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Events Organized by the German Archaeological Institute

Basalt soweit das Auge reicht - der Hauran und seine Bauten

Hauran-Kurs 2007

Im Oktober 2007 führte das DAI auf Initiative des Generalsekretärs Ortwin Dally zum ersten mal einen fachwissenschaftlichen Kurs in Syrien, speziell im Hauran, durch. Unter dem Leitthema "Formation und Organisation städtischer und dörflicher Gemeinwesen im Hauran von der Antike bis in die islamische Zeit" wurden im Rahmen einer neuntägigen Exkursion 19 archäologische Stätten im Hauran aufgesucht. Darunter waren neben den städtischen Zentren Shahba/Philippopolis, Kanatha/Qanawat und Bostra/Bosra und den bedeutenden Tempelanlagen von Slim, Si'a, Mushenef und Sanamein auch dörfliche Ansiedelungen mit ihren Wohn- und Grabbauten. Fachlich begleiteten den Kurs: Karin Bartl (Außenstelle Damaskus der Orient Abteilung des DAI, Frühgeschichte), Stefan Freyberger (Abteilung Rom, Architektur und klassische Archäologie), Rudolf Haensch (Kommission für Alte Geschichte und Epigraphik des DAI, Alte Geschichte), Ulrike Wulf-Rheidt (Architekturreferat der Zentrale des DAI, Bauforschung) und Stephan Westphalen (Universität Göttingen, Christliche Archäologie und byzantinische Kunstgeschichte).

Nach einer kurzen Einführung, in der neben den ökologischen und ökonomischen Besonderheiten dieser Vulkanlandschaft auch die vorrömische Besiedlung der Region vorgestellt wurde, gingen die 15 NachwuchswissenschaftlerInnen aus den Bereichen Klassische Archäologie, Alte Geschichte, Bauforschung, Islamwissenschaften und Kunstgeschichte in Referaten, intensiven Diskussionen, vor allem aber durch ein gründliches Studium der Monumente vor Ort der Frage nach, wie der durch verschiedene landschaftliche Einheiten geprägte Kulturraum Hauran vor dem Hintergrund unterschiedlicher gesellschaftlicher und historischer Rahmenbedingungen von der Antike bis in islamische Zeit gestaltet worden ist. Ein besonderes Augenmerk galt dem Erscheinungsbild der Siedlungen als Teil der römischen Provinzen Syria bzw. Arabia und ihrer weiteren Entwicklung im Rahmen des Christianisierungs- und des Islamisierungsprozesses der Region, ihrer verkehrstechnischen Vernetzung sowie ihren wirtschaftlichen Grundlagen.

Um die Mitte des 1. Jhs. v. Chr. begann sich das "Bild" der Städte und Dörfer grundlegend zu wandeln. Sind für die hellenistische und frühere Zeit einfache Bauten aus Basaltblöcken zu konstatieren, so fanden in der zweiten Hälfte des 1. Jhs. v. Chr. importierte Bau- und Dekorformen Eingang, die als verbindliche Leitbilder adaptiert und der lokalen Lebensweise angepasst wurden.

Intensiv erörtert wurde auch das religiöse Leben. Bei den Sakralbauten ist derselbe Vorgang wie bei den Profanbauten feststellbar, wobei die Bauformen den lokalen Kultgepflogenheiten Genüge leisten mussten, während die von der kultischen Funktion unabhängigen Dekorformen frei ausgewählt werden konnten. Auf diese Weise entstanden individuelle Bau- und Bildwerke, die einen eigenen kulturellen Anspruch propagierten. In der Kaiserzeit setzten sich die lokalen Kulte zwar ungebrochen fort, aber auch der Kaiserkult wurde von vielen lokalen Gemeinwesen praktiziert. bei dem ein Verschmelzen lokaler Kulte mit hellenistischen und römischen Gedanken- und Formengut zu beobachten ist. In einem zunächst langsamen, dann immer schneller werdenden Prozess prägte dann das Christentum diese Region. Großartige Kirchenbauten, wie die sog. Kathedrale in Bostra oder die Kirche des heiligen Georgios und die Kirche des Propheten Elias in Zorava (Ezraa), bildeten neue religiöse Zentren, die nach der arabischen Eroberung ihrerseits wieder von den Moscheeneubauten wie z.B. in Damaskus abgelöst wurden.

In der Abschlussdiskussion der an Eindrücken dichten Exkursion waren sich alle Beteiligten einig, dass sie von der interdisziplinären Gruppe wissenschaftlich profitiert haben und die weitere Erforschung dieses an Denkmälern so reichen Kulturraums überaus lohnt. Das geglückte Experiment soll durch weitere fachwissenschaftliche Kurse in Syrien in Zukunft fortgesetzt werden.

 
Die Teilnehmer des Haurankurses
 
Karte der besuchten Orte im Hauran

Place : Hauran/Syrien
begins : 12.10.2007
finish date : 21.10.2007

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Tel.: +963/11/374 9812-0 +963/11/3749813-0
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updated: 04/24/08

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