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Die Befestigungsanlage des Kastells Iatrus

Am Beginn der Spätantike (Anfang 4. Jahrhundert n. Chr.) ließ Kaiser Konstantin I. (306—337) den Limes an der unteren Donau zum Schutz gegen die Angriffe von germanischen Stämmen und reiternomadischen Steppenvölkern verstärken.

Kaiser Konstantin I. (genannt der Große) ließ zwischen 310 und 320 n. Chr. viele neue Militärstationen am südlichen Donauufer einrichten, darunter auch das Kastell Iatrus.
Konstantinmünze

Zu den in diesem Zusammenhang neu gegründeten Anlagen in der Provinz Moesia secunda (heute Nordbulgarien) gehört das Kastell Iatrus an der Mündung des gleichnamigen Flusses (heute Jantra) in die Donau. Mit dem Bau der Militärstation wurde eine Abteilung der Ersten Italischen Legion beauftragt, die in dem etwa 20 km entfernten Novae in Garnison lag.
In Iatrus sollte eine Abteilung von etwa 500 berittenen Bogenschützen stationiert werden. Entsprechend groß mußte der Platz für die Unterbringung der Soldaten und ihrer Pferde sein. Man wählte dafür einen kleinen, strategisch günstig gelegenen Geländesporn am Rande der Schwemmlandzone im Mündungsbereich am rechten Jantra- und südlichen Donauufer. Diesen umgab man mit einer fast 3 m dicken und 8—10 m hohen Festungsmauer.

Am Bau von Iatrus waren Soldaten der Ersten Italischen Legion beteiligt. Aus den Militärziegeleien im 20 km entfernten Novae, dem Standquartier dieser Legion, stammen die in Iatrus gefundenen Dach-, Wand- und Fußbodenziegel mit ihrem Namensstempel.
Ziegelstempel

Im Laufe der Jahrhunderte sind durch häufige Überschwemmungen die Festungsmauer an der Nordseite des Kastells sowie ungefähr ein Drittel der ehemaligen Kastellfläche unterspült und weggerissen worden, so daß von der ursprünglich mehr als 500 m langen Umfassungsmauer nur noch ca. 330 m erkennbar sind. Erhalten geblieben sind aber nur die Fundamente, während die oberirdisch sichtbaren Teile längst abgetragen sind und beim Hausbau im heutigen Dorf Verwendung gefunden haben. Auch von den weit nach außen vorspringenden, mächtigen Wehrtürmen sind nur noch die Grundmauern zu finden.

Von dem Verteidigungsturm an der Südwestecke der Kastellmauer haben sich nur die Fundamente erhalten. Diese zeigen aber deutlich den hufeisenförmigen Grundriß und die Massivität der Mauern.
Fundament eines Turmes
Das einzige Kastelltor war klein und gut gesichert. Es bestand aus einem Fallgitter an der Außenseite, einem engen Innenhof und einem zweiflügeligen Tor nach innen. Davon ist der Schwellstein mit den beiden Türangellöchern erhalten.
Tor

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