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AA 2008/1

Jahresbericht 2007
English version


Inhalt und Zusammenfassungen



Inhalt

Alexis Q. Castor
Archaic Greek Earrings: An Interim Survey [S. 1–34]   >> 

GRABUNGSBERICHTE
Joseph Maran
Forschungen in der Unterburg von Tiryns 2000–2003, mit einem Beitrag von Peter Marzolff [S. 35–111]   >>

Andreas Schachner
Die Ausgrabungen in Boğazköy-Hattuša 2007, mit Beiträgen von Reinhard Dittmann und Ulf Röttger sowie von Ulf-Dietrich Schoop [S. 113–161]   >>

Wolfram Martini – Helmut Brückner – Norbert Eschbach – Daniel Kelterbaum – Matthias Recke
Der Flusshafen von Perge in Pamphylien. Ein geoarchäologischer Survey löst ein altes Problem [S. 163–179]   >>

Philipp Niewöhner
Sind die Mauern die Stadt? Vorbericht über die siedlungsgeschichtlichen Ergebnisse neuer Grabungen im spätantiken und byzantinischen Milet, mit einem geoarchäologischen Beitrag von Helmut Brückner und Marc Müllenhoff [S. 181–201]   >>

Amtswechsel an der Spitze des Deutschen Archäologischen Instituts. Festakt am 22. Februar 2008 im Weltsaal des Auswärtigen Amts in Berlin [S. 203–220] 

Archäologische Dissertationen und Habilitationen 2007 [S. 221–227]

Stipendien des Deutschen Archäologischen Instituts [S. 229–230]

Hinweise für Autoren [231–233]


Abstract und Zusammenfassungen


Alexis Q. Castor, Archaic Greek Earrings: An Interim Survey [S. 1–34]
Although earrings were one of the most common jewelry types in Greece, the most recent survey of this ornament is the 1903 study by Karl Hadaczek. This study focuses on earrings discovered in controlled excavations and dating to the Archaic period; such a restriction both confirms the authenticity of the earrings and also provides insight into the occasions on which jewelry was deliberately removed from circulation by its owner. A survey of the evidence related to earrings reveals how they worn, hints that men and women may have sported the accessories and provides some clues to the manufacture of jewelry. Following this overview, a typology of Archaic earring forms based on firm regional and chronological data is provided. As jewelry is a type of wealth that we can link specifically with Greek women, study of these ornaments offers unique – and under-exploited – evidence for female participation in the public sphere.

Keywords: Archaic • jewelry • earrings • women


Joseph Maran, Forschungen in der Unterburg von Tiryns 2000–2003 [S. 35–111]
Neue Ausgrabungen haben zu der überraschenden Erkenntnis einer grundlegenden Neukonzeption des Siedlungsplanes des nördlichsten Teils der Unterburg in den letzten Jahr-zehnten der mykenischen Palastzeit geführt. Die N-Pforte und auch die Gebäude an ihrer Innenseite gehören erst einer späten Umbauphase in SH IIIB Ende an, während zur Zeit der Erbauung der ›kyklopischen‹ Mauer der neu entdeckte N-Gang zunächst als einzige direkte Verbindung zwischen der nördlichen Unterburg und dem Stadtgebiet vorgesehen war. Die baugeschichtliche Analyse des N-Ganges differenziert zwischen den verschiedenen Phasen des Gewölbebaus und verdeutlicht die Unterschiede zwischen diesem Gewölbe und den in der Unterburgmauer integrierten Kanalbauten. Ferner wird gezeigt, dass es sich bei dem Gewölbe um eine Ausfallpforte gehandelt hat, die ihre beste Entsprechung in der sog. N-Galerie der NO-Erweiterung von Mykene findet. Der durch die Aufgabe des N-Ganges markierte Planungswechsel wird als Teil einer weitreichenden Neukonzeption interpretiert, zu der auch der Damm von Kophini und die hierdurch vorgenommene Flussumleitung gerechnet werden. Der ambitionierte, ja geradezu visionäre Charakter der Planungen deutet darauf hin, dass kurz vor dem Ende der Palastzeit die Machthaber die politischen Verhältnisse als stabil empfunden haben dürften. Gegen die Annahme, es habe am Vorabend der Katastrophe eine Krise im Fernhandel gegeben, spricht der erstaunlich hohe Anteil von Objekten mit Bezug zu Zypern und der Levante im Zerstörungsschutt von SH IIIB Ende, darunter auch das Fragment eines beinernen Stabes mit Keilschriftzeichen und eines Fayencerhytons wahrscheinlich in der Form eines Affenkopfes. Eine Gruppe beigabenloser Bestattungen wird als Teil eines Bestattungsplatzes der frühen Nachpalastzeit (SH IIIC) im Norden der Unterburg angesehen, der mit der Katastrophe am Ende von SH IIIB in Verbindung gebracht wird. Entweder handelt es sich um beigesetzte Opfer oder das Ereignis hat die bis dahin verbindlichen Regeln der Raumnutzung und die religiösen Überzeugungen der Menschen derart erschüttert, dass man vorübergehend Tote auf eine Weise bestattete, die mit älteren Traditionen brach. Die verspätete Wiederbebauung der nördlichen Unterburg in SH IIIC wird auf das Wissen um die Existenz dieses Bestattungsplatzes zurückgeführt.

Schlagworte: Tiryns • Unterburg • Palastzeit • Nachpalastzeit • Architektonischer Wandel


Andreas Schachner, Die Ausgrabungen in Bogazköy-Hattusa 2007 [S. 113–161]
Ausgrabungen an Yenicekale in der westlichen Oberstadt zeigen, daß das Gebäude über eine monumentale Treppe von Süden zugänglich und in ein umfassend gestaltetes Stadtviertel einbezogen war. Im Tal vor Sarıkale wurde die Untersuchung der Schichtenabfolge fortgesetzt, dabei konnte ein weiteres Gebäude der ältesten Bauschicht freigelegt werden. Es ist nun klar, daß bereits die Bebauung dieser Periode nach regelmäßigen Planungskriterien angelegt worden ist. Die jüngere Bebauung setzt nach einem kurzen Intermezzo diese regelmäßige Organisation fort. Es können jetzt drei große Gebäude rekonstruiert werden, die am Fuß des Hanges unterhalb von Sarıkale liegen. Der Hang unterhalb des Felsen ist durch Terrassierungsmauern und ein großes Bauwerk ebenfalls deutlich verändert worden. Die Grabungen in einem zweiten Areal südlich zeigen, daß wahrscheinlich auch dieser Bereich zur gleichen Zeit in eine umfassende Neugestaltung einbezogen wurde. Die Fortsetzung der geophysikalischen Prospektionen hat vor allem im nordöstlichen Vorfeld der Stadt eine intensive Bebauung mit Gebäuden verschiedenster Grundrisse und zwei Wasserreservoire nachgewiesen. Darüber hinaus zeigen erste Ergebnisse herkömmlicher Begehungen in der südlichen Unterstadt und im Umfeld von Kesikkaya das Potential dieser Arbeiten. Außerhalb der Stadt konnte von U.-D. Schoop mit der Untersuchung der chalkolithischen Siedlung von Çamlıbel Tarlası begonnen werden, die wesentlich zum Verständnis der frühen Siedlungstätigkeit im Raum Boğazköy beitragen wird.

Schlagworte: Hattuša • Yenicekale • Tal vor Sarıkale • Çamlıbel Tarlası • chalkolithisch • mittel-hethitisch • Rundplastik


Wolfram Martini – Helmut Brückner – Norbert Eschbach – Daniel Kelterbaum – Matthias Recke, Der Flusshafen von Perge. Ein geoarchäologischer Survey löst ein altes Problem [S. 163–179]
Im Rahmen des DFG-Projekts zur Erforschung der vorrömischen Siedlungsgeschichte von Perge in Pamphylien wurde in enger Zusammenarbeit zwischen Archäologen und Geographen der nach Strabon zu erwartende Flusshafen am heutigen Aksu lokalisiert. Ausgehend von der Erkenntnis früher Besiedlung seit chalkolithischer Zeit auf der Akropolis von Perge, die seit archaischer Zeit urbanen Charakter hat, und ausgehend von der Orientierung der seit klassischer Zeit fassbaren Hauptstraße der Akropolis nach Osten zu dem antiken Kestros wurde das zwischen Perge und Kestros gelegene Gebiet archäologisch und geoarchäologisch untersucht. Rammkernsondierungen und gemeinsame Surveys führten zum Verständnis der geomorphologischen Situation, zu der Klärung des Verlaufs des Kestros, der von wenigen Altarmen abgesehen mit dem des heutigen Flusses Aksu identisch ist, zu der Entdeckung der antiken Hafensiedlung bei dem heutigen Ort Solak und zur Auffindung zahlreicher Grabbauten und eines kleinen Heiligtums an der Straße zwischen dem Hafen und der Akropolis von Perge.

Schlagworte: Perge • Pamphylien • Flusshafen • Geoarchäologie • Akropolis


Philipp Niewöhner, Sind die Mauern die Stadt? Vorbericht über die siedlungsgeschichtlichen Ergebnisse neuer Grabungen im spätantiken und byzantinischen Milet [S. 181–201]
Neue Ausgrabungen im byzantinischen Milet sollen klären, wann und wie sich die ausgedehnte antike Stadt zu einem engen byzantinischen Kastron entwickelte. Bislang war man aufgrund einer justinianischen Bauinschrift vom Markttor davon ausgegangen, daß dies im 6. Jh. geschah. Diese Datierung war von Milet auf andere kleinasiatische Kastra übertragen worden und hatte zu der Vorstellung geführt, daß die antiken Städte bereits in frühbyzantinischer Zeit verödeten. In den vergangenen Jahren sind in Milet jedoch neue Befunde entdeckt worden, die das Gegenteil zu belegen scheinen. Die daraufhin unternommenen Ausgrabungen haben den Anfangsverdacht erhärten können: Wahrscheinlich war Milet in frühbyzantinischer Zeit noch eine ausgedehnte Stadt, und das Kastron wurde erst im 7./8. Jh. gebaut, als man sich gegen die Araber zu verteidigen hatte. Dafür sprechen diverse Ergebnisse und Überlegungen zum Verlauf der sog. Gotenmauer, der hellenistischen Ostmauer, der byzantinischen Stadtmauer, zur justinianischen Bauinschrift vom Markttor, zu neuen Befunden außerhalb des byzantinischen Mauerrings und zur Geoarchäologie im Areal einer dort neu entdeckten Friedhofskirche.

Schlagworte: Miletos • Befestigungen • Siedlungskunde • Byzantinisch • Transeptbasilika

Richtlinien für Publikationen

Bei Beiträgen für die Publikationen des Deutschen Archäologischen Instituts bitten wir, die Richtlinien zu beachten.rn

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Aktualisiert: 15.02.2010

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