Pergamon – Die Inschriften
Die politische, institutionelle und wirtschaftliche wie auch soziale, kulturelle und religiöse Geschichte erschließt sich oft nur über die Inschriften. Die zahlreichen Funde aus den frühen Grabungen des DAI in Pergamon, die nicht in den "Altertümern von Pergamon" vorliegen, sollen nun in einem Supplement-Band zusammengefasst und auf dem aktuellen Forschungsstand neu veröffentlicht werden. Ein Großteil der Texte steht in der von Helmut Müller erstellten Neulesung bereits zum Download zur Verfügung. Die Texte sind außerdem über die Datenbank "Searchable Greek Inscriptions" des Packard Humanities Institute abrufbar.

Inschriften von Pergamon: Supplement zum Corpus der Inschriften von Pergamon

Pergamon kommt wegen seiner herausragenden Rolle als hellenistische Residenzstadt und römische
Metropole besondere Bedeutung für die altertumswissenschaftliche Forschung zu. Für die
Erschließung seiner politischen, institutionellen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen wie religiösen
Geschichte bildet die inschriftliche Hinterlassenschaft die primäre Quellengattung. Die
Inschriftenfunde der Grabungen der Berliner Museen des 19. Jahrhunderts hat Max Fränkel 1890 in
den 'Inschriften von Pergamon' (Altertümer von Pergamon VIII 1-2) zusammengefasst vorgelegt, die
der Grabungen des DAI in dem außerhalb der antiken Stadt gelegenen Asklepieion wurden 1969 von
Christian Habicht veröffentlicht (Altertümer von Pergamon VIII 3). Die große Anzahl der bei den
Grabungskampagnen der Abteilung Athen des DAI in den Jahren 1896–1913 zu Tage gekommenen
Inschriften ist dagegen bis heute nur in folgenden vorläufigen Publikationen zugänglich.
Geplant und in Arbeit ist daher ein Supplement-Band zu den 'Inschriften von Pergamon', der diese
verstreuten Publikationen nach einheitlichen Maßstäben zusammenfasst. Er wird sukzessive im
Internet in Form von pdf-Dateien der wissenschaftlichen Öffentlichkeit bereit gestellt.

Research History

1890 erschienen die beiden Bände von Max Fränkels 'Inschriften von Pergamon' (Altertümer von
Pergamon VIII 1-2), 1969 die Inschriften des pergamenischen Asklepieions von Christian Habicht
(Altertümer von Pergamon VIII 3).

Die zahlreichen Inschriftenfunde aus den von der Abteilung Athen
des DAI durchgeführten Grabungskampagnen der Jahre 1896–1913 sind dagegen bis heute nur in
vorläufigen Publikationen greifbar:
• Conze, AM 24, 1899, 161-200
• H. v. Prott - W. Kolbe, AM 27, 1902, 44-151
• Schröder - H. Schrader - W. Kolbe, AM 29, 1904, 152-187
• H. Hepding - W. Kolbe, AM 32, 1907, 241-377
• P. Jacobsthal, AM 33, 1908, 375-418
• H. Hepding, AM 35, 1910, 401-493
• Ippel, AM 37, 1912, 277-303

Einige weitere Inschriften aus Pergamon sind veröffentlicht in:
• G. Earinos, Museion kai bibliotheke ... Smyrna II 1, 1876, 18f.
• Th. Wiegand, AbhBerlin 1928, 3
• M. P. Nilsson, Eranos 54, 1956, 167-172
• Ch. Habicht, IstMitt 9/10, 1959/60, 109-127
L. Robert, RPh 41, 1967, 65-68
• E. Pfuhl - H. Möbius, Die ostgriechischen Grabreliefs I, 1977
• E. Pfuhl - H. Möbius, Die ostgriechischen Grabreliefs II, 1979
• W. Radt, AA 1986, 425
• M. Wörrle, in: Altertümer von Pergamon XV 1, 1986, 157-160
• H. Müller, Chiron 17, 1987, 193-233
• H. Müller, Chiron 19, 1989, 499-553
• W. Radt, in: Festschrift für J. Inan, 1989, 199-205
• W. Radt, AA 1991, 423
• H. Müller, Chiron 21, 1991, 393-424
• V. Kästner, IstMitt 44, 1994, 125-134
• M. Wörrle, Chiron 30, 2000, 543-576
• H. Müller, in: R. Haensch (Hrsg.), Selbstdarstellung und Kommunikation. Die Veröffentlichung
staatlicher Urkunden auf Stein und Bronze in der Römischen Welt, 2009, 367-406

Research Goals

Einheitliche Veröffentlichung der zahlreichen Inschriftenfunde aus den von der Abteilung Athen des
DAI durchgeführten Grabungskampagnen der Jahre 1896–1913 in einem Supplement-Band zu den
'Inschriften von Pergamon'.

Methodology

Die Lesungen der Texte werden anhand von Abklatschen, Photographien sowie – soweit noch
möglich – Autopsie überprüft und, mit Lemmata und kritischen Apparaten versehen, auf dem
neuesten Stand der Forschung präsentiert.

Download Links