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Deutschland, Dünsberg

Seit 1999 werden von der Römisch-Germanischen Kommission Ausgrabungen an dem keltischen Oppidum durchgeführt.

Location

    
  Planskizze der Wallanlagen nach W. Dehn.  

Gemeinde Biebertal, Landkreis Gießen, Hessen

Der knapp 500 m hohe Dünsberg mit seinen drei konzentrisch angelegten Ringwällen erhebt sich markant über die Lahnniederung und das Gießener Becken. Seit frühkeltischer Zeit von großer Bedeutung, wird er im 2. Jh. v. Chr. zu einem Oppidum mit weitem Einflußgebiet an der nördlichen Peripherie der keltischen Welt ausgebaut.

Departments:
Roman-Germanic Commission (RGK) Frankfurt a.M.

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Objectives

Die Grabungen sollen in den nächsten Jahren fortgesetzt werden. Flächendeckende Geländeprospektionen und Grabungen an ausgewählten Stellen sollen Aspekte der Siedlungsentwicklung und -schwerpunkte, Konstruktion der einzelnen Wallphasen sowie ökonomische Grundlagen der Stadt (Rohstoffgewinnung, z.B. Eisen; Wasserversorgung) betreffen. 

Previous Activities

    
  Zwei bronzene Fundensembles.  

Vom Ende des 19. Jhs. bis zum Beginn des 1. Weltkrieges fand der Dünsberg das Interesse der damaligen Ringwallforschung. Quellfassungen und Teile der Wälle wurden freigelegt. Allerdings werden die gewonnenen Ergebnisse durch Grabungsmethode und ungenügende Dokumentation stark eingeschränkt. Eine extreme Gefährdung des Bodendenkmals besteht seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts in fortgesetzten Plünderungen durch Raubgräber mit Metallsonden: Seit Jahrzehnten kommen immer wieder auffällig viele keltische und auch römische Waffen sowie Pferdegeschirr und weitere militärische Ausrüstungsgegenstände im Süden des Oppidums zum Vorschein. Ein Teil dieser Objekte wurde in monographischen Veröffentlichungen vorgelegt (G. Jacobi, C. Schlott, J. Schulze-Forster). 

Current Work

    
  Fläche außerhalb der Befestigung vor Tor 4  

Die seit 1999 durchgeführten Ausgrabungen am südlichen Außenwall ergaben neben wesentlichen Konstruktionsdetails zur Stadtmauer zahlreiche Waffenreste (neben Teilen von über 50 keltischen Lanzen und vielen anderen Angriffs- und Schutzwaffen auch römische Schleuderbleie und Geschoßspitzen), Pferdegeschirrteile (darunter auch eine nahezu vollständige Prachttrense aus Bronze) und Reste anderer kriegstechnischer Gegenstände (z. B. Teile von einem keltischen Streitwagen). Fundstreuung und chronologische Stellung lassen an kriegerische Auseinandersetzungen, aber auch an kultische Deponierungen denken. Daneben erbrachten die Ausgrabungen und Prospektionen neue Erkenntnisse zur Siedlungsstruktur und Topographie. 

Cooperation

Die Ausgrabungen werden in enger Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Abteilung Archäologische und Paläontologische Denkmalpflege, Wiesbaden, und dem Dünsberg-Verein durchgeführt. Außerdem bildet der Dünsberg seit 2002 einen wesentlichen Eckpfeiler der neuen "Keltenstraße" in Hessen. Weitere Institutionen sind in das Projekt eingebunden, darunter Fachhochschule Frankfurt a. M., Fachbereich Vermessungswesen; Terra Incognita, Institut für kulturgeschichtliche Medien e. V., Frankfurt a. M.
Weitere Informationen unter:

 

Contact

Dr. phil. Karl-Friedrich Rittershofer

Vor- und Frühgeschichte
Telefon: 069-975818-31
Telefax: 069-975818-38
Email: rittershofer@rgk.dainst.de

Further Contact Partners

Dr. phil. Claudia Nickel

Telefon 06084 - 902087
Email: c_nickel@t-online.de

Sponsors

Von 1999 bis 2001 wurden die Forschungen am Dünsberg von der Kommission für Archäologische Landesforschung in Hessen (KAL) unterstützt. Bisher nahmen an den Ausgrabungen über 300 ehrenamtliche Helfer aus aller Welt teil. Außerdem wurden für Grabung und Ausstellungen erhebliche finanzielle und materielle Hilfe von zahlreichen Institutionen, Firmen und Persönlichkeiten gewährt.
Der Dünsberg-Verein e.V. stellt seine Konten für Spenden zur Verfügung und kann auf Wunsch steuerwirksame Quittungen ausstellen: Konto Volksbank Heuchelheim Nr. 265 3699 BLZ 513 610 21; Sparkasse Wetzlar Nr. 590 001 25 BLZ 515 500 35.  

Bibliography

F.-R. Herrmann, Der Dünsberg bei Gießen. Führungsblatt zu em keltischen Oppidum bei Biebertal-Fellingshausen, Kreis Gießen. Arch. Denkmäler Hessen 60² (Wiesbaden 2001).
G. Jacobi, Die Metallfunde vom Dünsberg. Mat. Vor- u. Frühgesch. Hessen 2 (Wiesbaden 1977).
K. Reeh, Der Dünsberg und seine Umgebung. Eine Bestandsaufnahme der Bodendenkmäler. Forsch. Dünsberg 1 (Montagnac 2001).
K.-F. Rittershofer, Ausgrabungen 2001 auf dem Dünsberg bei Gießen. HessenArchäologie 2001, 58-60.
K.-F. Rittershofer, Vorbericht zu den Ausgrabungen am Dünsberg 1999-2001. Komm. Arch. Landesforsch. Hessen 6, 2000/2001 (2002) 125-133.
C. Schlott, Zum Ende des spätlatènezeitlichen Oppidum auf dem Dünsberg. Forsch. Dünsberg 2 (Montagnac 1999).
J. Schulze-Forster, "Eine Masse Waffen aller Art": Neue Funde vom Dünsberg. HessenArchäologie 2001, 60-62.
J. Schulze-Forster, Kampf und Kult am Dünsberg: zu den Funden der Ausgrabungen 1999-2001. Ber. Komm. Arch. Landesforsch. Hessen 6, 2000/2001 (2002) 135-146.
J. Schulze-Forster, Die latènezeitlichen Funde vom Dünsberg (Ungedr. Diss. Marburg 2002).  

 


 
 

updated: 03/20/08

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