Zambujal
Zambujal (Portugal). Untersuchung einer befestigten Siedlung des 3./2. Jt. v. Chr., nordwestlich von Lissabon, ein interdisziplinäres Langzeitprojekt, das wesentliche Erkenntnisse zum Beginn des Befestigungsbaus und der Metallurgie sowie zur sozialen Entwicklung Südwesteuropas (u. a. Entstehung des Glockenbecher-Phänomens) beiträgt.

Zambujal - Untersuchung einer befestigten Siedlung des 3./2. Jt. v. Chr.

Lage: Zambujal liegt im mittelportugiesischen Küstengebiet, gehört heute zur Freguesia (Gemeinde) Santa Maria do Castelo e São Miguel im Concelho (Kreis) Torres Vedras, Distrikt Lissabon (frühere Provinz Estremadura), etwa 14 km in Luftlinie von der heutigen Atlantikküste entfernt auf einem steil nach Westen abfallenden Sporn einer Anhöhe, dem Cabeço da Calvina, über dem Ostufer der Ribeira de Pedrulhos, Nebenfluss des Rio Sizandro. Aufgrund geoarchäologischer Untersuchungen (seit 1986) lag Zambujal bis in die zweite Hälfte des 2. Jt. v. Chr. höchstens 1 km von einem ehemaligen Meeresarm entfernt (s. Projekt Sizandro-Alcabrichel).
Koordinaten: Der dem heutigen Messsystem zugrunde liegende Bezugspunkt hat folgende Koordinaten nach dem portugiesischen System IgeoE (Gauss Militar): M: 100336.19; P: 234735.28; die Höhe beträgt 100,18 m über NN; in Google Earth etwa: lat. 39.074802'' und long. -9.285002''.
Bedeutung: Im Kernbereich der Befestigung sind noch Mauern bis zu einer Höhe von über 4 m erhalten, damit verbunden einzigartige stratigrafische Bedingungen, die die gesamte Kupferzeit abbilden. Mit systematischen Ausgrabungen des DAI seit 1964 ist sie eine der am besten dokumentierten Anlagen der Epoche auf der Iberischen Halbinsel. Zambujal ist für den Beginn der Kupfermetallurgie eine der wichtigsten Referenzen in Westeuropa, und außerdem lässt sich die Entwicklung des Glockenbecher-Phänomens aus einem frühkupferzeitlichen Substrat so plausibel nachweisen wie sonst kaum.
Datierung: Umfangreiche Serien von 14C-Daten stellen den Beginn der Siedlung an den Anfang des 3. Jt. v. Chr. und deuten auf eine endgültige Zerstörung in der ersten Hälfte des 2. Jt. v. Chr. Jüngere Daten gibt es aus der Eisenzeit; Einzelfunde streuen von der Spätbronzezeit bis ins Mittelalter. Das noch bewohnte Bauernhaus geht bis ins 17. Jh. n. Chr. zurück.

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