurden. Neben dem Fundplatz von Rybnik werden auf ausgewählten Fundplätzen in den Flusstälern von Eipel, Gran und Zitava Ausgrabungen durchgeführt. Vergleichende Untersuchungen analysieren einerseits die diachronen Veränderungen in den Fundlandschaften der jeweiligen Siedlungslandschaften vom Spätneolithikum zur Bronzezeit und andererseits auch die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Siedlungsmuster im Tal von Eipel, Gran und Zitava.  

History of Research

In der Südwestslowakei sind in den zurückliegenden Jahrzehnten zahlreiche Siedlungen der frühen Bronzezeit untersucht worden. Die bekanntesten unter ihnen sind Nitriansky Hrádok, Vráble, Ivanovce, Malé Kosihy und Veselé. In Rybnik erfolgten 1981 durch P. Romsauer (Archäologisches Institut der Slowakischen Akademie der Wissenschaften) erste Untersuchungen.  

Previous Activities

    
  Höhenschichtenplan der frühbronzezeitlichen Siedlung von Rybnik. Die Siedlung besitzt durch steile Hangkanten einen natürlichen Schutz. Der östlich verlaufenden flache Zugangsbereich war mit einem Graben und einem Wall geschützt.  

In den Jahren 2002-2003 erfolgten Geländebegungen im unteren Grantal. Seit 2004 finden Ausgrabungen auf der befestigten Siedlung von Rybnik. statt. Der Fundplatz von Rybnik und sein Umfeld wurde durch Bohrungen prospektiert und topographisch vermessen. Geophysikalische Untersuchungen fanden in Rybnik und in Sikenicka statt.  

Current Work

   Schnitt durch den Wall im nördlichen Teil der Siedlung.  
  Schnitt durch den Wall im nördlichen Teil der Siedlung.  

Im Jahr 2006 wurden die Ausgrabungen in Rybnik fortgesetzt.
Auf dem eponymen Fundort von Madaravce (heute Santovka) erfolgte 2006 eine begrenzte Sondagegrabung.  

Methods

    
  Bohrungen erfolgten in der Siedlung, in deren Umfeld und auf anderen Fundplätzen  

Einen hohen Stellwert haben Untersuchungen zur Landschaftsgeschichte. Durch umfangreiche Bohrungen innerhalb der Siedlung und in deren Umfeld konnte erste Einblicke gewonnen werden. Weiterhin wurden auf weiteren Siedlungsplätzen Bohr-Prospektionen durchgeführt, die den Erhaltungszustand der frühbronzezeitlichen Siedlungsschichten prüften. Die naturwissenschaftlichen Partner sind Wilfried Schulz (Physische Geographie), Jan Tírpak (Geophysikalische Prospektionen), Norbert Benecke (archäozoologische Untersuchungen). Die naturwissenschaftlichen Untersuchungen schließen Radiokarbondatierungen, Keramikanalysen und weitere Materialuntersuchungen (z.B. Metallfunde) ein. 

Results

    
  Gefäß der frühbronzezeitlichen Ottomani-Kultur  

Durch die Ausgrabungen in Rybnik konnte die Existenz einer befestigten Siedlung der Frühbronzezeit nachgewiesen werden. Eine Überraschung war das das an dieser Stelle bereits im Spätneolithikum eine befestigte Siedlung bestand. Trotz starker Erosionsvorganänge ist in weiten Teilen mit der Erhaltung unzerstörter Siedlungsschichten zu rechnen. In den wallnahen Bereichen wurden Überreste der Innenbehauung nachgewiesen. Das Fundmaterial besteht aus einem reichen keramischen Inventar verschiedener Kulturgruppen (Madarovce-K., Hatvan-K., Ottomani-K., Nordpannnonischer K.), Stein- und Geweihgeräten.  

Cooperation

Prof. Dr. Jozef Bátora
Archäologisches Institut der Slowakischen Akademie der Wissenschaften
Akademická 2
SK-949 Nitra
batora@ba.telecom.sk


Prof. Dr. Frank Falkenstein

Lehrstuhl für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie
Julius- Maximilians-Univeristät Würzburg
Sanderring 2
D-97070 Würzburg

 

Contact

Dr. phil. Knut Rassmann

Vorgeschichte
Telefon: 069-975818-33
Telefax: 069-975818-38
Email: rassmann@rgk.dainst.de

Bibliography

Točík, A. 1964: Opevnená osada z doby bronzovej vo Veselom. Bratislava 1964
Točík, A. 1978: Nitriansky Hrádok-Zámeček II. Nitra 1978.
Točík, A. 1981:Nitriansky Hrádok-Zámeček I. Nitra 1981.
Točík, A. 1981: Malé Kosihy. Osada zo starsej doby bronzovej. Nitra 1981.
Točík, A. 1986: Opevnené sílisko zo starsej doby bronzovej vo Vrábľoch. Slov. Archeol. 34, 1986, 463-476.
 

 


 
 

updated: 03/20/08

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