Methods
Bei der Verwendung des neuzeitlich geprägten Terminus "Stadt" gilt es selbstredend zu berücksichtigen, dass die ägyptische Provinz nur drei, bzw. vier poleis im administrativ-rechtlichen Sinne kannte (m. E. Alexandria, Naukratis, Ptolemais Hermiu und Antinoopolis). Doch zeichnen sich gerade diese Gemeinwesen durch einen stark fragmentarischen Befund papyrologischer Quellen aus, so dass sich ihr Wert für die zu untersuchende Fragestellung erheblich schmälert. Vor diesem Hintergrund sollen die weit besser dokumentierten Gaumetropolen Ägyptens in den Mittelpunkt der Betrachtung rücken, die vor allem im Hinblick auf ihre funktionale Stellung in der Provinz als Paradigma städtischen Lebens gelten dürfen.
Die Darlegung der Dimension städtischen Wirtschaftsgebarens in Ägypten soll neue Erkenntnisse für die Diskussion um die munizipale Wirtschaftsautonomie im Kaiserreich erbringen und auch Licht auf bislang ungeklärte Fragen zur sogenannten reichsweiten "Wirtschaftskrise" des 3. Jhs. n. Chr. werfen. Das Promotionsvorhaben soll einen Beitrag leisten, antike Wirtschaftspolitik aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten: Die Stadt soll nicht primär als ausführendes Organ einer Subhierarchie, sondern als agierendes Wirtschaftssubjekt verstanden werden, das idealiter in der Lage ist, eine dynamische Wirtschaftspolitik zu betreiben.
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