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Religiöses Leben in Iatrus

Am Beginn der Spätantike war das religiöse Leben in den Militärstationen noch sehr vielfältig. Jede Truppe hatte ihren speziellen Gott oder Genius, von dem vor einem Einsatz gegen Feinde und Eindringlinge Beistand erbeten wurde. Darüber hinaus mußten die Gepflogenheiten des staatlich verordneten Kaiserkultes beachtet werden.

Neben diesen quasi offiziellen Kulten, denen die Armeeangehörigen in dem Kultbereich der Principia nachgingen, waren bei der Provinzialbevölkerung auch viele andere Kulte noch lebendig. Die meisten Kultstätten und Heiligtümer lagen außerhalb der Kastellmauern im offenen Gelände oder in den umliegenden Zivilsiedlungen. Hier wurden außer den römischen Gottheiten auch zunehmend orientalische Heilsgötter wie Mithras verehrt. Vielfach kam es auch zu Verbindungen zwischen einheimisch-lokalen und römischen Götterkulten.


Auf dem Weihealtar aus Iatrus ist der Thrakische Reiterheros abgebildet, der durch die Inschrift als Träger eines bestimmten Wesenszuges des römischen Gottes Apollon ausgewiesen ist.
Reiterstein
Ob die in Iatrus gefundene Bronzestatuette der Athena tatsächlich als Zeichen des Athena- oder Minervakultes anzusehen ist oder ob es sich dabei nicht eher um ein Familienerbstück ohne streng religiösen Hintergrund handelt, läßt sich heute nicht mehr ermitteln.
Athena-Statuette

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