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Entdeckung

  photo 1 (download: Sir200801125.jpg)
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Seit 2001 führt das Deutsche Archäologische Institut (DAI) und die General Organization of Antiquities and Museums (GOAM) Ausgrabungen und Restaurierungsmaßnahmen in der sabäischen Stadt von Sirwah (Provinz Marib) durch. Während des 1. Jahrtausend v. Chr. bildet Sirwah neben der antiken Hauptstadt Marib das wichtigste Zentrum des Reiches von Saba.

Die große Stadtanlage war mit einer mächtigen Befestigungsmauer umgeben, die viele Monumentalbauten einschloss. Am dominantesten und weithin sichtbar sind die zahlreichen Sakralbauten, die sich über das gesamte Stadtgebiet verteilen. Das größte dieser Heiligtümer ist der Almaqah-Tempel, dessen Hauptbauphase in die Mitte des 7. Jh. v. Chr. datiert und derzeit restauriert wird. Die Restaurierung wird vom DAI und dem jemenitischen Social Fund for Development (SFD) finanziert.

Parallel zu den Restaurierungsarbeiten hat das DAI einen einzigartigen und sehr gut erhaltenen sabäischen Tempel im Stadtgebiet freigelegt (Photo 1). Dieser Kultbau besaß einen monumentalen mit Pfeilern geschmückten Eingang und verschiedene Räume im Inneren. Der Grundriss und die Baukonstruktion des Tempel sind bisher einmalig: Turmartige Vorsprünge gliedern die Außenfassade des Heiligtums und die Mauern waren in Holz-Steinfachwerktechnik ausgeführt.

Nach Auskunft der Leiterin des DAI in Sanaa, Frau Dr. Iris Gerlach, wird dieser Tempel parallel zu den laufenden Ausgrabungen in Sirwah restauriert. Frau Dr. Gerlach teilte darüber hinaus mit, dass die monumentalen Pfeiler des großen Almaqah-Tempels in der letzten Woche mit einem Kran wiederaufgestellt wurden (Photo 2). Zunächst wurden die bis zu 6 Tonnen schweren Pfeiler mit Ultraschallmessungen auf versteckte Risse untersucht, anschließend die Risse mit Edelstahlstangen verdübelt und entstandene Bohrlöcher mit Mörtel verfüllt, so dass die Reparaturen von außen nicht sichtbar sind. Sieben Pfeiler wurden mit dem Kran zunächst niedergelegt, um im Herbst dieses Jahres restauriert zu werden.

Die antike Stadt von Sirwah war über die Weihrauchstraße aber auch über Handelsrouten innerhalb Südarabiens, die vom jemenitischen Hochland hinab zu den alten Karawanenreichen am Rande der Wüste Ramlat as-Sabatyn verliefen, an den Überlandhandel angebunden. Zahlreiche Kulteinrichtungen wie Altäre, Bankettbereiche für Kultmahlzeiten, Knochendepots der Opfertiere, eine Schatzkammer zur Aufbewahrung der Weihgaben sowie Hunderte von Votiven zeugen von einem intensiven Kultbetrieb. Mittelpunkt der Ritualhandlungen bildeten zwei Monumentalinschriften der sabäischen Herrscher Yithar 'amar Watar bin Yakrubmalik (715 v. Chr.) und Karib `il Watar (685 v. Chr.). Die über 7 m langen monolithischen Inschriftensteine berichten von den kriegerischen sowie zivilen Taten dieser Herrscher.

Seit 30 Jahren ist das DAI in diesem Jahr im Jemen tätig. Neben den rein wissenschaftlichen Arbeiten engagiert sich das DAI im Jemen für den Schutz des antiken Kulturerbes. Es übernimmt archäologische Prospektionen und Notgrabungen bei Infrastrukturprojekten. Ein weiterer Aspekt der Arbeiten sind entwicklungs- und kulturpolitische Maßnahmen. Diese beinhalten Restaurierungsarbeiten zur touristischen Erschließung und zum Erhalt der Ausgrabungsstätten, das Verfassen von archäologischen Touristenbroschüren, die Ausbildung von Touristenführern, verschiedene Trainingsprojekte, ein Digitalisierungsprojekt zum Erhalt jemenitischer Manuskripte, die Planung des Provinzmuseums in Marib sowie die Konzeption und Gestaltung von archäologischen Ausstellungen.


Das Bildmaterial wird Ihnen kostenlos für eine einmalige Nutzung, im Zusammenhang der Berichterstattung über die Pressemitteilung: Deutsche Archäologen entdecken bisher einzigartigen Tempel in der antiken Stadtanlage von Sirwah (Jemen, Provinz von Marib), (German Archeological Institute makes spectacular archaeological discovery at the ancient Sabaean town of Sirwah (province of Marib)) zur Verfügung gestellt. Jede weitere Nutzung dieses Bildmaterials ist nur mit unserer ausdrücklichen Genehmigung gegen Honorar gestattet.

photo credit: DAI, Irmgard Wagner

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Pressemitteilung (DE) (PDF, 30KB)
Press Release (EN) (PDF, 30KB)

Kontakt

Deutsches Archäologisches Institut
Zentrale - Pressestelle
Podbielskiallee 69-71
Tel.: + 49-(0)30-18 77 11-120
Fax: + 49-(0)30-18 77 11-191
mobil: +49-(0)1522-870 49 62

Ansprechpartnerin: Nicole Kehrer, M.A.
EMail: presse@dainst.de

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Aktualisiert: 12.08.2008

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