Metanavigation

Administrative Räume

Promotionsvorhaben zu den Handlungsorten und der baulichen Infrastruktur römischer Verwaltung

Background

Linke Hälfte der Bauinschrift des praefectus urbis Romae Iunius Valerius Bellicius (wohl 421-423 n. Chr.) mit Nennung baulicher Bestandteile (porticus, scrinia, tribunalia) seines Amtslokals, des secretarium Tellurense (heute im Thermenmuseum in Rom; Nachweis: Singer, Neg. D-DAI-Rom 70.1148.Die jüngere Forschung erbrachte den Nachweis, dass sich die Herrschaft Roms im Laufe der Kaiserzeit zunehmend auf professionelles Verwaltungspersonal stützte, in ihrer praktischen Arbeit bürokratische Strukturen ausbildete, sich spezialisierte, formalisierte und verselbständigte. Diese Entwicklungen werden im Hinblick auf Personal und Schriftverkehr inzwischen eingehend erforscht. Die architektonisch-materielle Ausprägung der römischen Administration, ihre Handlungsorte, Amtsgebäude und Arbeitsräume sind dagegen noch nicht systematisch untersucht worden.

obiettivi

Das Projekt widmet sich speziell der von der "Zentrale" gesteuerten, Reichsverwaltung, während die Administration der Städte etc. keine Rolle spielen wird. Im Mittelpunkt steht die Frage nach der chronologischen Entwicklung der "administrativen Räume" im Laufe der römischen Kaiserzeit und Spätantike. Weitere Fragen zielen auf die bauliche und materielle Ausstattung, die Lage der Gebäude im urbanen Kontext, ihre Wahrnehmung und symbolische Valenz. "Administrativer Raum" soll damit nicht nur als verwaltungsgeschichtliches Phänomen, sondern auch in seiner kulturhistorischen Dimension ergründet werden.

Methodology

Während bisher immer nur anhand einzelner Beispiele etwa über das Aussehen einer Benefiziarierstation oder die funktionalen Bestandteile eines Statthalterprätoriums diskutiert wurde, sollen solche Einzelbefunde und -interpretationen erstmals komplett erfasst und kritisch gesichtet werden. Zuverlässige Ausgangspunkte bieten jene Fälle, in denen die Funktion eines Raumes durch Inschriftenfunde festzumachen ist. Den wichtigsten Zugang stellen jedoch die vielen, in literarischen, papyrologischen und epigraphischen Quellen enthaltenen Hinweise auf entsprechende Bauten und ihre Charakteristika dar, die erstmals systematisch ausgewertet werden sollen.

Current research

Nach Abschluss der Quellensammlung auf Basis einer Filemaker-Datenbank wurde eine detaillierte Gliederung erstellt. Teile des zentralen Kapitels zu Orten der Gerichtstätigkeit konnten bereits schriftlich ausgearbeitet und in Vorträgen zur Diskussion gestellt werden. Im Druck ist bereits ein Beitrag zu den Amtssitzen der Stadtpräfekten im spätantiken Rom und Konstantinopel.

cooperazione

Das Projekt ist Bestandteil des Forschungsfeldes 4 "Orte der Herrschaft" im DAI-Cluster 3 "Politische Räume". Gefördert wurde es außerdem durch Auslandsstipendien des DAAD und der Gerda Henkel Stiftung für Oxford (2008/2009).

Sponsorship

Gerda Henkel-Stiftung leggi tutto

Recent projects

  • 26.01.2012

    Corpus der griechischen Inschriften Lykiens, Supplement leggi tutto

  • 18.08.2011

    Corpus Inscriptionum Latinarum CIL II (2. Auflage) leggi tutto

Contact

The German Archaeological Institute (DAI) is a »scientific corporation« of the Federal Institution under the auspices of the Foreign Office. The staff of the Institute carries out research in the area of archaeology and in related fields and maintains relations with international scholars.
Furthermore, it organizes congresses, colloquia and tours, and informs the public through the media about its work.  

contact form