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Sympolitien und Synoikismen

Gesellschaftliche und urbanistische Implikationen von Konzentrationsprozessen in hellenistischer Zeit

Departments:
Commission for Ancient History and Epigraphy Munich

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History

Die griechische Welt ist in klassischer Zeit geprägt von zahllosen Poleis (Bürgergemeinden, Stadtstaaten), von denen viele nur winzige Territorien kontrollierten. Diese kleinteilige politische Landschaft veränderte sich seit dem 4. Jh. und besonders im Hellenismus ganz erheblich durch Zusammenschlüsse, die sich meist als Eingemeindung kleinerer Nachbarn durch bedeutendere Poleis darstellen (Sympolitien, Synoikismen). Eine systematische Untersuchung solcher Konzentrationsprozesse fehlt bisher. In dem Projekt sollen Sympolitien als Indikator oder Katalysator für gesellschaftliche und städtebauliche Entwicklungen verstanden werden, die charakteristisch für die hellenistische Zeit sind.

Im Mittelpunkt stehen die Interessen der beteiligten Partner: Die Bündelung von Ressourcen begünstigte die Zentralorte und dämpfte die urbanistische Entwicklung der peripheren Siedlungen. Deren Bewohner erhielten aber Zugang zur besser entwickelten Infrastruktur der Zentralorte. Die stärkeren Partner erzielten territoriale und demographische Gewinne, mußten jedoch die Exklusivität ihres Bürgerrechts aufheben und ihre Institutionen für die Integration der kleineren Einheiten öffnen. Deren Bürger wiederum tauschten ihre Selbständigkeit gegen die erweiterten politischen Möglichkeiten einer Großpolis; die lokalen Eliten gewannen eine größere Bühne für ihre politischen Aktivitäten und ihre Selbstdarstellung. Weitere Informationen finden Sie auf den Projektseiten des DFG-Schwerpunktprogramms http://www.poliskultur.de/56_.html.  

Objectives

Ziel des Projekts ist die umfassende Aufarbeitung von Sympolitien und Synoikismen in der hellenistischen Zeit und die Publikation der Ergebnisse in Form einer Monographie. Im Mittelpunkt stehen sollen die Fragen der gesellschaftlichen und urbanistischen Implikationen und Folgen solcher Zusammenschlüsse. Dabei ist eine isolierte Behandlung dieser Aspekte nicht sinnvoll; eine ausgewogene und vertiefte Analyse ist vielmehr nur dann möglich, wenn die zentralen Untersuchungsziele in eine Gesamtschau des Phänomens eingebettet werden. Als erster Schritt ist eine umfassende Sammlung aller einschlägigen Quellen notwendig, sowohl der literarischen als auch der epigraphischen, um die chronologische und geographische Verteilung des Phänomens genauer zu erfassen und nach regionalen Rahmenbedingungen zu fragen, die die verschiedenen Formen von Zusammenschlüssen begünstigten. Der resultierende Katalog von Einzelfällen soll in einem zweiten Schritt für die systematische Untersuchung aufbereitet, ergänzt und für die Publikation bearbeitet werden. Dabei sollen die Texte im Original und in Übersetzung geboten und kommentiert werden, um die Synthese von Detailfragen zu entlasten. Zudem sollen (aus der Literatur, nicht durch Autopsie) die verfügbaren topographischen und archäologischen Informationen zur Lage und zum Siedlungsbild der erfaßten Orte und Gemeinden zusammengetragen und in knapper Form dargestellt werden. Im Hinblick auf die urbanistischen Folgen von Sympolitien ist dieser Schritt eine wichtige Ergänzung zu den schriftlichen Quellen. In einem dritten Schritt soll das Material zusammenfassend analysiert und eine systematische Darstellung erarbeitet werden. Entsprechend soll sich die abschließende Publikation in zwei Teile gliedern, die Darstellung als Hauptteil und den Katalog als längeren Anhang. 

Cooperation

- mit anderen Wissenschaftlern

Prof. Dr. Martin Zimmermann, Universität München, Mitglied des wiss. Beirates der Kommission (Kleinasien, bes. Lykien).
Prof. Dr. Peter Funke, Universität Münster, Mitglied des wiss. Beirates der Kommission (griechisches Mutterland).
Prof. Dr. K. Hallof, Inscriptiones Graecae, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (Inschriften von Kos).

- mit ausländischen Partnern

Die Kommission kooperiert mit Prof. Dr. Christian Marek (Universität Zürich) in der Erstellung einer Quellendatenbank zum antiken Kleinasien, die für das Projekt genutzt werden kann. Marek steht außerdem als Berater zur Verfügung, insbesondere zu Nordkleinasien und zu Karien.

Mit Prof. Dr. Gary Reger (Trinity College, Hartford, Connecticut) und Prof. Dr. R. van Bremen (University College London) wurde ein laufender Informationsaustausch vereinbart.  

Contact

Dr. phil. des.  Andreas Victor Walser

Alte Geschichte und Epigraphik
Telefon: + 49-(0)89-28676760
Telefax: +49-(0)89-286767-80
Email: walser@aek.dainst.de

Sponsors

Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Schwerpunktprogrammes 1209: "Die hellenistische Polis als Lebenswelt" finanziert. Projektleitung: PD Dr. Christof Schuler.  


 
 

updated: 07/30/08

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