Didyma – Das Orakelheiligtum des Apollon (2 Subprojects)
Das Heiligtum des Apollon wird seit 1962 vom DAI erforscht. Der im 4. Jahrhundert v. Chr. geweihte Tempel zählt zu den größten Sakralgebäuden des Altertums. Baugeschichte und Topographie der Heiligtumslandschaft, der Bezug zum nahen Milet und Wandlungen der Kultpraxis werden in Einzelprojekten wissenschaftlich untersucht.

Didyma – Das Orakelheiligtum des Apollon

Das Orakelheiligtum des Apollon in Didyma liegt auf der milesischen Halbinsel an der Westküste der Türkei, etwa 130 Kilometer südlich von Izmir. Der hellenistische Tempel zählt zu den am besten erhaltenen Großbauten des Altertums. Er wird in Ionien nur vom Heratempel im Heraion von Samos und dem Tempel der Artemis in Ephesos in seiner Größe übertroffen. Die natürliche Verbindung zwischen Didyma und der nur wenige Kilometer entfernten Hafenstadt Milet war der Seeweg. Ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. wurde zusätzlich ein Landweg eingerichtet – diese 'Heilige Straße' genannte Verbindung zwischen Milet und Didyma war für kultische Prozessionen bestimmt.

Das Deutsche Archäologische Institut forscht seit 1962 in Didyma. Zuvor hatte Theodor Wiegand Anfang des 20. Jahrhunderts im Auftrag der Preußischen Museen Berlin in mehreren groß angelegten Kampagnen den Tempel des Apollon freigelegt. Die Fragestellungen und Methoden der forscherischen Herangehensweise haben sich in den vergangenen einhundert Jahren maßgeblich verändert. So stehen heute einerseits naturwissenschaftliche Prospektions- und Interpretationshilfen zur Verfügung. Zum Anderen hat sich der wissenschaftliche Fokus vom Kernstück des Heiligtums – des Tempels – auf die Infrastruktur und Topographie des Heiligtums und seiner Umgebung, auf Wandlungen von Kultpraktiken, wechselnde politische und soziale Bezüge nach außen im Laufe von über 2000 Jahren Nutzungsdauer, auf die baulichen Veränderungen des Apollonheiligtums, somit auch die Vorgängerbauten des hellenistischen Tempels, und auf die Suche nach weiteren in antiken Texten gekannten Kultstätten und Anlagen innerhalb des Heiligtums zeitlich, räumlich und inhaltlich ausgeweitet.

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