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Die Mauern von Tayma
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Baugeschichtliche Untersuchung der Maueranlage von Tayma, Saudi-Arabien
Die Untersuchung der Maueranlage von Tayma ist ein bauforscherisches Projekt das in Kooperation der BTU Cottbus mit dem Architekturreferat und mit der Orient-Abteilung des DAI im Rahmen des DFG-Projekts Tayma durchgeführt und von der Fritz-Thyssen-Stiftung gefördert wird.
Location
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Blick auf den westlichen Arm der Maueranlage Richtung Nordwesten
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Die Oasenstadt Tayma liegt im Nordwesten der Arabischen Halbinsel am Schnittpunkt zweier alter Handelsstraßen. Hier schnitt der von Medina im Südwesten nach Mesopotamien führende Karawanenweg den östlichen Zweig der Weihrauchstraße, die Südarabien mit der Levante verband.
Die Maueranlage umfasst nicht nur den zentralen Siedlungskern Taymas im Süden, sondern mit einer Gesamtlänge von gut 15km auch die Ackerflächen und mehr noch einen Teil des nördlich anschließenden Binnengewässers (Sebkha). Über weitere Mauerzüge sind zusätzliche Areale südlich des äußeren Mauerrings und im Nordwesten der Oase angeschlossen.
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History
Der Ort Tayma hat in der Vergangenheit vor allem dadurch Beachtung gefunden, dass der babylonische König Nabonid (555-539) in den letzten Jahren seiner Regierung seine Residenz von Babylon hierhin verlegte. Zeitgenössische Quellen berichten von einem Ausbau des Platzes zur Residenz. Unter dieser Prämisse wurde insbesondere die Anlage der Mauerzüge als Bauleistung Nabonids angesehen. Archäologische Entdeckungen der jüngsten Zeit (DFG-Projekt Tayma ) belegen aber eine Besiedlung der Oase seit der Späten Bronzezeit und der Ort war spätestens zum Ende des zweiten vorchristlichen Jahrtausends von einer Maueranlage geschützt. Die Untersuchung der Maueranlage in Tayma seit Frühjahr 2005 und einzelne Sondagen, die vom DFG-Projekt Tayma der Ori-ent-Abteilung durchgeführt wurden, haben bereits deutlich gezeigt, dass die gesamte Anlage in unterschiedlichen Phasen entstanden sein muss, die einen größeren Zeitraum spätestens ab dem Ende des zweiten vorchristlichen Jahrtausends umfassen.
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Objectives
Kernziele der baugeschichtlichen Untersuchung bestehen in der Klärung der Organisation des Mauersystems (Tore, Durchbrüche, Türme bzw. Anbauten), in der Darstellung der Verhältnisse der verschiedenen Mauerabschnitte zueinander sowie in der Klärung und Beschreibung des konstruktiven Aufbaus und der Besonderheiten (Differenzierung der Mauerwerksstruktur, insbesondere Untersuchung der in Tayma auffälligen Segmentierung der Mauern).
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History of Research
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Maueranlage nach Bawden/Edens/Miller
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Einen Überblick über die Forschungsgeschichte zu Tayma bietet das DFG-Projekt Tayma an der Orient-Abteilung. Nahezu alle Wissenschaftler, die sich ab dem 20. Jh. mit Tayma beschäftigten, haben sich auch zur den Mauern des Ortes geäußert: Jaussen und Savignac 1911, Philby 1951, Parr/Harding/Dayton 1968 sowie Winnett und Reed 1970. Einen ersten Ansatz zur systematischen Untersuchung des Orts unternahmen dann amerikanische Archäologen im Auftrag der saudi-arabischen Antikendirektion unter Leitung von Bawden, Edens und Miller, die mit punktuellen Grabungen im zentralen Siedlungsbereich begannen und auch eine neue Kartenskizze der Maueranlage veröffentlichten. Parallel dazu erarbeitete der saudi-arabische Archäologe Abu Duruk eine Übersicht über den bisherigen Wissensstand zu Tayma, den er durch eigene Grabungen u.a. am westlichen Abschnitt der Maueranlage voranbrachte. In Anbetracht des Ausmaßes der Maueranlage war an eine systematische Untersuchung im Rahmen der durchgeführten Forschungsaktivitäten jedoch nicht möglich. Eine vergleichende Betrachtung mit den Maueranlagen von Qurayyah und Khuraybah, beides archäolgische Stätten in Nordwest-Saudiarabien, ist seit Parr, der 1969 erste Kartenskizzen der beiden anderen Oasenstädte vorlegte und 1987 die Problematik des archäologischen Kenntnisstands für das nordwestliche Arabien zusammenfassend darlegte (Parr 1989), nicht vorangekommen.
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Previous Activities
Im Rahmen der Forschungstätigkeit des bei der der Orient-Abteilung angesiedelten DFG-Projekts zur Erforschung der antiken Stätte Tayma wurde im Frühjahr 2005 eine erste systematische Begehung der Maueranlage unternommen und der zentrale Bereich detailliert aufgemessen. Die weitere Bearbeitung der Mauern erfolgt dann seit Frühjahr 2006 in Kooperation des Lehrstuhls für Baugeschichte der BTU Cottbus und dem DAI (Architekturreferat und Orient-Abteilung (DFG-Projekt Tayma).
In zwei Kampagnen im Frühjahr und im Herbst 2006 konnte die Vermessung des Mauerverlaufs sowie relevanter bautechnischer Beobachtungen in großen Teilen weiter vervollständigt werden. Sondagen wurden am inneren und am äußeren Ring im zentralen Teil der Maueranlage angelegt. In der Herbstkampagne 2006 stand insbesondere die Untersuchung der in Lehmziegeln errichteten Mauerabschnitte im Zentrum der archäologischen Tätigkeit.
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Current Work
Für das Jahr 2007 ist eine Frühjahrskampage geplant, in der das Aufmaß von Maueranlage und baulichen Beobachtungen weiter vervollständigt werden soll. Die Frage der Verwendung von Lehmziegeln im Zusammenhang mit der Maueranlage wird weiter verfolgt werden. Ein Schwerpunkt der Kampagne wird auf die Untersuchung mauerbegleitender Anbauten gesetzt.
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Methods
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Einmessen des östlichen Arms der Maueranlage im Herbst 2006 |
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Im Zuge eines Mess-Surveys werden die Mauerabschnitte in einem ersten Durchgang untersucht und zugleich detailliert aufgemessen. Gezielt Untersuchungen im Anschluss dienen der vergleichenden Betrachtung der Mauerabschnitte, Sondagen und oberflächliche Freilegungen sollen parallel dazu unklare Situationen klären, typische Befundsituationen exemplarisch herausarbeiten und Hinweise zur Datierung ergeben. Alle im Projekt erhobenen Daten werden in einem GIS einerseits für die weitere Auswertung und andererseits zur Dokumentation zusammengeführt.
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Results
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Türme entlang des Mauerverlaufs |
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Etwa drei Fünftel der Mauerzüge konnten inzwischen begutachtet und eingemessen werden. Damit sind Verlauf und Gliederung dieser Mauerabschnitte in einer ersten Bearbeitungsstufe erstmals beschrieben. Auf der Grundlage der hierbei erstellten Materialbasis können nun Vergleichsbeobachtungen an den einzelnen Mauerzügen angestellt werden. Die Entdeckung von Turmartigen Strukturen und deren regelmäßiges Vorkommen ist ein wichtiges Ergebnis der Herbstkampagne 2006. Darauf aufbauend konnte ähnliche Strukturen an anderen Stellen entlang des Mauerverlaufs gedeutet bzw. identifiziert werden.
In zwei Kampagnen im Frühjahr und im Herbst 2006 konnte die Vermessung des Mauerverlaufs sowie relevanter bautechnischer Beobachtungen in großen Teilen weiter vervollständigt und die Beobachtungen weiter systematisert werden. Fragliche Situationen entlang des Mauerverlaufs etwa im Zusammenhang mit der Lokalisierung von Durchgängen wurden in Sondagen weitgehend geklärt. In der Herbstkampagne 2006 stand insbesondere die Untersuchung der in Lehmziegeln errichteten Mauerabschnitte im Zentrum der archäologischen Tätigkeit. An mehreren Stellen des Mauerverlaufs konn-ten Proben mit datierbarem Material (C14, OSL) entnommen werden - die Analyse steht noch aus.
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Cooperation
DFG-Projekt Tayma der Orient-Abteilung des DAI
BTU Cottbus, Lehrstuhl für Baugeschichte
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Contact
Dr.-Ing. des. Peter Irenäus Schneider
Bauforschung
Telefon: 01888-7711-137
Telefax: 01888-7711-191
Email: ps@dainst.de
Further Email Addresses: architektur@dainst.de
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Further Contact Partners
Lehrstuhl für Baugeschichte, BTU Cottbus: Prof. Dr. Klaus Rheidt
DFG-Proiekt Tayma, Orient-Abteilung des DAI: Prof. Dr. Ricardo Eichmann, Dr. Arnulf Hausleiter, Dr. Thomas Götzelt
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Sponsors
Das Projekt wird von der Fritz-Thyssen-Stiftung gefördert.
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Bibliography
Abu Duruk, H. I.: Introduction to the Archaeology of Tayma, Riyadh 1986.
Bawden, G., Edens, C., Miller, R.: Preliminary archaeological investigations at Tayma, in: Atlal, 4, 1980, S. 69-106.
Dougthy, C.: Travels in Arabia Deserta I, London 1923 (1877).
Euting, J.: Tagebuch einer Reise in Inner-Arabien, Leiden 1896-1914.
Jaussen, J. A., Savignac, R.: Mission Archéologique en Arabie II, Paris, - Jaussen - Savignac, Mission Archéologique en Arabie II, Paris 1909-1922 (Reprint 1997).
Parr, P. J.; Harding, G. L.; Dayton, J. L.: Preliminary Survey in North West Arabia 1968, in: Bulletin of the Institute of Archaeology 8-9, 1969, S. 193-242.
Parr, P. J.; Harding, G. L.; Dayton, J. L.: Preliminary Survey in North West Arabia 1968, in: Bulletin of the Institute of Archaeology 10, 1971, S. 23-62.
Philby, H. St. J.: The Land of Midian, London 1957.
Winnett, F. V., Reed, W. L.: Ancient Records from North Arabia, Toronto 1970.
Weitere Literatur zu Tayma s. auch die Webseitde des DFG-Projekts Tayma
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