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EMAGINES. Digitale Aufarbeitung der bedrohten Glasnegative des Deutschen Archäologischen Instituts

Das DAI verfügt aufgrund seiner Forschungstradition weltweit über die größten und ältesten Bildbestände im Bereich der Archäologie der Mittelmeerländer. Sie sollen unter dem Projekttitel EMAGINES in einer strategischen Langzeitplanung digitalisiert und über die vom Deutschen Archäologischen Institut und dem Forschungsarchiv für Antike Plastik der Universität Köln betriebene Webdatenbank Arachne weltweit zugänglich gemacht werden.

Derzeit sind die Bestände der ältesten und historisch wertvollsten Aufnahmen für heutige Benutzer nur durch persönliche Recherchen in den jeweiligen Fotoarchiven der DAI-Auslandsabteilungen in Athen, Istanbul und Kairo zugänglich. Der Bestand ist nicht nur durch die manuelle Nutzung, die das Ausgangsmaterial belastet und in ihm enthaltene Informationen unwiderruflich zerstört, bedroht, sondern wird darüber hinaus durch gravierende Umwelteinflüsse und Naturkatastrophen wie Erdbeben beeinträchtigt. Neben diesen drängenden konservatorischen Problemen sind die Erschließungsdefizite der in den Negativbeständen enthaltenen Informationen offensichtlich. Die Gliederungsschemata der Fototheken können eine inhaltlich strukturierte Sacherschließung nicht ersetzen. Das in den Glasnegativen des DAI enthaltene Potential muss im gegenwärtigen Benutzungsmodus also nicht nur als gefährdet, sondern auch weitgehend brachliegend angesehen werden.

Ziele

Das Hauptziel des hier beschriebenen Projektes ist die webgestützte Erschließung eines bedrohten Bestandes an Glasnegativen und Diapositiven, der aufgrund seines Informationsgehaltes von außerordentlich hoher wissenschaftlicher Bedeutung für die Forschung ist. Als Teilziele sind zu nennen:
- die Erhaltung des besonders wertvollen Informationsbestandes der vom endgültigen physischen Zerfall bedrohten Glasnegative und Diapositive, der überwiegend historische, heute nicht mehr in dieser Form erhaltene Zustände dokumentiert,
- die Beschränkung der zukünftigen manuellen Zugriffe auf ein Minimum, etwa auf rein physikalische Konservierungsmaßnahmen,
- die inhaltliche Erschließung der in den Glasnegativen und Diapositiven enthaltenen wissenschaftlichen Informationen durch die Webdatenbank Arachne,
- die weitere Verbesserung der Strukturierung der textuellen Daten, um sie im Rahmen der Kriterien des Semantic Web nutzbar zu machen durch eine Ausweitung der CIDOCCRM- Implementation in Arachne sowie anderen Informationssystemen des DAI,
- die stärkere Verbreitung der im hier beschriebenen Projekt erzeugten Daten durch die Integration in andere Webressourcen, wobei sich hier insbesondere der Kontakt zu Perseus erfolgversprechend entwickelt hat.

Departments:
Berlin Head Office

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Bisherige Arbeiten und Ergebnisse

Zu Beginn des Jahres 2008 waren in den drei Auslandsabteilungen des DAI 45.613 Glasnegative gescannt. Davon entfallen auf Athen 20.090 Scans, auf Istanbul 21.523 Scans und auf Kairo 4.000 Scans. Das von dem Projekt angestrebte Ergebnis wurde danach deutlich übertroffen. Die meisten Scans wurden bereits digitalphotographisch aufbereitet und die bearbeiteten Bilder archäologisch bestimmt und für die archäologische Informationsrecherche in die Arachne-Datenbank eingestellt. Sämtliche bisher angefertigten Bilddateien und Datenbankdaten sind über das Rechenzentrum der Universität Köln mehrfach und langfristig gesichert. Derzeit (Februar 2008) sind ca. 42.646 Glasnegative über Arachne abfragbar. Eine unscharfe Metasuche nach den Zeichenketten 'Emagines, ''D-DAI-ATH', 'D-DAI-IST' und 'D-DAI-KAI' ermöglicht eine Gesamtübersicht über 27.000 Objektdatensätzen verschiedener Kategorien, denen die Glasnegative in Arachne zugeordnet sind. In der sog. Bildernavigation können 42.646 Bilddatensätze abgefragt werden, die das Glasnegativ als solches adressieren. 

Weitere Bestrebungen

Nach Abschluss des ersten Projektteils ist geplant, in einem zweiten - separat bei der DFG beantragten - Projektteil weitere 40.000 der gefährdeten Glasnegative zu digitalisieren. Im zweiten Projektteil sollen nun auch neben weiteren Negativen der Abteilung Athen Teile der Fotobestände der Abteilungen Rom, Madrid, Eurasien mit der Außenstelle Teheran sowie der Zentrale in Berlin mit einbezogen werden. 

Kooperationen

Das Projekt ist eine gemeinsame Unternehmung der Zentrale des Deutschen Archäologischen Instituts und dem Institut für Klassische Archäologie an der Universität Köln, Forschungsarchiv Antike Plastik

Ansprechpartner

Prof. Dr. Ortwin Dally

Klassische Archäologie
Telefon: 01888-7711-133
Telefax: 01888-7711-191
Email: generalsekretaer@dainst.de

Dr.-Ing. des. Peter Irenäus Schneider

Bauforschung
Telefon: 01888-7711-137
Telefax: 01888-7711-191
Email: ps@dainst.de
Further Email Addresses: architektur@dainst.de

externe Ansprechpartner

Forschungsarchiv für Antike Plastik am Archäologischen Institut
Universität zu Köln
Prof. Dr. Reinhard Förtsch
Albertus Magnus Platz
D - 50923 Köln
Fon: 0049/221/470-2946
Fax: 0049/221/470-5099
http://www.arachne.uni-koeln.de
E-Mail: foertsch@uni-koeln.de  


 
 

updated: 03/17/08

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