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Römer und Barbaren in Iatrus

In den 50er Jahren des 4. Jahrhunderts mußte Kaiser Constantius II (337-361) ein großes Heer gegen die Perser im Osten des Imperiums aufstellen. Wahrscheinlich wurde dafür auch die Reitertruppe aus Iatrus abgezogen. Das Kastell verwaiste, und die Bauten verfielen zusehends.

Die acht Goldmünzen wurden zwischen 378 und 395 n. Chr. geprägt, als viele gotische Föderaten in das römische Heer an der unteren Donau aufgenommen wurden. Sie sind niemals als Geld zum Einkaufen eingesetzt worden, sondern wurden von ihrem Besitzer als Schatz verwahrt.
Goldmünzschatz

Die nördlich der Donau stehenden Goten nutzten natürlich die Situation, daß die Grenzbewachung am römischen Ufer geschwächt war, zu Einfällen in die Provinz Niedermösien aus. Erst nach langen Auseinandersetzungen konnten die Römer ihre Vormachtstellung behaupten. Aber die Bedrohung der Donaugrenze durch herandrängende Germanen nahm weiter zu. Die Lage eskalierte, als die Römer im Jahre 378 bei Adrianopel (heute Edirne, Türkei, nahe der Grenze zu Bulgarien) vernichtend geschlagen wurden. Danach waren sie gezwungen, den Goten nicht nur Wohnrecht innerhalb der Reichsgrenzen zu gewähren, sondern sie mußten ihnen auch Tribut in Form von geprägtem Gold zahlen, sie mit Lebensmitteln und Ausrüstung versorgen und ihnen eine weitgehende Selbstbestimmung zusichern. Dafür verpflichteten sich die germanischen Siedler, als foederati die römischen Reichsgrenzen gegen Überfälle anderer barbarischer Gruppen zu verteidigen.

Solche vertragsgebundenen Goten wurden auch in Iatrus angesiedelt. Für die Organisation ihrer Gemeinschaft nach eigenen Traditionen brauchten sie die Funktionsbauten eines römischen Militärlagers, wie Principia, Praetorium oder Kasernen, nicht mehr. Diese wurden daher abgetragen, zum Teil bis in die letzten Fundamentlagen. Aus dem so gewonnenen Baumaterial errichtete man eine völlig anders aussehende Siedlung innerhalb der noch stehenden, wieder ausgebesserten Festungsmauern. Selbst die schattenspendenden Säulengänge entlang der Hauptstraße wurden nach und nach beseitigt. Aber die Überwachung eines bestimmten Grenzabschnittes und die Abwehr von Eindringlingen aus dem jenseits der Donau gelegenen "Barbarikum" blieben weiterhin die Hauptaufgaben der in Iatrus lebenden Männer. Sie waren Angehörige der römischen Armee und damit dem Kaiser und den Provinzialbeamten verpflichtet.


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