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Inhalt
und ZusammenfassungenInhalt Roland
Etienne – Jean-Pierre Braun, Autels de Délos et
autels ioniens >>
Sven
Ahrens, Bemerkungen zur Ornamentik früher attischer Sarkophage
>>
Huberta
Heres,
Buntmarmordekoration aus einem römischen Haus in Milet
>>
Grabungsberichte
Andreas
Schachner, Die
Ausgrabungen in Boğazköy-Hattuša
>>
Franziska
Lang
– Ernst-Ludwig Schwandner – Peter Funke –
Lazaros
Kolonas – Susanne Jahns – Andreas Vött,
Interdisziplinäre
Landschaftsforschungen im westgriechischen Akarnanien. Berichte zu den
Surveykampagnen 2000–2002 sowie zu den
paläobotanischen und
paläogeographischen Forschungen auf der
Plaghiá-Halbinsel >>
Susanne
Jahns, Pollenanalytische Untersuchungen am Voulkaria-See zur
Erforschung der Vegetations- und Umweltgeschichte der
Plaghiá-Halbinsel >>
Andreas
Vött – Helmut Brückner –
Christian Georg – Mathias Handl –
Armin Schriever – Hans-Joachim Wagner,
Geoarchäologische Untersuchungen
zum holozänen Landschaftswandel der Küstenebene von
Palairos
(Nordwestgriechenland) >>
Kolloquium "Bauforschungsperspektiven" Ulrike
Wulf-Rheidt, Bauforschungsperspektiven
- Neue Ansätze und fachübergreifende Arbeitsweisen.
Kolloquium veranstaltet vom Architekturreferat des Deutschen
Archäologischen Instituts Berlin vom 17.-19. November 2005
Manfred
Schuller, Bauforschungsperspektiven.
Innovationsdrang –
Innovationszwang >>
Martin
Bachmann, Standort und Herkunft. Zur Begriffsbestimmung der
Interdisziplinarität in der Bauforschung
>>
Joachim
Ganzert
– Cord Meckseper, Vom Fluchtpunkt zur
Raum-/Kontextperspektive. »Bauforschungsperspektiven«
in der Kritik >>
Claudia
Bührig, Bauforschung – Baugeschichte. Eine
ergänzende Perspektive: Der Baubefund als Wissensspeicher
>>
Archäologische
Dissertationen und Habilitationen 2006
Hinweise
für Autoren
Zusammenfassungen
Roland Etienne –
Jean-Pierre Braun, Autels de Délos et autels ioniens
Cet article comprend une analyse critique de
l’ouvrage de »A. Ohnesorg, Ionische Altäre.
Formen und Varianten einer Architekturgattung aus Insel- und Ostionien,
Archäologische Forschungen 21 (Berlin 2005)« et une
publication de cinq monuments de Délos: quatre autels et un
sékos hypètre (cf. Ph. Bruneau – J. Ducat,
Guide de Délos [Paris 2005] no 23 A. C. D. E. F). Ces
monuments permettent de définir l’espace civique
délien et d’en faire l’histoire au VIe et
Ve s. av. J.-C. On montre comment cette architecture reflète
aussi des choix politiques.
Mots
clés:
Cyclades • Délos • architecture
• autel
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Sven Ahrens, Bemerkungen zur
Ornamentik früher attischer Sarkophage
Die Ornamentmotive auf frühen attischen Sarkophagen
haben einen größeren Wert für die
Klärung von Datierungs- und Werkstattfragen als bislang
angenommen; dies versucht der Beitrag anhand mehrerer Beispiele
herauszuarbeiten. Zwar kann nach wie vor gelten, daß ein Teil
der Ornamente, wie Eierstab, Flechtband und lesbisches Kymation, in der
Regel keine neuen Anhaltspunkte liefert; diese Motive werden stets in
wenigen Variationen wiederholt und basieren auf Vorbildern der Klassik.
In einem Fall zeigt ein lesbisches Kymation allerdings eindeutig
kleinasiatische Formen des 2. Jhs. n. Chr. Anders stellt sich die
Situation für Akanthusblattmotive auf attischen Sarkophagen
dar, welche eine breite Auswahl an Typen bieten, die durchaus in der
zeitgenössischen Kunsttradition verwurzelt sind. So finden
sich auf Sarkophagen Akanthusblätter, zu denen es zeitgleiche
Parallelen sowohl in der westlichen als auch in der heimischen
Bauornamentik gibt. Zwei Sarkophage zeigen Akanthusblattformen, die
Blattkelchen an Porträtbüsten aus dem Umkreis des
Herodes Atticus so nahe stehen, daß ein Abgleich der
Datierungen der Stücke sinnvoll ist. Solche
Übereinstimmungen scheinen zudem frühere Annahmen zu
bestätigen, daß Sarkophagspezialisten zuweilen mit
Bildhauern anderer Kunstgattungen eng zusammengearbeitet haben.
Schlagworte:
Sarkophage, attisch • Ornamente • Datierung
• Werkstatt ▲
Huberta
Heres, Buntmarmordekoration aus einem römischen Haus in Milet
Während der Grabung der Berliner Museen in Milet
wurden im Herbst 1902 im Keller eines verfallenen römischen
Hauses am Osthang des Theaterhügels Fragmente einer
Wanddekoration mit opus-sectile-Bildern gefunden. Nach Vorlagen des
Grabungsarchitekten Hubert Knackfuß wurden sie mit
umfangreichen Ergänzungen zu 4 großen ca. 1,95 m
hohen Tafeln zusammengesetzt. Die hochrechteckigen Felder, die wohl als
Orthostaten an der Wand eines reich ausgestatteten, festlichen
Gastmählern dienenden Raumes angebracht waren, zeigen
hochgestellte Rauten, in deren Mitte Serviertabletts dargestellt sind.
In den Zwickeln finden sich Füllhörner, Fackeln und
ein noch nicht gedeuteter Gegenstand. Durch den Vergleich der
Serviertabletts mit den silbernen Vorbildern ergibt sich ein Hinweis
für die Datierung der Dekoration in die 2. Hälfte des
2. oder das 3. Jh. n. Chr. Die Platten sind Kriegsverlust. Die
Bearbeitung kann nur an Hand von alten Schwarzweißphotos
erfolgen. So ist auch keine Bestimmung der verwendeten Marmorsorten
möglich.
Schlagworte:
Milet • Römisch • Wanddekoration
• opus sectile ▲
Andreas Schachner, Die
Ausgrabungen in Boğazköy-Hattuša 2006
Die Ausgrabungen im Tal vor Sarıkale wurden mit
einer Erweiterung nach Osten fortgeführt. Unter den erneut
massiven Schuttschichten, in denen mehrere
außergewöhnliche rundplastische Einzelfunde gemacht
wurden, konnten zwei regelmäßige Gebäude des
14. Jhs. v. Chr. freigelegt werden, die von Gassen umgeben sind. Der
östlich bis zum Felsen von Sarıkale
anschließende Hang ist durch mindestens zwei parallel
verlaufende Mauern terrassiert. Hethitische Werksteine könnten
von einem großen Gebäude herrühren.
Südwestlich von Sarıkale wurde auf einem
natürlichen Plateau, das die westliche mit der zentralen
Oberstadt und dem Tempelviertel verbindet, eine neue
Grabungsfläche begonnen. Es können drei Schichten
unterschieden werden, von denen die älteste im 14. Jh. v. Chr.
in einem massiven Feuer zugrunde gegangen ist. Die Datierung dieses
Gebäudes parallel zu den nördlichen Befunden deutet
auf eine grundlegende Neustrukturierung der westlichen Oberstadt von
Ôattuša in dieser Zeit hin. Auf eine weitere
hethitische Schicht folgt eine byzantinische Nutzung, die zeigt,
daß die Ausdehnung dieser Siedlungsphase wesentlich
größer ist, als bisher angenommen. Neue Funde von
Keilschrifttexten und Siegeln erweitern das bisher bekannte Spektrum.
In der Unterstadt wurde der rekonstruierte Abschnitt der Stadtmauer in
einem Festakt durch den Minister für Kultur und Tourismus
seiner Bestimmung übergeben.
Schlagworte:
Hattuša • mittelhethitisch • Rundplastik
• Architektur • Siegel • Keilschrifttexte
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Franziska Lang –
Ernst-Ludwig Schwandner – Peter Funke – Lazaros
Kolonas – Susanne Jahns – Andreas Vött,
Interdisziplinäre Landschaftsforschungen im westgriechischen
Akarnanien. Berichte zu den Surveykampagnen 2000–2002 sowie
zu den paläobotanischen und paläogeographischen
Forschungen auf der Plaghiá-Halbinsel Seit
2000 wird in einem interdispziplinären deutsch-griechischen
Kooperationsprojekt die im nordwestgriechischen Akarnanien gelegene
Plaghiá-Halbinsel systematisch erforscht. Die Prospektion des
Untersuchungsgebietes, das der Insel Lefkas gegenüberliegt,
erfolgte im Rahmen eines intensiven multiphasigen Rastersurveys, um
sowohl die Geschichte dieses Gebietes – deren
älteste Spuren bis in das mittlere Paläolithikum
hinabreichen – als auch die anthropogene Nutzung in Gestalt
ihrer Siedlungsaktivitäten und -muster zu rekonstruieren.
Darüber hinaus werden die schriftlichen und epigraphischen
Quellen erschlossen. Neben der Begehung der Halbinsel wurde auch ein
systematischer Stadtsurvey in der antiken Stadt Palairos
durchgeführt. Hierbei bot sich die Gelegenheit, durch
Bestimmung von Siedlungs- und Nutzungsaktivitäten im
Stadtterritorium Funktionsbereiche zu ermitteln, deren Kartierung
mögliche städtische Zonierungen sichtbar werden
lässt. Diesen Untersuchungen folgend, können die
Stadtentwicklungsprozesse mit ihren jeweiligen Erweiterungs- und
Schrumpfungsphasen auf der Grundlage eines diachronen
Längsschnitts beschrieben werden. Der Bericht schildert neben
den Zielen und Methoden auch Konzept, Struktur und Organisation des
Stadtsurveys Palairos sowie des Umlandsurveys. Darüber hinaus
werden die ersten archäologisch-historischen Ergebnisse der
Kampagnen 2000–2002 präsentiert.
Schlagworte:
Akarnanien • Kulturökologie •
Ortsaktivitätenanalyse • Raumarchäologie
• Stadtsurvey
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Susanne Jahns, Pollenanalytische
Untersuchungen am Voulkaria-See zur Erforschung der Vegetations- und
Umweltgeschichte der Plaghiá-Halbinsel Als
Beitrag zur Vegetations- und Umweltgeschichte der
Plaghiá-Halbinsel in der griechischen Provinz Akarnanien wurde
eine palynologische Untersuchung eines holozänen Profils aus
dem Voulkaria-See durchgeführt. Das Pollendiagramm zeigt, dass
nahezu während des gesamten Holozäns
sommergrüne Eichenwälder die natürliche
Vegetation dieses Landstrichs bildeten. Bis ca. 7000 B.C. kamen Mastix-
oder Terebinthen-Sträucher häufig vor,
immergrüne Gehölze waren insgesamt selten. Ab ca.
6300 B.C. breiteten sich Orienthainbuchen und/oder Hopfenbuchen aus.
Gegen 5300 B.C. zeigen steigende Werte von Heidekraut-Pollen entweder
ein trockeneres Klima und/oder ersten menschlichen Einfluss. Seit etwa
3500 B.C. wird eine Bewirtschaftung der Gegend durch vermehrtes
Vorkommen immergrüner Pflanzen klar angezeigt. Die
Gründung der klassischen Stadt Palairos führte zu
einer vorübergehenden Dominanz von Steinlinden-Macchie.
Während dieses Zeitabschnitts zeigen Funde marin-brackischer
Mollusken im Seesediment eine Verbindung zum Meer. Die
sommergrünen Eichenwälder breiteten sich erneut aus,
nachdem der menschliche Einfluss nachließ, und blieben bis in
die Neuzeit bestandsbildend.
Schlagworte:
Plaghiá • Palairos • Voulkaria-See
• Vegetationsgeschichte • Palynologie
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Andreas Vött –
Helmut Brückner – Christian Georg –
Mathias Handl – Armin Schriever – Hans-Joachim
Wagner, Geoarchäologische Untersuchungen zum
holozänen Landschaftswandel der Küstenebene von
Palairos (Nordwestgriechenland)
Sedimente aus der Küstenebene von Palairos
(Akarnanien, Nordwest-Griechenland) wurden mit Hilfe
geomorphologischer, sedimentologischer, radiologischer, makro- und
mikrofaunistischer sowie geochemischer Methoden analysiert. Auf der
Grundlage von Radiokohlenstoffdatierungen wurde eine Geochronologie
holozäner Küstenveränderungen erstellt. In
der südlichen Ebene reichte die maximale Transgression
ungefähr 1 km landeinwärts und datiert auf das 7. Jt.
v. Chr. In der Folge entwickelte sich ein Strandwallsystem, welches
eine Lagune vom offenen Meer abriegelte. Um 4400 cal BC ereignete sich
eine starke, jedoch kurzfristige Ingression. Zur gleichen Zeit
führte verstärkter Oberflächenwasserabfluss
zur maximalen Ausdehnung des Voulkaria-Sees und zur
allmählichen Aussüßung der Lagune bei
Palairos. Zur Zeit der Gründung des antiken Palairos im 6. Jh.
v. Chr. dominierten flachgründige Seen und Sümpfe die
zentralen, tief gelegenen Bereiche der Ebene. Die Küstenlinie
lag rund 200–400 m meerwärts des heutigen Strands.
Es existierte eine schmale Kanal-ähnliche,
möglicherweise auf Tsunami-Einwirkung zurückgehende
Verbindung zwischen der Küste bei Palairos–Pogonia
und dem Voulkaria-See, die eventuell zum Treideln von Booten verwendet
werden konnte. Im Verlauf der vergangenen 4000 Jahre erfuhr die
Küstenebene von Palairos einen verstärkten Eintrag
fluvialer Sedimente.
Schlagworte:
Griechenland • Akarnanien • Geoarchäologie
• Paläogeographie •
Küstenveränderungen
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Manfred Schuller,
Bauforschungsperspektiven. Innovationsdrang – Innovationszwang
Innovationsdrang ist für das Fach Historische
Bauforschung nützlich, ja notwendig. Die neuen
Errungenschaften der Technik, aber auch die Ausweitung der
Fragestellungen in den letzten Jahrzehnten bieten hierzu
Herausforderungen verbunden mit vielen Chancen. Steter Innovationszwang
aber, das unkritische Übernehmen jeder Modeströmung,
ist schädlich. Wichtig ist, sich auf Wesentliches zu besinnen,
Bewährtes zu erhalten, zu pflegen und behutsam und
überlegt fortzuentwickeln. Die Kernmethode der Bauforschung,
über genaues »Hinsehen« –
vermittelt durch welche Art und Weise auch immer –
historische Gebäude oder deren Reste zu erkennen und zu
erklären, hat sich über lange Zeit auf vielen Feldern
gut bewährt und ist auch gerüstet für
zukünftige Anforderungen. Innovationen sind dabei willkommen,
aber nicht zwanghaft, sondern überlegt.
Schlagworte:
Bauforschung • Baugeschichte • Archäologie
• Denkmalpflege • innovative Technologien
▲
Martin Bachmann, Standort und
Herkunft. Zur Begriffsbestimmung der Interdisziplinarität in
der Bauforschung
Die weit zurückreichende Tradition
interdisziplinärer Zusammenarbeit in der
archäologischen Bauforschung wird an den beiden
Surveyunternehmungen in Aigai 1886 und in Aksum 1906 aufgezeigt, wo in
beiden Fällen sehr unterschiedliche akademische Disziplinen
beteiligt gewesen sind. Dies wird mit der Entstehung der Baugeschichte
als institutionalisiertem Lehrfach und seiner schon
ursprünglich stark fächerübergreifend
angelegten Ausrichtung in Verbindung gebracht. Aus der Analyse dieser
Entwicklung werden Perspektiven für den akademischen
Fortbestand baugeschichtlicher Lehre aufgezeigt, der Voraussetzung
für eine Zukunft der archäologischen Bauforschung
ist.
Schlagworte:
Geschichte der Altertumskunde • Bauforschung •
interdisziplinäre Untersuchungen • Aigai •
Aksum
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Joachim Ganzert – Cord
Meckseper, Vom Fluchtpunkt zur Raum-/Kontextperspektive.
»Bauforschungsperspektiven« in der Kritik
Im Folgenden werden nicht, wie im Ausschreibungstext zum
Kolloquium vorgeschlagen, »innovative Ansätze sowohl
laufender Forschung, als auch geplanter Projekte« vorgestellt,
»um so den aktuellen Standort und Perspektiven der
archäologischen Bauforschung kritisch hinterfragen zu
können«; es wird vielmehr umgekehrt verfahren: das
kritische Hinterfragen soll vorangestellt werden vor eine vielleicht zu
früh vollzogene Beantwortung, was denn unter
»innovativem Ansatz« eigentlich zu verstehen sei.
Anstatt einen Zug mit vorgeblich bekannter Innovationsrichtung zu
besteigen, wollen wir zunächst die Wahrnehmung auf
verschiedene ›Karten‹ richten, um zu erfahren, ob
überhaupt die Richtung des Zuges stimmt. Wir wollen also diese
Wahrnehmungsproblematik zu ›durchschauen‹
versuchen, indem wir den willkommenen Begriff
›Perspektive‹ = ›Durchschauen‹
im Hinblick auf Wahrnehmungsfluchtpunkte, Wahrnehmungsschichten und
Kontextdimensionen architekturforscherischer Perspektive nutzen und
ihnen – gewissermaßen Brennweite für
Brennweite – mit zwei Zoomen nachgehen. Zoom 1, von der Tele-
zur Weitwinkelperspektive: also vom konkreten Befund zu den wahr- oder
unwahrnehmenden Disziplinen; Zoom 2, von der Weitwinkel- zur
Teleperspektive: also vom universitären Wissenschaftsbetrieb
zum konkreten Befund und heutigen Wahrnehmungstraditionen.
Schlagworte:
Bauwesen • Wissenschafts- und Kulturgeschichte •
Theorie und Methodik
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Claudia Bührig,
Bauforschung – Baugeschichte. Eine ergänzende
Perspektive: Der Baubefund als Wissensspeicher
Der Beitrag plädiert für eine
wissensgeschichtliche Perspektiverweiterung der Baugeschichte. Nach
einer kurzen Darstellung etablierter Methoden der historischen
Bauforschung rückt er die historische Kontextualisierung des
Bauwerkes bzw. des Baubefundes in den Fokus. Durch diesen Schritt wird
die historische Bauforschung in die Baugeschichte transformiert. Aus
der Sicht einer ›Geschichte des Wissens‹ spielt
für die Baugeschichte der Prozeß des Bauens selbst
eine herausragende Rolle. Zunächst wird aufgezeigt, welche
Potentiale die baugeschichtliche Quelle par excellence, der Bau,
für die Rekonstruktion von Wissensbeständen, die den
Bau erst ermöglichten, bereit hält. In einem zweiten
Schritt verweist der Beitrag auf Quellenmaterial, das in den Blick zu
nehmen ist, um weitere Informationen über diese prozessualen
Wissensbestände zu erhalten. Die hier angesprochene
Möglichkeit bauhistorischen Forschens erscheint insofern
aktuell, als Wissen gegenwärtig eines der zentralen Themen in
unterschiedlichsten geschichtswissenschaftlichen Disziplinen ist und
die Baugeschichte hierzu eminente Erkenntnisse liefern kann.
Schlagworte:
Wissenschaftsgeschichte • Wissen • Bauwesen
• Architektur • Methodologie und Theorie ▲
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