Start   DAI   Forschung   Recherche   Kontakt   Infos   Aktuell   Jahresbericht   Presse  FAQ
 RSS   English   

Pergamon, Fundmünzen

Fundmünzen von Pergamon

Untersuchung von Zusammensetzung und Umlaufsdauer des Kurantgeldes von Stadt und Umland

Abteilungen:
Kommission für Alte Geschichte und Epigraphik München

Weitere Informationen zur Abteilung/Kommission, die das Projekt betreut

 

druckerfreundliche Version
 

Aktuelle Arbeiten

    
  Pergamon, städtische Prägung, ca. 200-133 v. Chr.
Vs.: Athenakopf in attischem Helm mit Stern n. r
Rs.: ΠEPΓA[MH]
Nike n. r. bekränzt den Stadtnamen; in der L. geschulterter Palmzweig
6,15 g - 2,04 cm - 6 h
BMC (Mysien) S. 127, Nr. 135-138
 

Die Stadtgrabung von Pergamon, die Sondagen auf dem Burgberg sowie die Surveys im Umland (Elaia und Atarneus) förderten über 4000 antike und mittelalterliche Münzen zutage, die bisher nur zu einem Viertel publiziert wurden (H. Voegtli, Die Fundmünzen [1973-1981] aus der Stadtgrabung von Pergamon. Pergamenische Forschungen 9, 1993). Dieses umfangreiche Material bietet eine breite Basis für weitere Studien zu den Kontakten Pergamons mit benachbarten und weiter entfernten Städten, von der griechischen bis in die byzantinische Zeit. Inwieweit derartiges Material Aussagen über die wirtschaftlichen Beziehungen einer Stadt erlaubt, ist in der Forschung allerdings umstritten, denn Fundmünzen spiegeln in der Regel nur das im Alltag zirkulierende Kleingeld (d. h. Bronzemünzen) wider. Entsprechende Vorsicht ist bei der historischen Interpretation geboten.

An erster Stelle erfordert die Auswertung des Münzmaterials Überlegungen zu den Umständen (Einzel-, Grabungs- oder Streufunde) und Kontexten der Funde. Bei der Analyse ist vor allem zu beachten, dass sich die genaue Zusammensetzung der Münzen (Gold-, Silber- und Bronzemünzen), die zu einem bestimmten Zeitpunkt in Pergamon umliefen, unserer Kenntnis entzieht. Trotz der angedeuteten methodischen Probleme soll besonderes Augenmerk auf die "fremden" Münzen gerichtet werden, die in Pergamon zirkulierten und als Kleingeld unter den Einzelfunden auftreten. Erwartungsgemäß dominieren die Bronzemünzen aus der nahen Umgebung (vor allem Elaia). Dass Bronzen auch außerhalb ihres Prägeortes in größerer Menge umlaufen konnten (mit oder ohne Einschaltung von Geldwechslern), scheint dadurch bestätigt.

Die Analyse der Kontakte zwischen Pergamon und seiner Umgebung am Beispiel der Fundmünzen wäre unvollständig, bliebe die Zirkulation pergamenischer Münzemissionen außerhalb Pergamons unbeachtet. Dazu müssen sowohl die Einzelfunde pergamenischer Bronzen als auch die gehorteten Silbermünzen (Tetradrachmen, Kistophoren) aufgelistet werden. Die ersten Surveys in Atarneus deuten bereits darauf hin, dass die kleineren Nachbarstädte in erheblichem Mass von pergamenischem Kleingeld abhängig waren (80% der Streufunde aus Atarneus wurden in Pergamon geprägt).

Aus der Verbreitung der pergamenischen Münzen und den Herkunftsgebieten der in Pergamon aufgefundenen "fremden" Münzen zeichnet sich eine Entwicklung der in Pergamon zentrierten Münzzirkulation vom 4. Jh. v. Chr. bis zum Ende des 3. Jh. n. Chr. ab. Welche Faktoren für den Umlauf jeweils eine entscheidende Rolle spielten (Reisende, Handel, Truppenbewegungen usw.), soll chronologisch differenziert erörtert werden. 

Kooperationen

Deutsches Archäologisches Institut, Abteilung Istanbul

Münzkabinett, Staatliche Museen zu Berlin (Stiftung Preußischer Kulturbesitz):
Zusammenarbeit im Bereich der Erschließung antiker Münzen in www.smb.museum/ikmk, insbesondere der Fundmünzen aus den alten Grabungen des Deutschen Archäologischen Instituts.  

Externe Ansprechpartner

Dr. Jérémie Chameroy
Römisch-Germanisches Zentralmuseum
Ernst-Ludwig-Platz 2
55116 Mainz


 
 

Aktualisiert: 04.02.2010

Copyright 2002-2010 Deutsches Archäologisches Institut | Impressum & Disclaimer  Sitemap