Ergebnisse
Während unseres im Frühjahr 2007 durchgeführten Surveys konnte der bislang unbekannte Verlauf der Besfestigungslinie auf der Ostseite weitgehend geklärt und somit auch die Ausdehnung der Siedlung genauer bestimmt werden, die mit ihren 20 ha nur etwa halb so groß war wie bislang angenommen.
Sie setzt sich zusammen aus einer den Gipfel des Cozzo Cerasello einnehmenden geräumigen Akropolis und einen an deren Nordseite anschließenden Wohnbereich. Dieser besteht aus zwei langgestreckten, jeweils nach Osten und Westen steil abfallenden Geländespornen sowie der Senke dazwischen. Den nördlichen Abschluß bildet ein nach allen Seiten Steil abfallender Felshügel.
Darüber hinaus zeigte sich, daß es sich bei den 'Muraglie' genannten, etwa einen Kilometer nordöstlich von Cerasello gelegenen Wehranlagen entgegen bisheriger Annahmen nicht um eine Siedlungsbefestigung handelt, sondern um eine Sperrmauer, welche den einzigen meerseitigen Zugang zur Hauptsiedlung abriegelt und zugleich die in ihrem südlichem Vorfeld situierten Gehöfte vor feindlichen Zugriffen schützt.
Cerasello ist ein charakteristisches Beispiel für die in der 2. Hälfte des 4. Jhs. v. Chr. nahezu ac hoc entstandenen brettischen Zentralorte. Die Siedlung ist ein geeigneter Ausgangspunkt für die Untersuchung des in bei den einheimischen Völkern ganz Unteritaliens zu beobachtenden, offenbar durch die militärischen Auseinandersetzungen und sozio-ökonomischen Umwälzungen dieser Zeit ausgelösten Zentralisierungs- und Urbanisierungsdrucks.
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