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JdI 121, 2006

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Contents and Abstracts (english)



Inhalt und Zusammenfassungen


Inhalt

A. Scholl
ΑΝΑΘΗΜΑΤΑ ΤΩΝ ΑΡΧΑΙΩΝ. Die Akropolisvotive aus dem 8. bis frühen 6. Jahrhundert v. Chr. und die Staatswerdung Athens  >>

A. Schwarzmaier
»Ich werde immer Kore heißen« – zur Grabstele der Polyxena in der Berliner Antikensammlung. Mit einem Anhang zu den Schmuckgarnituren aus der Großen Blisniza auf der Halbinsel Taman  >>

H. Gans
Der antike Isthmos von Syrakus. Der topographische und städtebauliche Befund nach antiken, mittelalterlichen und neuzeitlichen Quellen  >>

V. M. Strocka
Aeneas, nicht Alexander! Zur Ikonographie des römischen Helden in der pompejanischen Wandmalerei. Mit zwei Anhängen zur Aeneas-Ikonographie außerhalb der Wandmalerei  >>

K. Lippold
Die Terrakottastatue der Eirene des Kephisodotos von der Tonwarenfirma March  >>


Zusammenfassungen

Andreas Scholl, ΑΝΑΘΗΜΑΤΑ ΤΩΝ ΑΡΧΑΙΩΝ. Die Akropolisvotive aus dem 8. bis frühen 6. Jahrhundert v. Chr. und die Staatswerdung Athens
Gegenstand der vorliegenden Untersuchung sind die Weihungen der geometrischen und früharchaischen Zeit von der Athener Akropolis. Die Betrachtung setzt mit den ältesten erhaltenen Votiven aus mittelgeometrischer Zeit ein und endet mit der Beschreibung eines radikalen Wechsels der Votivpraxis im frühen 6. Jahrhundert. Dabei erweist es sich als möglich, die Grundzüge der Votivpraxis im wichtigsten Heiligtum Athens und Attikas seit der Mitte des 8. Jahrhunderts an Hand des archäologischen Materials präziser zu beschreiben und zu analysieren, als dies bislang geschehen ist. Kurze Entwicklungsskizzen geben Einblicke in die für die Geschichte des Heiligtums besonders aussagefähigen Votivgattungen. Dabei wird der Versuch gemacht, die Akropolisvotive zur historischen Situation Athens und Griechenlands in der Zeit vom 8. bis zum frühen 6. Jahrhundert in Beziehung zu setzen. Es zeigt sich, daß die Athener Akropolis bereits in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts zum Zentralheiligtum der entstehenden Polis aufstieg und diese Position im 7. Jahrhundert festigen konnte.

Schlagwörter: Athen, Akropolis – Votive, geometrisch-archaisch – Poliswerdung – Religionsgeschichte – Forschungs- und Rezeptionsgeschichte


Agnes Schwarzmaier, »Ich werde immer Kore heißen« – zur Grabstele der Polyxena in der Berliner Antikensammlung. Mit einem Anhang zu den Schmuckgarnituren aus der Großen Blisniza auf der Halbinsel Taman
Die Grabstele der Polyxena in Berlin gilt bisher als Darstellung einer Priesterin, obwohl ihre Bekleidung gegenüber sicheren Bildern derartiger Personen vollkommen isoliert steht. Eine detaillierte Untersuchung, die alle Komponenten der Ikonographie in die Betrachtung einbezieht, ergibt, daß Polyxena als Braut charakterisiert ist, die in einem Heiligtum von Artemis oder einer anderen für den Übergang vom Mädchen zur Frau zuständigen Göttin eine Korenfigurine und ihren Gürtel weiht. Letzterer dürfte, aus Metall bestehend, in ihrer rechten Hand angestiftet gewesen sein. Der Grabstein kennzeichnet Polyxena als unverheiratet verstorbenes Mädchen, dem die nicht erlebte Hochzeit mit Hilfe des Reliefs sozusagen nachgereicht werden sollte. Vergleichbare Grabstelen aus Boiotien und Athen sowie Grabbeigaben aus Kindergräbern in Athen und Süditalien bezeugen die weitverbreitete Vorstellung, daß die verpaßte Hochzeit im Jenseits gefeiert werden mußte. Der Anhang zu den Juwelengarnituren aus der Großen Blisniza auf Taman untersucht die Ikonographie der Schmuckstücke und kommt zu dem Ergebnis, daß es sich jeweils nicht um einen Priesterinnenornat, sondern um Brautschmuck gehandelt haben dürfte, der zumindest im ›Grab der Dritten Dame‹ einem Kind mitgegeben wurde. Bei der ›Demeterpriesterin‹ besteht ebenfalls die Möglichkeit, daß die Grabinhaberin jung und unverheiratet starb.

Schlagwörter: Grabrelief, attisch – Ikonographie – Braut – Schmuck


Henning Gans, Der antike Isthmos von Syrakus. Der topographische und städtebauliche Befund nach antiken, mittelalterlichen und neuzeitlichen Quellen
Die Rekonstruktion der Topographie des antiken Syrakus ist in dem Punkt zu korrigieren, der den Übergang von den festländischen Teilen (Achradina) auf die Insel (Ortygia) betrifft. Bislang nahm man an, daß der antike Isthmos nicht an der Stelle gelegen habe, über den man heute die Stadtinsel betritt, sondern viel weiter östlich auf dem Gelände des Kleinen Hafens (Porto Piccolo), genauer zwischen Casanova (an der Nordseite der Insel) und Scalo di Santa Lucia (auf dem Festland). In dem vorliegenden Beitrag wird diese Lokalisierung zuvorderst durch bisher unbeachtet gebliebene Geschichtsquellen aus der Antike bis in die Neuzeit widerlegt. Das Hauptargument ist die Wiederauffindung des Kastells Marchetto auf dem heutigen Isthmos, an dem zwischen 1528 und 1553 Funde gemacht wurden, die belegen, daß zumindest das bis zum Marchetto reichende Stück des heutigen Isthmos bereits im Altertum bestanden hat. Der antike Isthmos mit der Steinbrücke, die Cicero und Strabon überliefern, ist im Areal der heutigen Landenge und nicht im Kleinen Hafen zu suchen.

Schlagwörter: Syrakus – Isthmos – Topographie – Friedrich II. von Hohenstaufen


Volker Michael Strocka, Aeneas, nicht Alexander! Zur Ikonographie des römischen Helden in der pompejanischen Wandmalerei. Mit zwei Anhängen zur Aeneas-Ikonographie außerhalb der Wandmalerei
Es gibt in den Häusern Pompejis weit mehr Bilder mit Themen der römischen Mythologie als bisher bekannt. Die hier behandelten Aeneasbilder belaufen sich auf 21 Beispiele, von denen die Hälfte übersehen wurde oder umstritten war. Sie werden ikonographisch und im Rahmen der jeweiligen Bildprogramme gedeutet. Es schließen sich Beobachtungen an, welche Themen auf Vergils Aeneis zurückgehen und welche nicht, ferner wie die Maler ihren eigenen Gesetzen folgen, auch wenn sie sich bemühen, eine bekannte Vergilstelle zu illustrieren.

Schlagwörter: Wandmalerei, pompejanisch – Ikonographie – Aeneas


Katharina Lippold, Die Terrakottastatue der Eirene des Kephisodotos von der Tonwarenfirma March
Die Eirene-Plutos-Gruppe in der Sammlung des Deutschen Archäologischen Instituts aus der Berliner Terrakotta-Firma March ist eine der schönsten gebrannten Tonstatuen des 19. Jahrhunderts und gehört zu den bedeutendsten neuzeitlichen Nachbildungen des verschollenen Bronzeoriginals von Kephisodotos. Die gelb-beige Terrakotta wurde getreu der römischen Marmorkopie in der Münchner Glyptothek reproduziert. Das Werk entstand 1871 im Auftrag des liberalen Politikers Georg von Bunsen, der die Statue in den unruhigen Zeiten des Deutsch-Französischen Krieges bewußt als Friedenszeichen für die Fassade seines Hauses in Berlin-Schöneberg wählte. Dabei konnte er auf die neuesten Forschungen von Heinrich Brunn zurückgreifen, der im Katalog der Münchner Glyptothek die Plastik erstmals als Eirene-Plutos-Gruppe des Kephisodotos ausführlich beschrieb. Dank dieser Deutung und eines Gipses, den Bunsen für March als Vorlage besorgte, erstellte der Terrakotta-Unternehmer die genannte künstlerisch beachtliche Nachbildung in Ton als »Der Frieden«. Sie besitzt zudem eine herausragende technische Qualität, die v. a. in ihrer Größe und hohen Wetterbeständigkeit zum Ausdruck kommt. Die Gruppe zählt zu den wenigen noch gut erhaltenen großplastischen Terrakotten und somit zu den Meisterwerken der Irdenkunst in Europa.

Schlagwörter: Antikenrezeption – Eirene des Kephisodotos – Terrakottaplastik, neuzeitlich – March, Paul  

Richtlinien für Publikationen

Bei Beiträgen für die Publikationen des Deutschen Archäologischen Instituts bitten wir, die Richtlinien zu beachten.

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Weitere Bände der Reihe/Zeitschrift:
JdI 120, 2005
JdI 119, 2004
JdI 118, 2003
JdI 117, 2002
JdI 116, 2001
JdI 115, 2000
JdI 114, 1999

 

 
 

Aktualisiert: 22.01.2008

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