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Ar-Rumaniya / Córdoba

Die Islamische Villa Ar-Rumaniya / Córdoba

Dokumentation einer islamischen Hangvilla im Umfeld der Stadt Córdoba (ES).

Location

    
  Lage der Villa Ar-Rumaniya  

Rund 10 km westlich von Córdoba und 2 km westlich von Madinat az-Zahra, am Hang der Sierra Morena. Der Fundort liegt in der Provinz Córdoba, die zu Autonomie Andalusien gehört.

Departments:
Madrid Department

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History

Die Villa wird mit ar-Rumaniya identifiziert, einem Gutshof, den sich der Eunuch Durri "der Kleine", ein Minister des Kalifen Hakam II., im Jahr 973 errichten ließ. Laut einer Hofchronik war die Villa so prächtig, dass Durri sie dem Kalifen schenken musste, der sie seinem Minister dann jedoch auf Lebzeiten überließ. Wie die meisten Villen im Umfeld von Córdoba wurde ar-Rumaniya wahrscheinlich zu Beginn des Bürgerkrieges im Jahr 1010 geplündert und aufgegeben. Vereinzelte Reste weisen auf eine Nachnutzung im Spätmittelalter hin. Im Jahr 1926 ließ sich der Graf von Artaza über den mittelalterlichen Resten eine Sommerresidenz errichten. Heute wird der Gutshof für die Zucht von Stieren für den Stierkampf genutzt.  

Objectives

In der römischen Kaiserzeit war Córdoba Hauptstadt der Provinz Baetica. Im Frühmittelalter residierte hier ein islamische Fürst, ab 929 ein Kalif. In beiden Epochen war die Stadt umgeben von zahlreichen privaten und herrschaftlichen Villen. Die Kontinuität der Landvilla als Bauform im Umfeld der Stadt Córdoba erlaubt einerseits den Wurzeln der islamischen Architektur nachzugehen, andererseits römische und islamische Raumkonzepte direkt zu vergleichen und Unterschiede im jeweiligen Raumverständnis aufzuzeigen. Vorraussetzung einer solchen Untersuchung ist eine umfassende Kenntnis von Beispielen beider Bautraditionen. Während über römische Villen relativ viel bekannt ist, sind islamische Villen bislang noch kaum erforscht worden. Ziel des Projektes in ar-Rumaniya ist es, diese Lücke zu füllen und damit die Grundlage für vergleichende Untersuchungen zu schaffen.  

History of Research

    
  Verzierts Mamorbecken  

Die Villa wurde 1910 von dem spanischen Architekten und Bauforscher Ricardo Velázquez Bosco ausgegraben und summarisch veröffentlicht. Restaurierungs- und Baumaßnahmen im Jahr 1926 führten zur Zerstörung von Teilen der Villa, aber auch zur Entdeckung von Bauplastik. Im Jahr 1994 führte der Historiker Miquel Barceló von der Universidad Autónoma de Barcelona eine Untersuchung zum Bewässerungssystem der Villa durch.  

Current Work

    
  Rand des Stauwasserbeckens  

Im Jahr 2006 wurde mit der Dokumentation der heute sichtbaren Mauerreste begonnen. In den kommenden Jahren soll die Bauaufnahme abgeschlossen werden. Hierfür wird die Reinigung des Areals vom derzeitigen Bewuchs erforderlich sein. Im Anschluss sind punktuelle Grabungen vorgesehen, die einzelne Fragen zur Baugeschichte, Konstruktion und Gestaltung der Villa klären sollen. Sofern möglich sollen dabei auch archäobotanische Untersuchungen durchgeführt werden.  

Results

    
  Rekonstruktion der Villa  

Auf einer Grundfläche von 6 ha umfasste die Villa vier Terrassen. Die Wohn- und Repräsentativbauten lagen auf der obersten Terrasse, die unteren wurden durch Gärten eingenommen. Ein 30 x 50 m großes und 5 m tiefes Wasserbecken auf der obersten Terrasse diente einerseits der Bewässerung, andererseits repräsentativen Zwecken. Zu den ersten Ergebnissen der Bauaufnahme zählt die Entdeckung eines Saales, der zwischen diesem Wasserbecken und der davor liegenden Terrassenmauer lag und einen Blick auf das Flusstal erlaubte. Direkt unterhalb der Achse des Saales lag der Ausfluss des Wasserbeckens.  

Cooperation

Die Arbeiten finden in Zusammenarbeit mit Alberto Canto García (Universidad Autónoma de Madrid), Antonio Vallejo Triano (Conjunto Arqueológico de Madinat az-Zahra) und Rafael Obrero (Colegio de Arquitectos de Córdoba) statt.  

Contact

Dr.-Ing. Felix Arnold

Bauforschung
Telefon: + 34 - 91 - 561 09 04-24
Telefax: +34 - 91 - 564 00 54
Email: redaktion@madrid.dainst.org
Further Email Addresses: arnold@madrid.dainst.org


 
 

updated: 08/04/08

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