Der Şekerhane Köşkü in Selinus
In der westkilikischen antiken Hafenstadt Selinus befindet sich ein in der römischen Kaiserzeit errichteter Gebäudekomplex, der heute Şekerhane Köşkü genannt wird. Er wurde möglicherweise als Kenotaph für Kaiser Traian erbaut, im Mittelalter jedoch von den Seldschuken umgenutzt und baulich verändert.

Der Şekerhane Köşkü in Selinus. Bauhistorische Untersuchungen zu dem vermuteten Kenotaph des Kaisers Traian

In Selinus, einer im westlichen Rauen Kilikien gelegenen kleinen Hafenstadt, die in der Antike eine gewisse lokale Bedeutung innehatte, befindet sich die Bauanlage des Şekerhane Köşkü. Es handelt sich dabei um einen zentralen, ehemals zweigeschossigen, Baukörper, der in der römischen Kaiserzeit errichtet und im frühen 13. Jh. n. Chr. von den Seldschuken umgebaut wurde, und der als ein flacher, sehr massiv wirkender Bau in einem allseitig von den Überresten von Säulenhallen umgebenen weitläufigen Hof liegt. Die Bauanlage fällt im lokalen und regionalen Kontext aus verschiedenen Gründen – darunter ihre schiere Größe, ihr Baumaterial, ihre Bautechnik, die ornamentale Gestaltung und die sehr qualitätvolle Ausführung – besonders ins Auge. Bereits im frühen 19. Jh. n. Chr. wurde der Şekerhane Köşkü mit einem möglicherweise für Traian errichteten Kenotaph in Verbindung gebracht. Obwohl weder durch antike Quellen, noch durch Inschriften die Existenz eines solchen Monuments überliefert wurde, ist durchaus vorstellbar, dass dieses sehr bedeutende historische Ereignis in Selinus, das darüber hinaus für eine gewisse Zeit den Namen Traianopolis trug, durch einen solchen Bau manifestiert wurde.
Das Projekt – eine Kooperation zwischen dem Archäologischen Museum Alanya und der Abteilung Istanbul sowie dem Architekturreferat des DAI – beschäftigt sich mit einer umfassenden bauhistorischen Untersuchung der Bauanlage des Şekerhane Köşkü. Diese dient als Grundlage für eine Rekonstruktion der ursprünglichen Konzeption und Gestalt der Bauten und zur Klärung ihrer Zweckbestimmung zur Erbauungszeit.

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Claudia Winterstein
TU Berlin, FG Historische Bauforschung, Masterstudium Denkmalpflege
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