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AA 2006/2

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Inhalt und Zusammenfassungen


Inhalt

Volker Michael Strocka
Ein klassischer Hausaltar   >>

Anemone Zschätzsch
Neue Mosaiken in Grumentum   >>

Klaus Fittschen
Zum Aufkommen der Markierung von Iris und Pupille an römischen Porträts aus Bronze und zu ihrer Verwendbarkeit für Datierungszwecke   >>    


Grabungsberichte

Felix Pirson
Pergamon – Das neue Forschungsprogramm und die Arbeiten in der Kampagne 2005   >>

Gerhard Hiesel – Volker Michael Strocka
Die Bibliothek von Nysa am Mäander. Vorläufiger Bericht über die Kampagnen 2002–2006   >>


Archäologische Gesellschaft zu Berlin 2005

Jutta Stroszeck
Lakonisch-rotfigurige Keramik aus den Lakedaimoniergräbern am Kerameikos von Athen (403 v. Chr.)   >>

Jahresbericht 2005 des Deutschen Archäologischen Instituts

Personelle Gliederung 2005 des Deutschen Archäologischen Instituts

Stipendien des Deutschen Archäologischen Instituts

Hinweise für Autoren


Zusammenfassungen

Volker Michael Strocka, Ein klassischer Hausaltar
Ein auf drei Seiten reliefierter Marmorpfeiler in der Berliner Antikensammlung (Sk 942), kürzlich von A. Scholl als Teil der Armlehne eines kolossalen Götterthrons angesprochen, wird als Hausaltar des späten 5. Jhs. v. Chr. gedeutet. Parallelen aus klassischer und hellenistischer Zeit haben gleiche Größe und Zurichtung. Mit Scholl werden die Reliefs für attisch gehalten und ins späte 5. Jh. v. Chr. datiert. Die ikonographische Deutung der Figuren auf Aphrodite Urania – Zeus Herkeios oder Teleios – Hera Teleia paßt vorzüglich zum Hauskult eines klassischen Athener Oikos.

Schlagwörter: Relief, griechisch • Klassik • Hausaltar • Ehegesetze von 451 v. Chr. • Hausgötter


Anemone Zschätzsch, Neue Mosaiken in Grumentum
Die in Grumentum gefundenen Mosaiken in der Therme und in einem angrenzenden Haus weisen zum Teil bemerkenswerte Besonderheiten auf. Die Domus dell’emblema con torri enthält einen Signinum-Boden in Raum 36 und ein schwarz-weißes Mosaik in Raum 30. Dieses besteht aus einer umkehrbaren Linie von Türmen in Gegensatzfarben. Verschiedene andere Mosaiken mit dem gleichen geometrischen Ornament sind aus dem ganzen Mittelmeergebiet bekannt, besonders aus Italien. Die Vergleiche zeigen die Einzigartigkeit des neugefundenen Mosaiks: ausschließlich dieses Motiv wurde verwendet – ohne weitere Ornamente und mit freier Innenfläche. Die Tatsache, daß die Linie von Türmen in Gegensatzfarben um die Ecken geführt werden muß, hat zu verschiedenen Zeiten unterschiedliche Lösungen hervorgebracht. Die Entwicklung beginnt mit freigelassenen oder mit Ornamenten gefüllten Ecken vom Ende des 3. bis zum 2./1. Jh. v. Chr. Vom Ende des 2. Jhs. v. Chr. bis zum Ende der republikanischen Zeit verlaufen Türme und Zinnen kontinuierlich um die Ecken. Schräg gestellte Ecktürme kommen im 1. Jh. n. Chr. auf, wenig später fangen die naturalistischen Darstellungen von Festungsmauern mit Türmen und Toren an. Aufgrund der Vergleiche kann das Mosaik des Raumes 30 in das frühe 1. Jh. v. Chr. datiert werden. Die Böden der Therme stammen dagegen erst aus späterer Zeit, wohl aus dem 2./3. Jh. n. Chr. Nur in kleinen Fragmenten erhalten sind die Mosaiken in den Räumen 4, 6, 12 und 50. Zwei weit verbreitete und über längere Zeit verwendete Muster schmücken das Tepidarium II (Raum 5) und Raum 43: ersteres mit einem Muster aus sich berührenden weißen Ellipsen auf schwarzem Grund, die abwechselnd kleine und große konkave Quadrate bilden, und letzteres mit einem Quadratmuster aus vier Rechtecken, die ein zentrales Quadrat umschließen. Das geometrische Muster der großen Halle (Raum 45) besitzt ein kompliziertes Muster aus länglichen sich überschneidenden Achtecken, die aus einem Quadrat und zwei verschieden geformten Sechsecken bestehen. Herausragend und in vieler Hinsicht einmalig ist das Mosaik des Frigidariums (Raum 48). Die Komposition als gleichsam gerahmtes und von Giganten gestütztes Bild einer Skylla inmitten von Fischen erinnert an ein Gemälde des Androkydes, das von Athenaios und Plutarch erwähnt wird.

Schlagworte: Grumentum • Mosaik, römisch • Ornamentband, geometrisch • Skylla • Giganten


Klaus Fittschen, Zum Aufkommen der Markierung von Iris und Pupille an römischen Porträts aus Bronze und zu ihrer Verwendbarkeit für Datierungszwecke
Es wird gezeigt, daß die Markierung von Iris und Pupille auf mitgegossenen Augäpfeln an römischen Bronzebildnissen schon vor der hadrianischen Zeit verbreitet war, daß also die gegenteilige Auffassung von Lahusen – Formigli nicht begründet ist. Besonders klar ergibt sich das aus einigen Porträts aus den Vesuvstädten, denen die beiden Autoren ohne Argumente die Beweiskraft abgesprochen haben. Eine Revision ihrer These erlaubt die Vermutung, daß die ›testa Lamberti‹ in vorhadrianischer Zeit, vermutlich bereits im 1. Jh. v. Chr. entstanden ist.

Schlagworte: Bronzeporträts • Augenmarkierung • Augenbohrung • Metallanalyse


Felix Pirson, Pergamon – Das neue Forschungsprogramm und die Arbeiten in der Kampagne 2005
Mit dem Ausscheiden von Wolfgang Radt als langjährigem Grabungsleiter ist eine Ära der Erforschung Pergamons zu Ende gegangen, die insbesondere von der Wohnstadtgrabung am südlichen Abhang des Burgberges geprägt war. Das neue Forschungsprogramm wird nun wieder verstärkt den Gesamtorganismus der hellenistischen Stadt, die Besiedlung des vorstädtischen Bereiches und die Beziehungen zwischen Metropole und Umland ins Blickfeld nehmen. In diesem Rahmen sollen auch die Poleis Atarneus und Elaia untersucht werden. Mit dem Aufbau eines Geoinformationssystems und der Einrichtung eines neuen Koordinatensystems wurden bereits 2005 wichtige Grundlagen für das neue Programm gelegt. Geophysikalische Prospektionen und Testgrabungen am Südostabhang der Akropolis erlauben neue Hypothesen zum Straßensystem der hellenistischen Metropole. Bei Grabungen im Oberen Gymnasion konnte die ursprüngliche Ostgrenze der Anlage lokalisiert werden.

Schlagworte: Türkei • Pergamon • Hellenismus • Städtebau • Gymnasia


Gerhard Hiesel – Volker Michael Strocka, Die Bibliothek von Nysa am Mäander. Vorläufiger Bericht über die Kampagnen 2002–2006
Auf Einladung des Leiters der Nysa-Grabung, Prof. Dr. Vedat Idil (Ankara), konnte 2002 bis 2006 dank der großzügigen Unterstützung der Gerda Henkel-Stiftung und der Deutschen Forschungsgemeinschaft eine Arbeitsgruppe des Archäologischen Instituts der Universität Freiburg i. Br. unter der Leitung der Autoren eine schon lange als Bibliothek vermutete Ruine im Gebiet des antiken Nysa am Mäander freilegen. Das wegen seiner Bauornamentik um 130 n. Chr. datierbare Gebäude von fast 25 m Länge und gut 14 m Breite entspricht typologisch durchaus kaiserzeitlichen Bibliotheken, scheint aber wegen seiner zahlreichen Nebenräume auch als Archiv und wegen der einem Tribunal entsprechenden Exedra zugleich als Gerichtsgebäude gedient zu haben. Ein unter der Vorhalle in situ gefundener opulenter Marmorsarkophag aus der Zeit der Erbauung deutet auf eine private Stiftung. Im späten 4. oder im früheren 5. Jh. n. Chr. wurde das Gebäude restauriert und bei anscheinend unveränderter Verwendung im Inneren umgebaut. Der Zeitpunkt seiner endgültigen Zerstörung, wohl durch ein Erdbeben, ist noch nicht ermittelt. Im 10. Jh. n. Chr. siedelten sich zwölf Gräber im Schutt der Vorhalle an.

Schlagwörter: Nysa am Mäander • Bibliothek • Archiv • Gerichtsgebäude • Sarkophag


Jutta Stroszeck, Lakonisch-rotfigurige Keramik aus den Lakedaimoniergräbern am Kerameikos von Athen (403 v. Chr.)
Im Kerameikos sind im Mai 403 v. Chr. und bald danach insgesamt 23 spartanische Gefallene bestattet worden, weil sie auf seiten der athenischen Tyrannen im Krieg mit den Demokraten unter Thrasybul den Tod gefunden hatten. Der Transport der Toten zum Kerameikos und die Bestattung müssen sofort nach dem Gefecht stattgefunden haben. Als Bundesgenossen der Athener stand ihnen eine Ehrenbestattung im Kerameikos zu. Es ist nicht nur das einzige, bislang wiedergefundene Grab spartanischer Gefallener, sondern auch eines der wenigen bislang bekannten Spartanergräber der klassischen Zeit überhaupt. Den ersten Gräbern für lakonische Gefallene wurden wenig später weitere hinzugefügt, wobei die Frontmauern der Grabbauten jeweils miteinander verbunden wurden. An den Beisetzungen lassen sich die Grabsitten der Spartaner ablesen: Die Gefallenen sind in Grabgruben gebettet worden und zwar nach Gruppen. Die getrennte Bestattung weniger (7–9) oder einzelner (14–17. 24) Kämpfer ist offenbar als Auszeichnung zu verstehen. Sie waren eng in Stoffe gehüllt, wohl in ihre Mäntel, ihre Köpfe wurden auf Kopfkissen gebettet, die auf Bruchsteinen ruhten. Die gegnerischen Waffen sind – jedenfalls z. T. – im Körper belassen worden. Nachdem der Grabbau errichtet war, wurde den Toten am Grab ein Opfer dargebracht. Die Keramik aus diesem Opfer ist in den Formen (Miniaturgefäße, Kantharoi, Kratere) und im Dekor auf Sparta bezogen. Sehr deutlich sind die Bezüge bei den Fragmenten von vier rotfigurigen Gefäßen aus lakonischer Produktion. Vor dem Dipylon befand sich zu Beginn des 4. Jhs. v. Chr. schließlich eine langgestreckte Anlage, die als »Gräber der Lakedaimonier« in der zweiten Rede des Lysias (II 63) erwähnt ist.

Schlagworte: Kerameikos • Staatsgrab • Spartaner • Keramik, lakonisch-rotfigurig • Dreißig Tyrannen

Richtlinien für Publikationen

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Weitere Bände der Reihe/Zeitschrift:
AA 2006/1
AA 2005/2
AA 2005/1
AA 2004/2
AA 2004/1
AA 2003/2
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AA 2002/1

 

 
 

Aktualisiert: 22.01.2008

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