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Christian Podzuweit, Studien zur spätmykenischen Keramik, Tiryns 14 (Wiesbaden 2007)
Inhalt
Der Band Tiryns XIV behandelt die bemalte mykenische Keramik der späten Palastzeit (Späthelladisch IIIB2) und der Nachpalastzeit (Späthelladisch IIIC) aus den Ausgrabungen, die Klaus Kilian zwischen 1976 und 1983 in der Unterburg von Tiryns (Argolis) durchgeführt hat. Kurz nachdem sich Christian Podzuweit 1992 mit dieser Studie an der Universität Bonn habilitiert hatte, verstarb er plötzlich und hinterließ ein Werk, das für die Beurteilung der Entwicklung jener Keramik, die weit über Griechenland hinaus von überragender Bedeutung für die Chronologie der späten Bronzezeit ist, neue Maßstäbe setzt. Die Argolis ist diejenige Region, deren Töpfereien am nachhaltigsten die Entwicklung bemalter mykenischer Keramik geprägt und mit ihren Produkten weit entfernte Regionen, wie z.B. die Levante und Ägypten, beliefert haben. Allein schon deshalb kommt dem Werk, das einen außergewöhnlich gut stratifizierten keramischen Fundbestand eines argivischen Zentrums der mykenischen Zeit monographisch vorlegt und auswertet, besondere Bedeutung zu. Die Ausgrabungen in der Tirynther Unterburg ermöglichen dank ihrer guten Befunderhaltung und der feinen stratigraphischen Unterteilung Erkenntnisse über die stilistischen und formenkundlichen Veränderungen mykenischer Keramik, wie sie bisher nicht möglich waren. Meisterhaft werden von dem Autor die Grundlinien des keramischen Wandels von den letzten Jahrzehnten der Palastherrschaft bis zum Ende der mykenischen Epoche in der Argolis nachgezeichnet und mit der Keramikentwicklung in anderen Bereichen des Mittelmeerraumes verknüpft. Dabei gelingen ihm neue Einblicke in die Veränderung von Gefäßformen und Dekorsystemen in den Jahrzehnten vor und nach der großen Katastrophe, die dem Palast von Tiryns und auch den anderen Zentren der Argolis um 1200 v. Chr. ein Ende bereitete. Schon früh hat der Autor aber auch erkannt, dass der von ihm behandelten Fundgruppe abgesehen von chronologischen und stilistischen Fragen auch eine sozialgeschichtlich relevante Bedeutung innewohnt. Besonders aufschlussreich sind die Ergebnisse zu den Veränderungen in der Zusammensetzung der Geschirrsätze bemalter Keramik, die ein neues Licht auf den Wandel der Eß- und Trinksitten im Zuge des sozialen Umbruchs am Übergang von der Palast- zur Nachpalastzeit werfen. Mit seiner Studie hat Podzuweit eine unverzichtbare Voraussetzung für jede weitere Auseinandersetzung mit mykenischer Keramik in einer der Kernregionen ihrer Produktion geschaffen.
Abstract
The latest volume of the Tiryns series deals with the decorated Mycenaean pottery of the Late Palatial (Late Helladic IIIB2) and Post-Palatial (Late Helladic IIIC) periods from the excavations of Klaus Kilian in the Tirynthian Lower Citadel of Tiryns. The monographical presentation and analysis of an unusually well stratified pottery complex of an Argive Mycenaean centre leads to new insights on the stylistic and morphological development of this kind of pottery. The volume creates a new basis for any future assessment of Mycenaean decorated pottery in one of its main areas of production.
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