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Lissos

Lissos

Urbanistik und sozio-ökonomische Strukturen einer hellenistischen Polis in Illyrien

Abteilungen:
Zentrale Berlin

Weitere Informationen zur Abteilung/Kommission, die das Projekt betreut

 

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Geschichte

    
  Blick von Akrolissos auf die Zitadelle von Lezha/Lissos  

Die eindrucksvollen Stadtmauern sowie die literarischen Nachrichten bezeugen, dass Lissos (heute Lezha in Nord-Albanien) zu den bedeutenden hellenistischen Städten Illyriens gehörte. Nach bisherigem Forschungsstand wahrscheinlich in frühhellenistischer Zeit gegründet, war sie zeitweilig Sitz illyrischer Kleinkönige. Das Siedlungsgebiet, heute nur wenige Kilometer vom Adriatischen Meer entfernt, zieht sich bis auf eine Höhe von 165 m ü. N.N.; überragt wird die Akropolis von dem 410 m hoch gelegenen Akrolissos, dessen Einnahme durch Philipp V. im Jahre 213 v. Chr. während des Ersten Makedonischen Krieges Polybios (8, 5, 16) beschreibt. Lissos gehörte zum Reich des letzten illyrischen Königs Genthios von Scodra, als es im Jahr 168 v. Chr. an Rom fiel. Ab 118 v. Chr. war es die südlichste Stadt des neu gegründeten 'Aufgabenbereiches' Illyria. Im Bürgerkrieg zwischen Pompeius und Caesar stand Lissos auf der Seite Caesars, nachdem die Garnison des Pompeius vertrieben worden war. Caesar (civ. 3,29,1) berichtet, dass er die griechische Polis Lissos dem dort entstandenen conventus civium Romanorum attribuierte und die Befestigungen erneuern ließ. In der Kaiserzeit war Lissos/Lissus Straßenknotenpunkt und Hafen und lag als südlichste Stadt der Provinz Dalmatia am Schnittpunkt zwischen dem lateinischsprachigen Westen und dem griechischsprachigen Osten. Schon im Vertrag von 228 v. Chr. markierte Lissus den südlichsten Punkt des illyrischen Einflussgebietes gegenüber dem griechischen. Als eine in einer hellenisierten Region neu entstandene Polis bietet Lissos die Chance, die Funktionsweise einer hellenistischen Stadt im südillyrischen Raum in ihrer Abhängigkeit vom griechischen Kulturbereich zu untersuchen und die Entwicklung dieser Stadt bis in die frühe Kaiserzeit nachzuzeichnen. Ausgehend von der Annahme, dass sich die während dieser fast drei Jahrhunderte sich deutlich verändernden politischen Rahmenbedingungen auf das Stadtbild und die urbane Struktur auswirkten, sind Entwicklungen in der Organisation des öffentlichen, sakralen und privaten Raumes zu erwarten, die Rückschlüsse auf die sich wandelnden politischen und sozio-ökonomischen Verhältnisse zulassen. Aufgrund der Lage von Lissos sind darüber hinaus Erkenntnisse zu den Hellenisierungs- und Romanisierungsprozessen in der Region möglich. Im Gegensatz zur Mehrzahl der neuzeitlich überbauten antiken Stätten Albaniens bestehen in Lissos - mit seinen gut erhaltenen Stadtmauern sowie seinem die Gedenkstätte des Nationalhelden Skanderbeg umgebenden archäologischen Park - ausgezeichnete Voraussetzungen für Ausgrabungen.  

Ziele

Ziel des deutsch-albanischen Projekts seit 2006 ist die Erforschung des urbanen Wandels der illyrischen Stadt Lissos in der hellenistischen Zeit. Es wird davon ausgegangen, dass sich die veränderten politischen Rahmenbedingungen in den Jahrhunderten von ihrer Gründung im 4. oder 3. Jh. v. Chr. bis in die frühe Kaiserzeit auf das Stadtbild und die urbane Struktur von Lissos ausgewirkt haben. Die Entwicklungen in der Organisation des öffentlichen, sakralen und privaten Raumes, die Rückschlüsse auf die sich wandelnden politischen und sozio-ökonomischen Verhältnisse der Polis zulassen, sollen durch Ausgrabungen im Stadtgebiet greifbar gemacht werden.  

Forschungsgeschichte

    
  Die Unterstadt von Lissos mit dem Skanderbeg-Denkmal, im Hintergrund links die Akropolis mit der venezianisch-osmanischen Zitadelle, rechts Akrolissos  

Die Erforschung von Lissos beginnt mit T. Ippen, österreichisch-ungarischer Konsul in Shkodra, der 1907 einen ersten Bericht zu Lissos vorlegte. Im Jahre 1919 publizierten die österreichischen Archäologen C. Praschniker und A. Schober eine ausführliche Beschreibung der damals sichtbaren Stadtmauern sowie den ersten topografischen Plan. Die westliche Stadtmauer - zum Drin hin - zeichnete sich damals samt ihrer Türme fast nur in der Struktur der modernen Hausbebauung von Lezha ab. Die partielle Freilegung und Rekonstruktion der Stadtmauern ist den albanischen Archäologen F. Prendi und K. Zheku zu verdanken. Ihre Publikation von 1979 stellt die bisher gründlichste Analyse der Befestigungen von Lissos dar. Im Jahre 1979 wurde Lezha von einem schweren Erbeben heimgesucht, bei dem zahlreiche Gebäude einstürzten. In der Folge wurde im Gebiet der antiken Unterstadt ein Nationalpark eingerichtet, der die antiken Strukturen vor moderner Überbauung schützt. Schon F. Prendi nützte diese Gelegenheit, die Stadtmauern im Bereich der Unterstadt zu erforschen. So wurde z. B. die westliche zum Drin hin gelegene Mauer freigelegt und das sog. 'Hafentor' ausgegraben. Für neue Forschungen bietet Lissos ausgezeichnete Bedingungen, da ein nicht unwesentlicher Teil der Unterstadt als Parkanlage für Ausgrabungen zur Verfügung steht.  

Bisherige Arbeiten

    
  Akropolismauer als Teil der Zitadelle  
    
  Stadttor von Lissos im Norden der Oberstadt  

Die Stadtmauern
Die das Stadtareal einschließenden Stadtmauern mit einer Länge von gut 2200 m, mit 14 Türmen und 10 Toren weisen stellenweise noch eine Breite von 3 m und eine Höhe von 4 bis 5 m auf. Die zeitliche Einordnung des Stadtmauerrings in das späte 4. Jh. oder 3. Jh. v. Chr. muss als ungesichert gelten. Bisher kann nicht ausgeschlossen werden, dass Lissos 385/4 v. Chr. von Dionysios I. von Syrakus als eine seiner Adriakolonien gegründet wurde - wie von Diodor (15,13, 2; vgl. 15,14,2) überliefert - und die Stadtmauer bereits zu dieser Zeit errichtet wurde. Für die Datierung des Diateichisma, das häufig mit der Wiederbefestigung von Lissos durch Caesar verbunden wird, gibt es keine sicheren Anhaltspunkte. Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist daher eine Bauaufnahme der Stadtmauer, die bisher fehlt. Sie wird durch Sondagen an verschiedenen Abschnitten der Wehranlage unterstützt, um so Informationen zur absoluten Chronologie der Bauphasen zu gewinnen.

Die Unterstadt
Die Unterstadt von Lissos war über das Mittelalter und die frühe Neuzeit hinweg das Zentrum des Ortes Alessio/Lezha. Nach dem schweren Erdbeben von 1979 entstand aus den in einer Moschee verbauten Resten der Nikolauskirche das Skanderbeg-Denkmal mit einem umliegenden Park, der das südwestliche Viertel der antiken Polis mit dem 'Südtor' und dem 'Hafentor' im Westen umfasst. Das mit Baumaschinen modellierte Gelände weist an wenigen Stellen noch Fundamentreste der modernen Bebauung auf; stellenweise liegt aber sogar Architektur des 1. Jhs. v. Chr. unmittelbar unter der Grasnarbe. Damit bietet sich hier die Chance, zusammenhängende Teil des hellenistischen Lissos freilegen und damit den urbanen Wandel während des Hellenismus bis in die frühe Kaiserzeit hinein erforschen zu können.

Die Oberstadt
Das steil ansteigende Gelände bildet oberhalb des Diateichisma mehrere Terrassen, die nur zum Teil modern genutzt werden. Es ist zu erwarten, dass sie dicht bebaut waren oder aber öffentlichen Gebäuden Platz boten. Ein kleiner rechteckiger Bau wurde in den 70er oder 80er Jahren ausgegraben, blieb aber unpubliziert.

Die Akropolis
Die venezianisch-osmanische Zitadelle von Alessio/Lezha bedeckt die antike Akropolis vollständig. Gleichzeitig haben sich in ihr Abschnitte der Akropolisummauerung hervorragend erhalten. Die Dokumentation des antiken Baubestands soll durch Sondagen begleitet werden.

Akrolissos
Den österreichischen Archäologen C. Praschniker und A. Schober gelang es 1919, das von Strabon (7, 316) und Polybios (8, 15, 16) erwähnte Akrolissos mit dem 410 m hohen Mali e Shelbuemit zu identifizieren. Nach F. Prendi und K. Zheku wurde Akrolissos bereits im 8. Jh. v. Chr. (eisenzeitliche Gajtan-Kultur) teilweise befestigt und im 6. Jh. v. Chr., zeitgleich mit der Befestigung der Akropolis von Lissos, erneuert. Beabsichtigt ist vor allem die Dokumentation des Bestands, d. h. die Erstellung eines neuen topographischen Plans, in dem die sichtbaren architektonischen Reste vermerkt werden.

Das Umfeld von Lissos
Seine Bedeutung in der Antike verdankt Lissos seiner nahezu optimalen Lage. An einem steilen Hang gelegen, der sich bis auf 165 m Höhe hochzieht, bietet dieser hervorragenden natürlichen Schutz. Zusätzlich wurde die Stadt durch das nahe Akrolissos, eine 410 m hohe Gebirgskuppe, gesichert. Bei Lissos verlief die Straße von Scodra nach Epidamnos (Durrës); eine weitere Straße zweigte nach Osten ab. Die Stadt besaß zudem einen Hafen. Unklar ist, ob es sich dabei um einen Flusshafen handelte - heute liegt Lezha etwa 7 km von der Adria entfernt. Über hellenistische oder auch römische Siedlungen und Gehöfte in der Umgebung von Lissos ist nichts bekannt, denn Surveys haben bisher in der nordalbanischen Küstenebene nicht stattgefunden. Soweit möglich sollen daher naturwissenschaftliche Untersuchungen zur antiken Umwelt von Lissos gefördert und erste Schritte zu einer systematischen Erforschung der hellenistischen Hinterlassenschaften Nordalbaniens unternommen werden.  

Aktuelle Arbeiten

    
  Lissos, das 'Südtor' der Unterstadt  
    
  Lissos, Unterstadt. Die 'hellenistische Mauer' im Grabungsbereich A von Westen  
    
  Lissos, Unterstadt. Grabungsbereich A von Süden. Rechts im Bild ist die 'hellenistische Mauer' in Aufsicht zu sehen  
    
  Lissos, Oberstadt. Bau auf der 'Tempelterrasse'  
    
  Akrolissos, Turmruine  

Die Stadtmauer
In der Oberstadt dienten 2007 mehrere Sondagen der Klärung der Bauphasen und der Zeitstellung des Stadtmauerrings. Seine Errichtung lässt sich bisher noch nicht sicher datieren. Sicher später entstand aufgrund der nachgewiesenen Baufugen das Diateichisma (Grabungsbereich G). Die 2007 freigelegten Befunde im Grabungsbereich H machen es wahrscheinlich, dass es nicht erst in caesarischer Zeit, sondern bereits in der 2. Hälfte des 3. Jhs. v. Chr. angelegt wurde, möglicherweise im Kontext mit der makedonischen Eroberung des illyrischen Lissos im Jahre 213 v. Chr. Die Arbeiten an der Stadtmauer - Bauaufnahme und Sondagen - sollen fortgesetzt werden.

Die Unterstadt: Flächengrabungen zur Klärung der urbanen Struktur
Bereits vor Beginn des Projekts hatte G. Hoxha nördlich des Skanderbeg-Denkmals eine Sondage angelegt, bei der eine Mauer mit einer sauber gearbeiteten Ansichtsseite freigelegt wurde. Sie stützte die Terrasse, auf der die 'Nord-Süd-Straße' verlief. Vor dieser Mauer konnte in den Kampagnen 2006 und 2007 eine insula-artige Bebauung freigelegt werden (Grabungsbereich A). Der Befund erwies sich als sehr komplex: Nur auf sehr kleiner Fläche konnte ein Dachversturz mit dazugehörigen Mauerstümpfen ('Bauzustand 3') erreicht werden, der nach der bislang geborgenen Keramik wohl in das 2. Jh. v. Chr. gehört. Über diesem Dachversturz wurde eine neue, ebenfalls nach Norden orientierte Architektur errichtet, die auf den alten Mauerverlauf keine Rücksicht zu nehmen scheint. Fundamentiert wurde sie mit Spolien, die entweder von der Stadtmauer oder einem in ähnlicher Technik errichtetem Gebäude stammen ('Bauzustand 2'). Auch diese Architektur wurde zerstört; der zugehörige Versturz lässt sich bisher nur ungefähr dem 1. Jh. v. Chr. zuweisen. Diese Zerstörung war Anlass für eine weitere Neuplanung: Die alten Mauern wurden zumindest teilweise als Fundamente weitergenutzt und das gesamte Areal um rund 2 m aufgeschüttet, so dass das Laufniveau dem der zuvor auf einer Terrasse geführten 'Nord-Süd-Straße' der Stadt entsprach ('Bauzustand 1'). Dieser jüngste 'Bauzustand 1' ist wahrscheinlich im 1. Jh. n. Chr. zerstört worden.
Ein Tiefschnitt zur Klärung der stratigraphischen Sequenz in der Nähe des 'Hafentores' (Grabungsbereich C) erbrachte mittelalterliche, spätrömische und römische Abfallschichten, bis schließlich eine Mauer mit einer Versturzschicht wohl des 1. Jhs. n. Chr. zu Tage kam. Es ist denkbar, dass die Zeitstellung dieser Dachziegellage zeitlich der Zerstörung des 'Bauzustandes 1' des Grabungsbereichs A entspricht, diese Zerstörung daher möglicherweise das ganze Stadtgebiet betraf. Der hier freigelegte Bereich wurde später jedenfalls nicht mehr bebaut.
Außerhalb des 'Südtores' wurde im Bereich einer kleinen Therme, dem sog. 'Apsidenbau' (Grabungsbereich B), weiter gearbeitet, der bereits vor Beginn der Kooperation von den albanischen Kollegen ausgegraben worden war. Bemerkenswert ist, dass der Vorgängerbau, auf dessen Fundamentierung der 'Apsidenbau' sitzt, in einen Turm des 'Südtores' eingreift. Aus der Bauaufnahme der Stadtmauer ging hervor, dass nur die beiden untersten Lagen der südlichen Stadtmauer und des Tores original sind - und ihre Oberkante damit der Unterkante des Fundaments des 'Apsidenbaus' entspricht. Die Stadtmauer wurde offenbar in ihrem südlichen Bereich zu einem noch nicht genau benennbaren Zeitpunkt abgetragen. In dieser Kampagne konnte nachgewiesen werden, dass der 'Apsidenbau' auf einem Dachversturz des 1. Jhs. v. Chr. liegt, unter dem ein Mosaik des 2. Jhs. v. Chr. entdeckt wurde. Der Dachversturz korreliert zeitlich wohl mit dem Zerstörungshorizont des 'Bauzustandes 2' in Grabungsbereich A und lässt eine großflächige Zerstörung von Lissos im 1. Jh. v. Chr. vermuten.

Die Oberstadt
Das bereits von albanischen Kollegen in den 70er oder 80er Jahren ausgegrabene Gebäude muss wegen der sehr sorgfältigen Bearbeitung seiner Steinquader, die an die der Stadtmauer erinnern, eine besondere Bedeutung gehabt haben. Da aber nur eine Steinlage über dem Fundament erhalten blieb, und der Grundriss zudem durch spätere Umbauten verändert wurde, kann zur Funktion dieses Baus auch nach der Bauaufnahme noch keine sichere Aussage getroffen werden. 2007 wurden drei Sondagen (Grabungsbereich M) um das Gebäude herum angelegt - mit überraschendem Ergebnis: Das Fundament wurde erst im 1. Jh. v. Chr. errichtet; in den Sondagen an den Fundamenten fanden sich mehrere Erdlagen mit vermischtem Keramikmaterial aus dem 3. bis 1. Jh. v. Chr.; erst darunter wurde Keramik ausschließlich des 3. Jhs. v. Chr. angetroffen. Offenbar war auch hier im 1. Jh. v. Chr. - wie im Grabungsbereich A in der Unterstadt ('Bauzustand 1') - das Gelände im Zuge einer Neuplanung aufgeschüttet worden.

Akrolissos
Der 410 m hohe Berg Mali Shelbuëmit (Grabungsbereich Y) war Gegenstand einer fünftägigen Vermessungs- und Grabungskampagne. Die Reste der Festungsanlage Akrolissos, deren Einnahme durch das Heer Philipps V. während des Ersten Makedonischen Krieges Polybios (8, 5, 16) ausführlich beschreibt, wurden in der Kampagne 2007 durch das Team der TFH Berlin neu eingemessen, wobei der bisher bestehende Plan der Festung ergänzt werden konnte. Zudem wurde ein neuer topographischer Plan erstellt. Zwei Sondagen zur Klärung der Stratigraphie zeigten, dass sich zum Hang hin immer wieder erodiertes Material angesammelt hat, so dass sauber zu trennende Erdlagen mit eisenzeitlicher Keramik sogar unmittelbar über Lagen mit römischem Material angetroffen wurden. Die Arbeiten auf Akrolissos konnten soweit abgeschlossen werden, dass lediglich der topographische Plan im Bereich der unteren Terrasse noch zu vervollständigen ist.

Das Umland von Lissos
Im Jahre 2006 wurde das Projekt durch geoarchäologische Untersuchungen der Universität Marburg begleitet. Diese Untersuchungen wurden 2007 mit Bohrungen in Lissos und dessen direkter Umgebung sowie in der nordalbanischen Küstenebene fortgesetzt, um den antiken Verlauf der Küstenlinie und des Flusses Drin zu rekonstruieren. Nachdem 2006 bereits wahrscheinlich gemacht werden konnte, dass sich vor dem sogenannten 'Hafentor' ein Hafen befunden hatte, zeichnet sich nach den neuesten Bohrungen das Ergebnis ab, dass Lissos einen von der Adria aus für alle Schiffe zugänglichen Seehafen besaß.
Im Rahmen der geoarchäologischen Kampagne 2006 wurde ein Survey unternommen, der sich v. a. auf das nördliche Umland von Lissos/Lezha konzentrierte. Neben zahlreichen bronzezeitlichen Tumulusgräbern auf den Bergrücken Mali i Rrencit und Mali i Kakarriqit wurde u. a. die hellenistische Stadt Bushat, auf halben Wege zwischen den illyrischen Zentren Lissos und Scodra (Shkodra) gelegen, untersucht. Da nach den bisherigen Forschungen zur antiken Umwelt von Lissos zu erwarten steht, dass die der Versorgung der Stadt dienenden hellenistischen und römischen Kleinsiedlungen und Gehöfte v. a. an den Hängen des östlichen Gebirges lagen, wird sich die Surveytätigkeit auf diesen Bereich konzentrieren.  

Kooperationen

Prof. as. Dr. Gëzim Hoxha
Archäologisches Institut Albaniens
Bulevardi 'Dëshmorët e Kombit'
Sheshi 'Nënë Tereza'
Tiranë - Albania
Tel.: 00355 4 240 711; Fax: 00355 4 240 713
E-mail: ghoxha@albmail.com

Labor für geodätische Messtechnik der Technischen Fachhochschule Berlin - Dipl.-Ing. Ursula Rübens
Geographisches Institut der Universität Marburg - Prof. Dr. Helmut Brückner, Dipl.-Ing. Levent Uncu  

Ansprechpartner

PD Dr. phil. Ortwin Dally

Klassische Archäologie
Telefon: 01888-7711-133
Telefax: 01888-7711-191
Email: generalsekretaer@dainst.de

Dr. phil. Andreas Oettel

Klassische Archäologie
Telefon: 01888-7711-0
Telefax: 01888-7711-191
Email: wissenschaft@dainst.de

Förderung

DFG (SPP 1209: »Die hellenistische Polis als Lebensform. Urbane Strukturen und bürgerliche Identität zwischen Tradition und Wandel«)  

Literatur

T. Ippen, Scutari und die nordalbanische Küstenebene (1907) 55 ff.

T. Ippen, Denkmäler verschiedener Altersstufen in Albanien, in: Wissenschaftliche Mitteilungen aus Bosnien und der Herzegowina X (1907) 53 ff.

C. Praschniker - A. Schober, Archäologische Forschungen in Albanien und Montenegro (1919) 14 ff.

F. Prendi - K. Zheku, La ville illyrienne de Lissus. Son origine et son système de fortifications, Iliria 2, 1972, 239 ff.

P. R. Franke, Albanien im Altertum, Sondernummer Antike Welt (1983) 14 ff.

E. Pochmarski - G. Hoxha, Lissos: Quellen und Stadtgeschichte, Römisches Österreich 28, 2005, 243 ff.  

 


 
 

Aktualisiert: 26.02.2008

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