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Kontinuität, Wiederbenutzung und Nachleben |
Von allen ursprünglich einmal vorhandenen Megalithgräbern, in Portugal wohl um die fünftausend, ist heutzutage nur noch ein Bruchteil erhalten. Die Zerstörung nahm vor allem in der Neuzeit zu, begann aber schon viel früher. |
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Die Kapelle von Nossa Senhora do Livramento ist ein umgebautes Megalithgrab. Deutlich sind der Deckstein und einer der megalithischen Tragsteine von außen zu erkennen.
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Im Frühmittelalter rief beispielsweise die katholische Kirche auf Konzilien zur Zerstörung von "heidnischen" Steindenkmälern auf. In Portugal gibt es eine ganze Reihe von Megalithgräbern, die diesen Kampf des Christentums gegen die Denkmäler dadurch überlebt haben, dass sie zu Kapellen umgebaut oder als Krypten, Altäre oder Seitenkapellen in Kirchenbauten mit einbezogen wurden.
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Die Kapelle des Heiligen Dionysius in Pavia wird urkundlich zum ersten Mal 1625 als Besonderheit erwähnt.
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Megalithgräber waren, nach Aussage der Funde und Befunde, meist Kollektivgräber, d.h. sie wurden errichtet, um über einen längeren Zeitraum hinweg Bestattungen aufzunehmen. In einzelnen Fällen haben sorgfältige Grabungen erkennen lassen, dass dabei auch Reparaturen und Umbauten, beispielsweise die Verlängerung von Gängen und die Aufhöhung von Hügeln, vorgenommen worden sind.
Die Funde aus den Megalithgräbern erlauben es, sowohl auf längere, kontinuierliche Nutzung als auch auf Unterbrechungen in der Belegung zu schließen. In manchen Fällen wurden sie auch erst sehr viel später weiter benutzt.
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Das neben dem Hof von Casa Branca stehende Megalithgrab wurde sicherlich als Schuppen oder Stall, vielleicht für eines der dunklen Schweine aus dem Alentejo genutzt.
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So gibt es in Hügeln von Megalithgräbern beispielsweise bronze- und eisenzeitliche Nachbestattungen, was in jedem Fall einen Eingriff in vorhandene Bausubstanz voraussetzt. Dies muss aber nicht grundsätzlich eine "Missachtung" der älteren Anlagen bedeuten, wie man an dem Beispiel der Grabhügel-Nekropole von Fonte da Malga bei Viseu, Portugal, sehen kann: Hier gruppieren sich um ein neolithisch-kupferzeitliches großes Ganggrab und einen etwas kleineren Hügel mit gangloser Megalithkammer (in dem durch die Grabung eine Nachbestattung nachgewiesen wurde) eine Reihe von spätbronzezeitlichen Steinkisten in kleineren, flachen Hügeln. Vermutlich hat man diesen auf einem Bergsattel liegenden Platz , der durch die beiden Hügel bereits besonders hervorgehobenen wird, nach Hunderten von Jahren erneut aufgesucht. Damit hat man seinem ehemaligen Kultcharakter bewusst oder unbewusst wieder zur Geltung verholfen.
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Schwein aus dem Alentejo.
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In vielen portugiesischen Megalithgräbern wurden römische oder römerzeitliche Hinterlassenschaften (Scherben, Münzen, Glas, Ziegel) gefunden; sie lassen sich eher aus einer profanen Nutzung erklären. Beispielsweise wurden die beiden Stirnsteine des Grabes Vale de Rodrigo 2 in römischer Zeit abgeschlagen. Man hat die Spuren der Eisenkeile entdeckt und Hinweise darauf, dass zuvor versucht worden war, sie als Ganzes herauszuziehen. Die Funde in Grabkammern dürften belegen, dass solche überdachten Räume auch in römischer Zeit gelegentlich als Unterschlupf aufgesucht wurden. Aus modernen Zeiten kennen wir die Nutzung von Megalithgräbern z. B. als Schäferhütten, Pferde- und Schweineställe.
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