Start   DAI   Forschung   Recherche   Kontakt   Infos   Aktuell   Jahresbericht 
 RSS   English   

Marokko: Marokkanisches Küsten-Neolithikum   (français)

Wer waren die ersten Siedler im Norden Marokkos. Eine Kooperation mit dem Institut National des Sciences de l'Archéologie et du Patrimoine (Rabat).

Im Küstenbereich NO-Marokkos werden in Kooperation mit dem Institut National des Sciences de l'Archéologie et du Patrimoine (Rabat) neu entdeckte Fundplätze des Altneolithikums erforscht, um den Prozeß der Neolithisierung Nordwestafrikas zu ergründen.

Lage

    
  Mittelmeerküste im Rif, im Hintergrund die Straßentrasse  

Der Naturraum: Die Mittelmeer-Fassade des gesamten Rifgebirges ist bis auf wenige Taleinschnitte eine Steilküste, schwer zugänglich und kaum besiedelt. Vor allem östlich von Al Hoçeima handelt es sich um ein stark gegliedertes Kalkmassiv, in dem stellenweise viele Höhlen und Abris ausgebildet sind. Die größeren Täler führen zum Teil reichlich Wasser. Aufgrund des höheren Niederschlags und der geringen Besiedlung ist hier mehr von der ursprünglichen Garrigue-Vegetation erhalten als auf der landseitigen Abdachung der Berge. Zum Oued Kert hin wird die Küste zunehmend flacher, stellenweise haben sich hier Dünenfelder gebildet. Nach Osten hin ist der Raum begrenzt durch die Halbinsel von Mellilia.

Abteilungen:
Kommission für Archäologie Außereuropäischer Kulturen (KAAK) Bonn

Weitere Informationen zur Abteilung/Kommission, die das Projekt betreut

Google Maps

 

Karte

 

druckerfreundliche Version
 

Ziele

Bei ersten Prospektionen auf der Trasse der Rocade konnte eine Konzentration von Fundstellen des Neolithikums festgestellt werden. Im Rahmen des Projekts "Préhistoire et Protohistoire du Rif Oriental Marocain" (vgl. oben) wurden im Hinterland der Küste neolithische Fundorte ausgegraben, die eine fast ausschließlich wildbeuterische Lebensweise belegen. Die Untersuchung der Küstenfundplätze soll Fragen nach der primären Neolithisierung des Maghreb nachgehen. 

Forschungsgeschichte

Der zur Disposition zur Verfügung stehende Raum ist unerforscht, soweit es die vorgeschichtlichen Kulturen betrifft. Es haben lediglich zur phönikischen Besiedlung und zur frühislamischen Zeit einige Feldforschungen stattgefunden. 

Ergebnisse

    
  Höhle Ifri Armas, im Straßenprofil der Rocade  
    
  Ifri Ouzabor, neolithischer und epipaläolithischer Fundplatz  
    
  Mittelneolithische Keramik aus Ifri Armas  
    
  Sondagegrabung in Ifri Odaden 2006  
    
  Trasse der Rocade mit angeschnittenen pleistozänen Höhlenfüllungen  

Das Projekt "Marokkanisches Küsten-Neolithikum" befindet sich im Anfangsstadium. Die ersten Fundplätze wurden 2005 entdeckt, während der Kampagne 2006 konnten in Zusammenarbeit mit dem VW-Projekt "Environment and Archaeology in Northeast Morocco" (siehe unter Kooperationen, www.geoarch.uni-koeln.de) drei Abris sondiert werden. Eine erste Datierungsserie brachte überraschende Ergebnisse. In allen Fundstellen liegen Mittel- und Altneolithikum vor. Die bisherigen Daten für altneolithische Funde aus dem Projekt "Rif Oriental" reichen bis zu 5600 v.Chr. zurück, die neuen Daten der Küstenstationen sind aber wahrscheinlich noch älter. Eine der Fundstellen, Ifri Ouzabor, weist unter dem Altneolithikum eine epipaläolithische Schicht auf. Sie konnte bisher nur in ihrem Oberteil erfaßt werden, die Daten liegen hier in der Mitte des 7. Jahrtausends und ist somit ein Jahrtausend jünger als das bisherige Enddatum des Ibéromaurusien im Hinterland der Küste (Ifri el-Baroud). Möglicherweise zeichnet sich hier die lange gesuchte Kontinuität des Epipaläolithikums zum Altneolithikum ab.

Für das Frühjahr 2007 sind Grabungen in drei Abris sowie in einer mittel- bis jungneolithischen Freilandsiedlung geplant. Ferner soll mit dem Fortschreiten der Trasse nach Westen hin der Raum um Al Hoçeima prospektiert werden, um die Distanz zur bekannten neolithischen Fundprovinz um die Meerenge von Gibraltar zu verringern.  

Kooperationen

Institut National des Sciences de l'Archéologie et du Patrimoine, Rabat (A. Mikdad).

Projekt der VW-Stiftung und der Universität Köln "Environment and Archaeology in Northeast Morocco - Geoarchaeological research in the Lower Moulouya Valley" , www.geoarch.uni.koeln.de (J. Linstädter, C. Zielhofer)  

Ansprechpartner

Dr. phil. Josef Eiwanger

Afrika
Telefon: +49-(0)1888-7712-13
Telefax: +49-(0)1888-7712- 49
Email: eiwanger@kaak.dainst.de

externe Ansprechpartner

Abdeslam Mikdad

Institut National des Sciences de l'Archéologie et du Patrimoine
1, rue Ghandi, MA - Rabat, Maroc
Tel. ++212 - 37 750961
Fax ++212 - 37 209400
mikdad5@hotmail.com


 
 

Aktualisiert: 04.08.2008

Copyright 2002-2008 Deutsches Archäologisches Institut | Impressum & Disclaimer  Sitemap