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Am 25. Januar 2007 verstarb Prof. Dr. Werner Krämer

 

Prof. Dr. Werner Krämer, geb. am 8. März 1917 in Wiesbaden, von 1972 bis 1980 Präsident des Deutschen Archäologischen Instituts, verstarb am 25. Januar 2007 im Alter von 89 Jahren.

W. Krämer hat sich als einer der besten Kenner der keltischen Kultur vorrömischer Zeit in Mitteleuropa internationales Ansehen erworben. Er studierte von 1935 bis 1939 an den Universitäten München, Kiel und Marburg Vor- und Frühgeschichte, Volkskunde und Mittlere Geschichte und wurde in München mit einer Arbeit über "Die Grabfunde der Latènestufen B und C aus Südbayern" promoviert. Mit München und Bayern war er durch eine fast zehnjährige Tätigkeit (1947-1956) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege besonders verbunden. Trotz schwerer Verletzungen, die er in der letzten Phase des Krieges erlitten hatte, widmete er sich den Aufgaben der Bodendenkmalpflege mit kreativer Energie. 1955 nahm Krämer die Untersuchung des großen keltischen Oppidums Manching bei Ingolstadt in Angriff, eine Grabung, die zu einem zentralen Vorhaben der mitteleuropäischen Keltenforschung und seines wissenschaftlichen Lebens wurde.

Der schon weithin renommierte Wissenschaftler und hervorragende Ausgräber wurde 1956 zum Ersten Direktor der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts gewählt, die er bis 1972 leitete. Bereits in dieser Zeit knüpfte und verstärkte er die Kontakte der RGK auf wissenschaftlichem Gebiet zu den Ländern der Balkanhalbinsel, England, Frankreich sowie Spanien. Die Zentraldirektion des Deutschen Archäologischen Instituts wählte ihn 1972 als Nachfolger von Kurt Bittel zum Präsidenten. Eines der großen Anliegen seiner Tätigkeit war die Ausweitung der Forschungen über den engeren europäischen Rahmen hinaus. Das führte im Verlauf seiner Amtszeit zur Gründung der Kommission für Allgemeine und Vergleichende Archäologie (KAVA) in Bonn und der Einrichtung einer Außenstelle des Instituts in Sanaa. Ein glanzvoller Höhepunkt seiner Präsidentschaft war 1979 die 150-Jahrfeier des Instituts in Berlin, auf der sich Archäologen aus der ganzen Welt trafen. Der damalige Bundespräsident, Walter Scheel, gab auf dem Jubiläumsfestakt die Gründung der KAVA offiziell bekannt. Nach seinem Abschied aus dem Amt zog sich Werner Krämer in seine Geburtsstadt Wiesbaden zurück, blieb aber dem Institut und besonders der RGK weiterhin eng verbunden.

Wegen seiner richtungweisenden Beiträge zur Keltenforschung und seiner überragenden Verdienste um die archäologische Wissenschaft sind ihm in Deutschland und im Ausland viel bedeutende Ehrungen zuteil geworden. Er war Mitglied zahlreicher Akademien und gelehrter Körperschaften und Inhaber höchster Auszeichnungen.

Für sein Wirken zum Wohle des Instituts gilt ihm für immer unser tiefer Dank.

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updated: 01/29/07

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