Ziele
Das Projekt hat zum Ziel, die Entwicklung von Identitäten von Gemeinschaften in Kampanien vom 6 bis 5. Jh. v. Chr. anhand der Nekropolen zu untersuchen. Dabei soll ein auch revidiertes historisches Entwicklungsmodell für die Region in der genannten Periode erarbeitet werden.
Der Schwerpunkt der Arbeit liegt exemplarisch auf der Nekropole des größten italischen Zentrums Capua. Die in den 60-er bis 70-er Jahren im Auftrag der lokalen Soprintendenza freigelegten, bis heute mehrheitlich unpublizierten Gräber der Phasen V und VI (ca. 570-420 v. Chr.) der Nekropole "Fornaci" stellen aufgrund ihrer Kontexterhaltung und Zahl ein wichtiges Datenset dar, dessen Auswertung die bisherige, aus der Präsentation einzelner losgelöster Grabbefunde bestehende Dokumentation signifikant erweitern kann. Auf dieser Basis soll ein konsistenteres und so umfassend wie mögliches Bild der Capuaner Grabkultur des 6. und 5. Jh. v. Chr. entworfen werden. Diese wird vor allem hinsichtlich der in ihr zum Ausdruck kommenden Formen sozialer Organisation und kultureller und sozialer Identitäten und deren Veränderungen analysiert.
Eine zentrale Rolle spielt dabei der Vergleich zu anderen kampanischen Nekropolen, vor allem der griechischen Schwesterstadt Kyme und dem zweiten großen etruskischen Zentrum Pontecagnano, sowie einer Reihe anderer relevanter Zentren. In der Auswahl und Verwendung der materiellen Kultur (z.B. attische Keramik, capuanische Bronzen), dem Vorkommen bestimmter Beigabensets (z.B. Bankettgeschirr), der Bestattungsbräuche (z.B. Brandbestattung) und der Grabarchitektur (z.B. Steinsarkophage) sollen somit der gegenseitige Einfluss auf und die Übernahme von griechischen, etruskischen und einheimischen Elementen und besonders die Entstehung einer hybriden Kultur, die jenseits der traditionellen ethnischen Kategorien liegt, herausgearbeitet werden.
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