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Elfenbein auf der Iberischen Halbinsel (DFG-Projekt)
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Die Kontakte zwischen der Iberischen Halbinsel und dem Maghreb während des Chalkolithikums und der Frühen Bronzezeit. Studien zum Austausch von Elfenbein.
Import von Elfenbein auf die Iberische Halbinsel im Chalkolithikum und der Frühen Bronzezeit.
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Objectives
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Karte zum Elfenbeinaustausch
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Erstes Ziel des Projekts ist die Erstellung und Publikation eines möglichst vollständigen Kataloges aller Elfenbeinobjekte der Iberischen Halbinsel, die sich vom Beginn des Chalkolithikums (ca. 3000 v. Chr.) bis zum Ende der Frühbronzezeit (ca. 1650 v. Chr.) datieren lassen.
Genauso sollen im westlichen Maghreb (Marokko und Algerien) die entsprechenden Elfenbeinobjekte sowie mögliche Importmaterialien dieser Zeit wie Glockenbecher, Palmela-Spitzen, Stabdolche, Griffzungendolche, Metallflachbeile und Armschutzplatten erfasst und ausgewertet werden. Mithilfe von naturwissenschaftlichen Analysen wird versucht werden, die genauen Rohmateriallieferanten des Elfenbeins und die geographische Herkunft desselben zu identifizieren.
Die Kombination von archäologischen und naturwissenschaftlichen Methoden soll zur Erstellung einer Hypothese des Imports von Elfenbein auf die Iberische Halbinsel während des Chalkolithikums und der Frühen Bronzezeit führen. Die geographische Herkunft des Rohmaterials, die Versorgungsrouten, die im Gegenzug ausgetauschten Materialien, der Modus des Austauschs und die Ursachen und Konsequenzen dieses Austauschs für die prähistorischen Gesellschaften der Iberischen Halbinsel und des Maghrebs werden dargestellt.
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History of Research
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Elfenbeinidol Torre del Campo
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Die geographische Nähe zwischen Iberischer Halbinsel und Maghreb, getrennt durch die an der engsten Stelle nur 14km breiten Meerenge von Gibraltar, eine teilweise gemeinsame Historie und nicht zuletzt die Anwesenheit der spanischen Städte Ceuta und Melilla auf nordafrikanischem Boden, haben bewirkt, dass die Frage ihrer gegenseitigen Beziehungen immer wieder Gegenstand auch der altertumswissenschaftlichen Forschung war.
Was die Frage der Beziehungen zwischen dem Maghreb und der Iberischen Halbinsel während des Chalkolithikums und der Frühen Bronzezeit anbelangt, wurden diese meist an den auf der Iberischen Halbinsel anzutreffenden Objekten aus Elfenbein und Strausseneierschalen festgemacht. So kommt Elfenbein als exotischer Werkstoff auf der Iberischen Halbinsel zum ersten Mal im beginnenden Chalkolithikum auf.
R. Harrison und A. Gilman (1977) schließlich sahen einen Zusammenhang zwischen den Elfenbeinfunden der Iberischen Halbinsel und dem Vorhandensein von Glockenbechern und Metallobjekten iberischer Herkunft im Maghreb. Sie dachten daran, die iberischen Eliten der Glockenbecher- und Bronzezeit hätten Elfenbein als Prestigeobjekte aus dem Maghreb im Austausch gegen heimische Produkte (Palmela-Spitzen, Stabdolche, Glockenbecher, Griffzungendolche, Armschutzplatten und Flachbeile) erhalten.
Genauso sollten die Felsbilder des Hohen Atlas zum Teil Waffen iberischer bronzezeitlicher Tradition repräsentieren und würden damit das Andauern dieser Art von Kontakten zwischen dem Maghreb und der frühbronzezeitlichen El Argar- Kultur anzeigen (Souville 1988).
Im Allgemeinen wurde dieser hypothetische erschlossene Handel von Elfenbein gegen Glockenbechermaterialien weitgehend akzeptiert. Tatsächlich fehlen uns aber, was die Iberische Halbinsel angeht, naturwissenschaftliche Analysen für eine genaue Herkunftsbestimmung des Elfenbeins. So kommen theoretisch neben den verschiedenen Elefantenarten auch Mammut, Walross, Flusspferd und Narwal als Rohmateriallieferanten in Frage.
Gleichzeitig stellt die Arbeit von Harrison und Gilman (1977), abgesehen von wenigen regionalen Aufnahmen, die letzte, wenn auch summarische, Zusammenstellung der auf der Iberischen Halbinsel aufgefundenen Elfenbeinobjekte dar.
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Previous Activities
Bisher konnten in den Museen von Madrid, Sevilla, Alicante, Valencia, Castellón, Ciudad Real und Albacete insgesamt 630 aus der fraglichen Zeit stammende und aus Elfenbein hergestellte Objekte in Augenschein genommen, beschrieben, gezeichnet und fotografiert werden. Damit sind etwa zwei Drittel der bisher registrierten nahezu 1000 Objekte bereits aufgenommen worden.
Herr Dr. A. Banerjee, Institut für Geowissenschaften der Universität Mainz, führte an den im Archäologischen Nationalmuseum in Madrid sowie den Archäologischen Provinzialmuseen von Sevilla und Alicante lagernden Elfenbeinobjekten mikro- und makroskopische Analysen durch.
Gleichzeitig wurden zusammen mit den Verantwortlichen der genannten drei Museen 40 Objekte ausgewählt, die zur spektroskopischen Analyse in die Universität Mainz gebracht werden sollen.
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Methods
Im Rahmen der von Herrn Dr. A. Banerjee und seinen Kollegen des International Centre of Ivory Studies (INCENTIVS) durchzuführenden naturwissenschaftlichen Analysen der Elfenbeinobjekte werden -abgesehen von makro- und mikroskopischen Methoden und einer Auswertung der Schreger-Linien- auch verschiedene zerstörungsfrei arbeitende spektroskopische Methoden, wie Mikro-Raman-, Fourier-Transform-Infrared (FTIR) und UV-Fluoreszenz eine Anwendung finden. Dies soll eine Identifikation des Rohmateriallieferanten, d.h. vor allem der entsprechenden Elefantenart, als auch der geographischen Herkunft des Rohmaterials erlauben.
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Results
Es zeigt sich bereits jetzt, dass die Zahl der Elfenbeinobjekte der Iberischen Halbinsel sehr viel größer ist, als bisher vermutet wurde. So konnten zahlreiche Gegenstände erstmals als aus Elfenbein bestehend bestimmt bzw. unpublizierte Inventare aufgenommen werden. Im Moment haben wir ca. 1000 Elfenbeinobjekte aus 115 Fundorten der Iberischen Halbinsel registriert.
Elfenbeinobjekte beginnen auf der Iberischen Halbinsel scheinbar plötzlich mit Beginn des Chalkolithikums um 3000 v. Chr. Von diesem Zeitpunkt an beobachten wir ein stetiges Ansteigen der Zahl der Objekte und der Fundkontexte bis zum Ende der Frühen Bronzezeit (1650 v. Chr.).
Die im Archäologischen Nationalmuseum von Madrid (MAN), dem Museo Arqueológico Sevilla und dem Museo Arqueológico Alicante (MARQ) von A. Banerjee durchgeführten makro- und mikroskopischen Analysen konnten bisher nur Elefantenelfenbein jedoch keine andere Elfenbeinarten nachweisen. Elfenbein von den Hauern des Flusspferdes lässt sich jedoch nicht völlig ausschließen.
Gleichzeitig ist klar, dass überwiegend das Rohmaterial importiert und im Land weiterverarbeitet wurde. So konnten in mehreren Siedlungen Scheiben von Rohmaterial sowie Halbfertigprodukte identifiziert werden.
Aus den Grabfunden geht auch klar die prestigemarkierende Funktion von Elfenbein als exotischem Werkstoff hervor. So tritt Elfenbein in erster Linie in Kombination mit monumentaler Grabarchitektur und/ oder anderen Prestigeobjekten wie Kupfer- und Bronzewaffen, Gold- und Silbergegenständen oder besonders verzierter Keramik auf.
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Cooperation
Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit Dr. Arun Banerjee und seinen Kollegen vom International Centre of Ivory Studies (INCENTIVS) des Instituts für Geowissenschaften der Johannes Gutenberg Universität Mainz durchgeführt. Des Weiteren besteht eine Kooperation mit Dr. Juan Antonio López Padilla vom Museo Arqueológico Alicante (MARQ).
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Contact
PD Dr. Thomas Xaver Schuhmacher
Vor- und Frühgeschichte
Telefon: + 34 - 91 - 561 09 04-14
Telefax: +34 - 91 - 564 00 54
Email: schuhmacher@madrid.dainst.org
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Further Contact Partners
Dr. Arun Banerjee
INCENTIVS
Institut für Geowissenschaften
Johannes Gutenberg Universität
Becherweg 21
D-55099 Mainz
Telefon: + 49-(0)6131- 392.4367
Email: banerje@uni-mainz.de
Webseite: http://www.incentivs.uni-mainz.de
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Sponsors
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Bonn im Rahmen einer Sachbeihilfe/ Eigene Stelle.
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Bibliography
R.J. Harrison- A. Gilman, Trade in the second and third millennia B.C. between the Maghreb and Iberia, en: Ancient Europe and the Mediterranean, Studies in honour of Hugh Hencken, Hrsg. V.Markotic (Warminster 1977) 90- 104.
G. Souville, Les hommes du chalcolithique et du bronze ont traversé le détroit de Gibraltar, in: Actas del Congreso Internacional "El Estrecho de Gibraltar", Ceuta 1987 (Madrid 1988), Bd. I, 285-292.
Y. Bokbot, La civilización del vaso Campaniforme en Marruecos y la cuestión del sustrato Calcolítico precampaniforme, in: M. A. Rojo-Guerra, R. Garrido-Pena- I. García-Martínez de Lagrán (Hrsg.), El campaniforme en la Península Ibérica y su contexto europeo (Valladolid 2005) 137-173.
Th. X. Schuhmacher, Frühbronzezeitliche Kontakte im westlichen und zentralen Mittelmeerraum und die Rolle der Iberischen Halbinsel, Madrider Mitteilungen 45, 2004, 147-180.
Th. X. Schuhmacher, Chalcolithic and Early Bronze Age Ivory Objects of the Iberian Peninsula, Symposium in the Ivory Tower, Third annual INCENTIVS Meeting, Universität Mainz 2006 (im Druck).
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