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Russische Föderation: Ergeninskij
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Das Kurgangräberfeld Ergeninskij in der Teilrepublik Kalmykien
Location
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Ergeninskij, Kurgan 13.
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Blick auf das Dorf Ergeninskij.
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Ergeninskij, im Vordergrund Kurgan 14.
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Die Teilrepublik Kalmykien liegt im südlichen Teil des europäischen Steppengürtels mit dem Nordwestufer des Kaspischen Meeres als Ostgrenze. Kalmykien gliedert sich in drei Naturräume, die Ergeni-Erhebung im Westen, die Kaspische Senke im Osten zum Meer hin und die Kumo-Manyč-Senke im Süden.
Das namengebende Dorf Ergeninskij liegt etwa 90 km nördlich der Hauptstadt Ėlista an der Schnellstraße M6, die den Kaukasus in nördlicher Richtung mit Volgograd verbindet. Das Kurgangräberfeld erstreckt sich am Abhang eines der zahlreichen Ausläufer der Ergeni-Erhebung unweit der Schnellstraße und verläuft ebenfalls annährend in Nord-Süd-Richtung. Es lässt sich in drei Bereiche, einen südlichen, einen mittleren und einen nördlichen, gliedern. Im Zentrum der Untersuchungen steht die mittlere Gruppe, die heute aus sieben Kurganen besteht.
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Objectives
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Ergeninskij. Kurgan 14 Grab 2.
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Ergeninskij. Kurgan 14, Grab 2. Glaspaste- und eine Bronzeperle.
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Kurgane stellen seit dem Äneolithikum weitsichtbare Grabdenkmäler des eurasischen Steppengürtels dar. Während moderne Landwirtschaft und Städtebau in weiten Bereichen des europäischen Steppengebietes zu einer deutlichen Dezimierung dieser Denkmälergattung geführt haben, finden wir in der Teilrepublik Kalmykien genau die umgekehrte Situation vor. Eine extreme Dichte der Kurgane erlaubt zum einen die exemplarische Untersuchung ganzer Nekropolen in unterschiedlichen Regionen und zum anderen ihren Bezug zu weniger gut sichtbaren Denkmälern, wie z. B. Siedlungsstellen, herzustellen.
Ein besonderes Interesse stellen dabei Kurgane mit Gräbern der Katakombengrabkultur dar. Diese Kulturerscheinung gehört zum Phänomen der weit verbreiteten Kulturen des 3. Jt. v. Chr. Die Suche nach den Ursachen und deren Interpretationen wie auch den daraus resultierenden Konsequenzen für das Verständnis des archäologischen Kulturbegriffes sind zentrale Fragestellungen der heutigen Forschung. Ziel der Ausgrabung im Gräberfeld von Ergeninskij ist es mehrere Kurgane mit modernsten Techniken und Methoden zu erforschen.
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History of Research
Vor 20 Jahren, zwischen 1981 und 1986, war diese Nekropole bereits Gegenstand von archäologischen Untersuchungen. Die in der mittleren Gruppe ausgegrabenen zwölf Kurgane wiesen mehrheitlich Gräber der Katakombengrabkultur auf. Auffallend waren dabei zum einen die hohe Konzentration von Primärgräbern dieser Kulturstellung und zum anderen die reichen, sich ähnelnden Beigabensets. Diese Sets setzten sich unter anderem aus bronzenen Gerätschaften wie Meißeln, Flachbeilen, Haken, Messern und Pfriemen zusammen.
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Previous Activities
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Ergeninskij. Kurgan 13, Grab 5. Grabkammer. |
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Ergeninskij. Kurgan 13, Grab 2. |
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Ergeninskij, Kurgan 13, Grab 2. Auswahl an Karneolperlen. |
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Ergeninskij. Kurgan 13, Grab 2. Kürbisförmiges Gefäß aus Kammer 2. |
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Während der Kampagne 2006 wurde Kurgan 14 vollständig ausgegraben und Kurgan 13 begonnen.
Kurgan 14 liegt nordwestlich von Kurgan 13, die beide direkt südlich an den Altgrabungen in der mittleren Gruppe liegen. Von Kurgan 14 war die östliche Hälfte der Aufschüttung bereits zur Hälfte zerstört. Neben zwei neuzeitlichen Bestattungen wurde hier unter anderem der seltene Fall eines frühkindlichen Primärgrabes der Katakombengrabkultur angetroffen.
Der Eingangsschacht in Form eines Kleeblattes enthielt massive Holzstrukturen mit Feuerspuren unter einer massiven, gelben Schicht. Ob diese ausschließlich zu einer Abdeckung gehörten oder womöglich Reste eines Wagenkastens waren, ließ sich nicht endgültig klären. In der Katakombe lag ein etwa dreijähriges Kind gehockt auf der linken Seite, mit dem Schädel nach Süden orientiert. Hinter dem Schädel befanden sich Reste einer Holzschale und vor dem Bauchbereich Knochenringe sowie Knochenanhänger. Im Bauchbereich des Individuums wurden Glaspaste- und eine Bronzeperle gefunden.
Kurgan 13 wurde in zwei Phasen errichtet. Er enthielt insgesamt neun Gräber.
Im Ostteil unter der primären Aufschüttung befanden sich drei Kindergräber.
Dazu gehört unter anderem eine T-Katakombe, die eine beigabenreiche Bestattung eines 1-2 Monate alten Säuglings enthielt. Die Skelettreste waren leider über die Grabkammer verstreut. Das Inventar bestand aus drei Gefäßen, vor denen drei Knochengeräte lagen. Entlang des Kammereingangs wurden 16 Astragaloi angetroffen, während in der NO-Ecke drei Steine, die sicherlich wegen ihrer besonderen Form mitgegeben wurden, sowie zwei Muscheln beobachtet wurden. Außerdem fanden sich auf dem Kammerboden und zwischen den einzelnen Skelettknochen verstreut 60 Bronzeperlen. Auch dieses Grab gehört der Katakombengrabkultur an.
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Current Work
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Ergeninskij. Kurgan 13, Grab 3. Detail des SW-Rades und Wagenkastenfragment. |
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Ergeninskij. Kurgan 13, Grab 3. Rückseite des SW-Rades. |
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Ergeninskij Kurgan 13, Grab 3. Schädel mit Stoffresten und 3 Perlenreihen in situ. |
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Ergeninskij. Kurgan 13, Grab 3. Bronzedolch mit gestufter Klinge. |
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Während der Kampagne 2007 wurden die Arbeiten am Kurgan 13 fortgesetzt.
Unter anderem wurde eine Doppelgrabanlage bestehend aus einer Mehrfachbestattung und einem Kenotaph, zu denen ein Eingangsschacht führte, im Westteil unter der zweiten Aufschüttung beobachtet. Zwei Individuen, ein großes und ein kleines, lagen nebeneinander auf der linken Seite mit Kopf nach Süden orientiert. Auf und um das größere Individuum herum wurden zahlreiche Perlen unterschiedlicher Form und Größe angetroffen. Außerdem befanden sich auf der rechten Schläfe zwei einfache, miteinander verbackene Ringe aus Silber.
Im Kopfbereich beider Individuen stand ein großes kürbisförmiges Gefäß mit Gießspuren und unterhalb der Füße am Kammerausgang lag ein kleiner blattförmiger Bronzedolch.
Rechts davon befand sich der Kenotaph, der in der Mitte Tierknochen neben einem Holzgefäß enthielt. Daneben wurden dort ein Bronzepfriem, eine winzige Pfeilspitze und ein kleines kürbisförmiges Gefäß angetroffen.
In einem weiteren Grab, welches in die bereits bestehende zweite Aufschüttung eingetieft worden ist, konnten im Eingangsbereich Reste eines vierrädrigen Wagens beobachtet werden. Erhalten haben sich drei Räder sowie Reste des Wagenkastens. Zum Teil nicht entrindetes Holz mit groben Bearbeitungsspuren und Naben ohne ein Achsenloch deuten auf ein rituelles Gefährt hin.
In der Grabkammer lag auf der linken Seite mit Schädel im Süden ein Individuum. Zahlreiche bunte Stoffreste konnten über und um das gesamte Skelett beobachtet werden. Besonders interessant war der Fund von drei Perlenreihen in situ entlang der Schläfen, die bis zum Kammerboden reichten. Die jeweiligen Reihen bestanden aus Glaspaste und Bronzeperlen. Zum Inventar dieser Bestattung gehören ein großes kürbisförmiges Gefäß mit Gießspuren im Kopfbereich sowie vor den Füßen ein Holztablett mit einem Bronzedolch obenauf und ein kleinerer Holzbecher, der daneben angetroffen wurde.
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Results
Die bisherigen Ergebnisse der Radiokarbondatierungen lassen die hier vorgefundenen Grabdenkmäler der Katakombengrabkultur, deren regionale Ausprägung als Ost-Manyč Kultur bezeichnet wird, in die 2. Hälfte des 3. Jt. einordnen und fügen sich somit in den bekannten Rahmen ein.
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Cooperation
Der Kooperationspartner ist das Kalmykische Institut für Geisteswissenschaften, Russische Akademie der Wissenschaften in Person von Frau Dr. M. A. Očir-Gorjaeva.
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Contact
Prof. Dr. Svend Hansen
Ur- und Frühgeschichte
Telefon: 03018-7711-310
Telefax: 03018-7711-313
Email: eurasien@dainst.de
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Further Contact Partners
Katharina B. Malek, M. A.
E-mail: katharina-malek@gmx.de
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Bibliography
K. Malek/S. Hansen, Eine bronzezeitliche Grabhügelnekropole in der kalmykischen Steppe. In. S. Hansen/M. Wagner (ed.), Forschungsprojekte der Eurasienabteilung/Eurasia Department. Current Research Projects (Berlin 2006) 28-29.
М. А. Очир-Горяева/К. Б. Малек, Исследования курганного могильника Ергенинский в Кетченеровском районе Республики Кальмыкия. AO 2007 (2008) im Druck.
Е. В. Цуцкин/И.П. Шилов, Работы Волго-Донской экспедиции. АО 1986 (1988) 198.
Е. В. Цуцкин/Н. И. Шишлина/И. П. Шилов, Исследования Ергенинского курганного могильника в Калмыцкой АССР. АО 1985 (1987) 213.
И. П. Шилов, Исследования в Калмыкии. АО 1981 (1983) 179-180.
И. П. Шилов, Работы Волго-Донской экспедиции. АО 1982 (1984) 185-186.
И. П. Шилов / Е.В. Цуцкин, Исследования Волго-Донской экспедиции. АО 1984 (1986) 160-161.
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