Ergebnisse
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Abb.3: Prospektionsareal von 2006 |
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Abb.4: Akeramischer Steinhaufen |
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Abb.5: Akeramische Hüttengrundrisse |
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Abb.6: Schlagplatz |
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Abb.7: Quarzitminen, Pingenbau |
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Abb.8: Mahl- und Ambosssteine |
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Abb.9: Abri südlich von Coyungo |
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Abb.10: Auswahl lithischer Fabrikate |
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Abb.11: Uferrand-Siedlung südlich der Río Nazca-Einmündung |
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Abb.12: Quadratischer Grabschacht |
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Abb.13: Monumentalplattform |
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Abb.14: Austritt einer Sickergalerie (puquio) am Hang |
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Abb.15: Geoglyphen |
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Abb.16: Kolonialzeitliche Keramik mit Kolonialstraße im Hintergrund |
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In dem nur sehr kleinen Untersuchungsareal der Kampagne von 2006 wurden insgesamt 148 Fundplätze lokalisiert, deren Verteilung sich von den Uferterrassen bis in die Randbereiche der Hochflächen (Abb. 3) erstreckt.
Akeramische und lithische Fundplätze
Erstmals in dieser Region wurden in größerer Zahl lithische und akeramische Fundplätze entdeckt. Zu diesen gehören zahlreiche einzelne oder gruppenweise auftretende Steinstrukturen (Abb. 4-5). Sie finden sich meist in den höheren Hanglagen, in den Randbereichen der Hochflächen oder in kleineren, witterungsgeschützten Erosionsrinnen fernab vom Fluss. Es handelt sich dabei um kurze gekrümmte Mauern, Steinhaufen unterschiedlicher Form und um im Grundriss rund-ovale oder annähernd rechteckige Fundamentkonstruktionen aus Geröll und Bruchstein. Die Funktion dieser Reste ist unklar. Auffällig ist aber, dass in der Regel keine Keramik anzutreffen war und die Strukturen auch für Plünderungen uninteressant waren. Wiederholt ließen sich diesen Strukturen Schlagplatzbereiche unterschiedlicher Größe zuordnen (Abb. 6).
Ähnliche Strukturen traten auch im Kontext mit drei Quarzit-Minen auf: An den Rändern der Hochflächen lagen Konzentrationen kleinerer Senken (Abb. 7), in denen die kiesige Deckschicht von Menschenhand entfernt worden war. Der darunter abgebaute Rohstoff war vor Ort durch Spalten auf seine Qualität geprüft und dann zur Weiterverarbeitung zu Werkzeugen ins Tal transportiert worden.
Ebenfalls ungewöhnlich sind drei Fundplätze, die lediglich aus größeren Gruppen von Ambosssteinen und dazugehörigen facettierten Stößeln bestehen (Abb. 8). Sie liegen ausnahmslos in Erosionsrinnen außerhalb des Haupttales fernab von jeder Siedlung. Ihr Verwendungszweck bleibt unklar, wenngleich die Verarbeitung von Mineralen (Salz ?) die wahrscheinlichste Erklärung ist.
Eine der wichtigsten Entdeckungen der Geländeprospektionen stellt ein Felsüberhang im südlichen Coyungo-Tal (Abb. 9) dar. Der Boden des Abris ist auf der gesamten Länge durch eine Sanddüne verdeckt, auf der vereinzelt Reibsteine und Stößel herumliegen. An der Rückwand finden sich Reste anthropomorpher Felsgravuren, die vorläufig als Paracas-zeitlich einzustufen sind. Auf einem natürlichen, regalartigen Vorsprung sind - anscheinend sortiert und offen zugängig - größere Mengen unvollendeter Steingeräte abgelegt.
Von zahlreichen Fundplätzen konnte lithisches Material einschließlich Halbfabrikaten gesammelt werden (Abb. 10). Bevorzugte Rohstoffe waren Basalte und Quarzite; Silizes wie auch Obsidian waren grundsätzlich selten. Gesammelt wurden Kerne, gezähnte, gekerbte, schaberartig und umlaufend retuschierte Abschläge, Kernkratzer, chopper und chopping-tools, Beile und 'Hacken', Schlagsteine, bifazial retuschierte Spitzen aus Obsidian und Chalzedon sowie ein Bohrer aus fossilem Holz.
Die akeramischen, lithischen Fundplätze scheinen im Befund insgesamt unterrepräsentiert, vor allem was die unmittelbaren Uferrandbereiche betrifft. Hier haben spätere Besiedlungen ältere Schlagplätze und Werkstattbereiche überprägt. Zahlreiche lithische Artefakte (so etwa die gezähnten Stücke) weisen eine starke typologische Verwandtschaft zum nordperuanischen Paijan-Horizont auf. Die Übertragbarkeit der damit verbundenen frühen Datierungen (vor 1800 v. Chr.) auf die peruanische Südküste bleibt aber mangels stratifizierten Referenzmaterials noch ungewiss. Gleichermaßen ungeklärt ist das eventuelle Fortleben der Steinbearbeitungstechniken bis in die Keramik führenden Fundhorizonte.
Siedlungen und Gräber
Die meisten Fundplätze sind in den Uferrandbereichen (Abb. 11) und auf künstlich terrassierten Steilhängen gelegene Siedlungen, die manchmal sekundär als Friedhöfe genutzt wurden (Fig. 12). Steinerne Wohnarchitektur konnte wegen der Plünderungen selten festgestellt werden und war dann meist der Späten Zwischenzeit zuzuordnen. Es sind dies vereinzelt Gebäude, in deren Nähe hohe Konzentrationen von Schlacke die Existenz von Werkstattbereichen andeuten. Immer wieder finden sich auch Reste von kleinteiliger Pfosten- und Rohrgeflechtarchitektur, sei es in Form von Grundrissen, sei es als verstreutes Oberflächenmaterial. Daneben wurden für Wohn- und Grabarchitektur auch Bruch- und Geröllsteine sowie ungebrannte Lehmziegeln konischer, quaderförmiger und plankonvexer Form verwendet.
Lediglich die Siedlung BRiG 2105 weist Ansätze einer räumlichen Planung auf. Angelegt auf einem Sporn, befindet sich im Osten ein Mauerriegel, der das Gelände von einem dahinter liegenden Berghang trennt und somit eine fortifikatorische Funktion hatte. Innerhalb der Siedlungsfläche zeigen sich deutliche Spuren von Terrassierungen sowie eine pyramidale, möglicherweise dreifach gestufte Monumentalplattform aus Flussgeröllen (Abb. 13).
Nach Ausweis der Oberflächenkeramik datierten die meisten Siedlungen im Uferrandbereich in die Paracas- (800-200 v. Chr.) und Nasca-Zeit (200 v. Chr.-600 n. Chr.).
Wasserversorgung
Zwei verschiedene Arten von unterirdischen Sickergalerien (puquios) konnten festgestellt werden, nämlich jene, die ihr Wasser aus dem Uferfiltrat und dem Bett des Río Grande beziehen, zum anderen solche, die im mittleren Hangbereich wasserführende Schichten im Sedimentgestein anzapfen (Abb. 14). Woher das Grundwasser des letztgenannten Puquio-Typs in dieser niederschlagsarmen Region stammt, müssen zukünftige hydrogeologische Untersuchungen klären. Es ist zumindest nicht auszuschließen, dass einzelne Puquio-Konstruktionen chronologisch bis in die späte Paracas-Zeit zurückreichen.
Geoglyphen
Innerhalb des Untersuchungsgebietes wurden zahlreiche Geoglyphen auf verschiedenen Uferterrassen (Abb. 15), auf mittleren Hanglagen und Spornen unterhalb der Hochflächen sowie in parallel zum Fluss verlaufenden Hochtälern lokalisiert. Es handelt sich ausschließlich um Bodenzeichnungen geometrischer Form (Trapeze, Rechtecke und Linien). Figürliche Darstellungen konnten bisher nicht beobachtet werden. Die Befundsituation am Unterlauf des Río Grande unterscheidet sich deutlich von jener im Raum Palpa, denn hier ist die Geländeoberfläche nicht von dunkel patinierten Steinen und Geröll überzogen, sondern eher von einem hellen kleinkörnigen Schotter, der anthropogene Interventionen an der Oberfläche nur schwer erkennen lässt.
Kolonialstraßen
Bemerkenswert war vielerorts die Entdeckung kolonialzeitlicher Keramik. In der Regel sind es Streufunde von einzelnen großen, scheibengedrehten Vorratsgefäßen, die vorsätzlich zerschlagen und als Geländemarkierung genutzt worden waren (Fig. 16). Die Fundlage der auffällig ziegelroten Keramikfragmente folgt einem linearen Muster, häufig in Sichtweite zur nächsten Fundlage. Aus ihrem Verteilungsmuster lässt sich der Verlauf von mindestens zwei markierten kolonialzeitlichen Straßen ablesen, die den Unterlauf des Río Grande einmal mit dem Raum Palpa, zum anderen mit der Umgebung von Nasca verbanden. Die Verteilung nahe gelegener vorspanischer Fundplätze macht es allerdings sehr wahrscheinlich, dass die kolonialzeitlichen Straßen dem Verlauf älterer Verkehrswege folgen.
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