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Italische Kulturen vom 7. bis 3. Jh. v.Chr.

Pizzo Don Pietro und Castello della Pietra

Indigene Zentralisierungsprozesse im Hinterland von Selinunt

Lage

Es handelt sich um eine etwa 10 km nördlich der Belice-Mündung unmittelbar westlich des Flusses gelegene indigene Höhensiedlung mit hohem natürlichen Defensivpotential. Sie erstreckt sich über zwei Hügel, nämlich den dreieckigen, im Osten, Westen und Süden von steilen Felsabbrüchen begrenzten Felsplateau 'Pizzo Don Pietro', an das sich im Süden das 'Castello della Pietra', ein Tafelberg mit allseitig senkrecht abfallenden Felswänden anschließt. Verbunden sind beide Felshügel durch einen schmalen Geländesattel, dessen Osthang ebenfalls besiedelt war.

Abteilungen:

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Geschichte

Dem keramischen Befund nach setzt die Besiedlung bereits in der Bronzezeit ein; unklar ist, ob auch einige der festgestellten Baureste noch aus dieser Epoche stammen könnten. Ihre größte Ausdehnung (ca. 6 ha) scheint die Siedlung allerdings erst in der späten Eisenzeit erreicht zu haben, während sich die spät- und nacharchaische Nutzung weitgehend auf Castello della Pietra beschränkte - eine regressive Entwicklung, die durchaus mit der Gründung von Selinunt zusammenhängen könnte. 

Ergebnisse

Die indigene Siedlungsphase konnte im Verlauf der beiden im Frühjahr und Sommer 2006 durchgeführten Surveys sowohl anhand von Oberflächenkeramik, als auch in Form verschiedenartiger Felsabarbeitungen nachgewiesen werden. Dabei handelt es sich vor allem um zahlreiche, in den felsigen Boden getriebene Pfostenlöcher, die sich stellenweise zu teils rechteckigen, teils kurvigen Hüttengrundrissen ergänzen lassen. Hervorzuheben sind insbesondere mehrere fast kreisrunde Bauten, deren Umrisse durch in den Fels gegrabene Rinnen definiert sind. Die Nordseite der Siedlung war durch einen Wall aus Bruchsteinen gesichert, der sich noch heute als leichte Erhebung im Gelände abzeichnet.
Ein Hinweis auf differenziertes Wohnen und eine daraus abzuleitende hierarchische Gesellschaftsordnung, scheint sich auf der Nordspitze von Castello della Pietra gefunden zu haben, die durch einen künstlich verbreiterten Felsgraben als Akropolis vom Rest der Siedlung abgetrennt ist. Hier befinden sich die großzügiger dimensionierten Reste eines teilweise in den Fels gehauenen und von Pfostenlöchern umgebenen, mindestens zweiräumigen Rechteckbaus, bei dem es sich um eine Residenz handeln könnte.
Bemerkenswert sind ferner sehr komplexe, am äußersten Nordrand der Siedlung gelegene Felsritzungen, die in einen mit Postenlöchern durchsetzten Bereich eingebettet sind. Die Funktion der Ritzungen ist aber ebenso unklar wie ihr Zusammenhang mit den Bauresten.
Dieser Survey stellt den ersten Versuch der Gesamtaufnahme einer indigenen Siedlung in dieser Region dar, seine Auswertung verspricht daher wichtige, über den Einzelfall hinausgehende Erkenntnisse zu deren Aufbau und Struktur. Auch kann er als Ausgangspunkt für die Erörterung der Frage dienen, welche Folgen eine Koloniegründung für die Einheimischen in deren unmittelbaren Hinterland haben konnte. 

Kooperationen

Soprintendenza ai Beni Culturali e Ambientali della Provincia di Trapani
FH Karlsruhe  


 
 

Aktualisiert: 21.12.2007

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