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AA 2007/2

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Inhalt und Zusammenfassungen



Inhalt

Ramazan Özgan
Torso einer überlebensgroßen weiblichen Gewandstatue in Bodrum-Halikarnassos  >>


Grabungsberichte

Felix Pirson
Pergamon – Bericht über die Arbeiten in der Kampagne 2006 Mit Beiträgen von Martin Bachmann, Ralf von den Hoff und Martin Zimmermann  >>

Katja Lembke – Jana Helmbold-Doyé – Christine Wilkening – Alexandra Druzynski von Boetticher – Claudia Schindler
Vorbericht über den Survey in der Petosiris-Nekropole von Hermupolis/Tuna el-Gebel (Mittelägypten) 2004–2006  >>


Ortwin Dally
Unterzeichnung eines Joint Statement of the Principle on the Protection of Archaeological Sites, Monuments and Museums

Archäologische Gesellschaft zu Berlin e. V. 2006

Jahresbericht 2006 des Deutschen Archäologischen Instituts

Personelle Gliederung 2006 des Deutschen Archäologischen Instituts

Stipendien des Deutschen Archäologischen Instituts

Hinweise für Autoren


Zusammenfassungen

Ramazan Özgan, Torso einer überlebensgroßen weiblichen Gewandstatue in Bodrum-Halikarnassos
Die Skulptur aus karischem Marmor ist von den Brüsten bis oberhalb der Knie, ohne Arme, erhalten und war in Stückungstechnik gearbeitet. Dargestellt ist eine füllige Frau in bewegtem Stand, in Chiton und Mantel gekleidet. Ein hüftlanger Überfall mit schräg zur rechten Standbeinhüfte gerafftem Saum, ein gegenläufig schräger Brustwulst und ein über die linke Schulter nach vorne geworfener Tuchzipfel bestimmen die Manteldrapierung in der Vorderansicht; die schlichte Faltenführung der Rückseite läßt auf eine den Kopf bedeckende Trageweise schließen. Das Ineinandergreifen zylindrisch-sphärischer Formen praller Körperteile und faltengeformter Stoffvolumina macht die Qualität der plastischen Komposition aus und ist, zusammen mit den winklig angeordneten Falten- und Saumrichtungen, signifikant für die Zeitstellung. Die Frauenfigur steht damit am Übergang von den komplex stereometrisch gebauten Kompositionen der zwanziger Jahre des 3. Jhs. v. Chr. zu den dynamisierten Kompositionen mit ausstrahlendem Linienspiel, das im frühen 2. Jh. v. Chr. dominierend wird. Die Deutung geht vom Frauentypus und von der Tracht aus. Zur üppigen Körperlichkeit kommen einerseits die weiblich-sittsamen Züge der Verschleierung und der ›hochgeschlossenen‹ Mantelführung mit Brustwulst; andererseits die leger-großspurigen Züge des Mantelumschlags und des nach vorn geworfenen Zipfels, die im Männerbild zu Hause sind. Die Dargestellte muß ein souveränes, matronales Wesen meinen: wenn eine Göttin, dann am ehesten Demeter; wenn eine Herrscherin, dann am ehesten eine Ptolemäerin.

Schlagworte: Rundplastik • Gewandfigur, weiblich • Halikarnassos • Hellenismus • Demeter


Felix Pirson, Pergamon – Bericht über die Arbeiten in der Kampagne 2006
Die Arbeiten der Pergamongrabung im Jahr 2006 standen ganz im Zeichen des neuen Forschungsprogramms, das nun auch im vorstädtischen Bereich und im Umland in Angriff genommen werden konnte. Weiterhin wurde ein Konservierungsprojekt in der Roten Halle initiiert, das sich zunächst auf den südlichen Rundbau konzentrieren wird. Am südöstlichen Abhang des Burgberges wurden die Untersuchungen zur Rekonstruktion des Straßenrasters fortgesetzt. Es zeichnet sich ein fächerförmig aufgebautes Straßen- bzw. Gassensystem ab, das die topographischen Vorgaben des Burgberges berücksichtigt, zugleich aber auch vom Bedürfnis einer regelmäßigen Gliederung der hellenistischen Neustadt zeugt. Stratigraphische Sondagen an der Eumenischen Stadtmauer konnten deren Datierung in die erste Hälfte des 2. Jhs. v. Chr. erstmals mit stratigraphischen Daten untermauern. Geländebegehungen und geophysikalische Prospektionen in der pergamenischen Vorstadt haben zur Entdeckung eines bisher unbekannten antiken Steinbruchs und zweier mächtiger Brennöfen geführt. Die Arbeiten im Umland der Metropole konzentrierten sich auf die Poleis Atarneus und Elaia. In Atarneus zeichnet sich bereits nach den ersten vorbereitenden Untersuchungen ab, daß der Niedergang der Stadt im Laufe des Hellenismus mit dem Aufstieg Pergamons zum lokalen Herrschaftszentrum erklärt werden kann. Eine gegensätzliche Entwicklung können wir in Elaia, dem Haupthafen Pergamons beobachten. Hier wurden unter pergamenischem Einfluß die Stadtmauer erneuert bzw. erweitert und ausgedehnte Hafenanlagen errichtet, die alle bisherigen Erwartungen in bezug auf die Größe der Anlage weit zu übertreffen scheinen.

Schlagworte: Pergamon • Elaia • Atarneus • Stadmauern • Gymnasien • Häfen • Rote Halle


Katja Lembke – Jana Helmbold-Doyé – Christine Wilkening – Alexandra Druzynski von Boetticher – Claudia Schindler, Vorbericht über den Survey in der Petosiris-Nekropole von Hermupolis/Tuna el-Gebel (Mittelägypten) 2004–2006
Seit 2004 fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft das Projekt »Die römische Nekropole von Tuna el-Gebel«, das sich der Erforschung der Grabhäuser aus Lehmziegeln südlich des Grabtempels des Petosiris widmet. In diesem Beitrag werden erste Ergebnisse des pluridisziplinären Teams vorgestellt, das sich aus Archäologen, Ägyptologen, Architekten und Restauratoren zusammensetzt. Auf bisherigen Untersuchungen seitens der Deutschen Orient-Gesellschaft im Jahr 1913 und der Universität Trier in den 80er Jahren aufbauend, konzentriert sich die neue Untersuchung auf die bauliche Entwicklung der Nekropole und die reiche Ausstattung der Häuser mit Wandmalerei und Stuckdekor. Außerdem werden die Beifunde in den umfangreichen Magazinen vor Ort im Rahmen des Projekts inventarisiert und bearbeitet. Die Häuser, die über bis zu drei Stockwerke verfügten, wurden entgegen früheren Meinungen offenbar gleichzeitig mit den ›Grabtempeln‹ aus Kalkstein errichtet. Ihre Genese geht vermutlich bereits in die ptolemäische Zeit zurück. Während sich die ersten Bauten auf eine im Norden verlaufende Prozessionsstraße ausrichteten, entstand sukzessiv eine urbane Struktur mit Haupt- und Nebenstraßen.

Schlagworte: Tuna el-Gebel • Nekropole • römische Kaiserzeit • Architektur • Wandmalerei • Restaurierung

Richtlinien für Publikationen

Bei Beiträgen für die Publikationen des Deutschen Archäologischen Instituts bitten wir, die Richtlinien zu beachten.

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Weitere Bände der Reihe/Zeitschrift:
AA 2007/1
AA 2006/2
AA 2006/1
AA 2005/2
AA 2005/1
AA 2004/2
AA 2004/1
AA 2003/2
AA 2003/1
AA 2002/2
AA 2002/1

 

 
 

Aktualisiert: 05.05.2008

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