Results
Die indigene Siedlungsphase konnte im Verlauf der beiden im Frühjahr und Sommer 2006 durchgeführten Surveys sowohl anhand von Oberflächenkeramik, als auch in Form verschiedenartiger Felsabarbeitungen nachgewiesen werden. Dabei handelt es sich vor allem um zahlreiche, in den felsigen Boden getriebene Pfostenlöcher, die sich stellenweise zu teils rechteckigen, teils kurvigen Hüttengrundrissen ergänzen lassen. Hervorzuheben sind insbesondere mehrere fast kreisrunde Bauten, deren Umrisse durch in den Fels gegrabene Rinnen definiert sind. Die Nordseite der Siedlung war durch einen Wall aus Bruchsteinen gesichert, der sich noch heute als leichte Erhebung im Gelände abzeichnet.
Ein Hinweis auf differenziertes Wohnen und eine daraus abzuleitende hierarchische Gesellschaftsordnung, scheint sich auf der Nordspitze von Castello della Pietra gefunden zu haben, die durch einen künstlich verbreiterten Felsgraben als Akropolis vom Rest der Siedlung abgetrennt ist. Hier befinden sich die großzügiger dimensionierten Reste eines teilweise in den Fels gehauenen und von Pfostenlöchern umgebenen, mindestens zweiräumigen Rechteckbaus, bei dem es sich um eine Residenz handeln könnte.
Bemerkenswert sind ferner sehr komplexe, am äußersten Nordrand der Siedlung gelegene Felsritzungen, die in einen mit Postenlöchern durchsetzten Bereich eingebettet sind. Die Funktion der Ritzungen ist aber ebenso unklar wie ihr Zusammenhang mit den Bauresten.
Dieser Survey stellt den ersten Versuch der Gesamtaufnahme einer indigenen Siedlung in dieser Region dar, seine Auswertung verspricht daher wichtige, über den Einzelfall hinausgehende Erkenntnisse zu deren Aufbau und Struktur. Auch kann er als Ausgangspunkt für die Erörterung der Frage dienen, welche Folgen eine Koloniegründung für die Einheimischen in deren unmittelbaren Hinterland haben konnte.
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