Ergebnisse
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Abb. 6. Liushui. Grab 26, Individuum 2. Reiterfacette (Stern). |
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Abb. 7a. Liushui. Grab 26, Individuum 5. Rückenansicht des linken Schulterblattes. |
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Abb. 7b. Liushui. Grab 26, Individuum 5. Linkes Schulterblatt: Schulterhöhe von oben. |
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Abb. 7c. Liushui. Grab 26, Individuum 5. Schulterhöhe von außenseitlich: Fuge zwischen dem nicht erhaltenen Ende ("Os acrominale") und dem Basisabschnitt der Schulterhöhe. |
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Abb. 8. Liushui. Grab 26, Individuum 6. Schmelzmangelerscheinung (Hypoplasie) am unteren rechten zweiten Backenzahn. |
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Abb. 9. Liushui. Grab 26, Individuum 2. Kurzfristig überlebtes Gesichtstrauma. |
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Erste Ergebnisse der Kampagne 2006:
Da alle sechs der in Grab 26 von Liushui ausgegrabenen Skelette nahezu vollständig erhalten sind, sind weitreichende Aussagen möglich. Die beschriebenen Krankheiten sind jedoch als Fallstudien zu werten.
Es handelt sich um die Skelette eines zwölfeinhalb- bis vierzehnjährigen Knaben (Ind. 26/1), dreier erwachsener Männer (Ind. 26/2,3,5) und zweier Frauen (Ind. 26/4,6). Nur einer der Männer erreichte das mature Lebensalter (Ind. 26/2: 45-55 (59) Jahre) und auch beide Frauen starben jung. Der Knochenfund eines Feten (Ind. 26/6A) bei der frühadulten Frau (Ind. 26/6) lässt den Verdacht zu, dass diese im Kindbett gestorben sein könnte.
Die sechs Skelette repräsentieren einen grazilen Konstitutionstyp von normalem Wuchs. Die Langknochen sind nicht sehr robust, weisen aber dennoch an den Ursprungs- und Ansatzmarken bestimmter Muskeln eine deutliche Verdickung auf, die in mehreren Fällen Spuren einer Muskelsehnenzerrung erkennen lassen. Bei einem dieser Muskeln, dem Großen Adduktor des Oberschenkels, handelt es sich um einen Muskel, der besonders beim Reiten beansprucht wird.
Sehr interessant ist die bei zwei Individuen (Ind. 26/2: 44-55 (59)-jähriger Mann; Ind. 26/5: 24-29-jähriger Mann) zu beobachtende doppelseitige Ausbildung einer am Oberschenkelhals gelegenen Struktur, die als sogenannte Reiterfacette (Poirer Facette) bezeichnet wird und die auf eine extreme Vorwärtswendung des Oberschenkels im Hüftgelenk, wie es beim Reiten der Fall ist, zurückgeführt wird (Abb. 6). Ausserdem lassen Art und Muster einiger Frakturen auf einen Reitunfall schliessen (Ind. 26/2). Diese und weitere aufschlussreiche Befunde sprechen dafür, dass im bronzezeitlichen Liushui offenbar das Pferd als Reittier intensiv genutzt wurde.
Bei einem mit 24-29 Jahren verstorbenen Mann (Ind. 26/5) besteht aufgrund des Vorliegens eines "Os acromiale" (Schultergelenkdistorsion) der Verdacht, dass dieser jungerwachsene Mann seit seiner Kindheit intensives Bogenschießen betrieben haben könnte (Abb. 7 a-c).
Das Fehlen von Karies und die relativ geringgradige Abrasion der Kauflächen sowie die relativ häufige und intensive Ausbildung von Zahnfleischentzündungen sprechen dafür, dass die in Grab 26 Bestatteten offenbar keine Ackerbauern waren, sondern eher einer Population angehört haben dürften, die sich häufig von Fleisch ernährten (z. B. Viehzüchter, Jäger) (Abb. 8).
Hieb- und Schussverletzungen konnten in zwei Fällen nachgewiesen werden (Ind. 26/2,3). Für den Stand der damaligen medizinischen Versorgung ist interessant zu wissen, dass die Schussverletzung im Gesicht des älteren Mannes (Ind. 26/2) möglicherweise chirurgisch versorgt worden ist (Abb. 9).
Kampagne 2009 wurde ausgesetzt.
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