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Die Megalithgräber von Vale de Rodrigo |
Die vier Gräber von Vale de Rodrigo wurden im Frühjahr 1944 von den beiden deutschen Prähistorikern Vera und Georg Leisner anlässlich einer Feldbegehung, die zum Kapellendolmen Nossa Senhora do Livramento führen sollte, im Landgut Vale de Rodrigo, etwa 23 km südwestlich der Distriktshauptstadt Évora, entdeckt und publiziert. Seit 1985 werden dort neue Forschungen, zunächst von der Außenstelle Lissabon des Deutschen Archäologischen Instituts, jetzt von der Römisch-Germanischen Kommission durchgeführt. |
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Den Menhir von Vale de Rodrigo 1 erkannten schon die Landleute um 1940 als einen Fremdling im Gebiet. Er wurde aus mindestens 10 km Entfernung vor mehreren tausend Jahren hergeschleppt.
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Das Kuppelgrab Vale de Rodrigo 1
Um 1940 kam beim Pflügen nördlich des Hofes von Vale de Rodrigo ein für die Gegend völlig ungewöhnlicher, 4 m langer Steinblock (Menhir) zum Vorschein. Er lag am Fuße eines Hügels, der dem Gutsverwalter bereits durch andersartigen Bewuchs aufgefallen war. Er hielt dies für den sicheren Hinweis auf einen vergrabenen Schatz. Als er seine Landarbeiter den Hügel von oben her öffnen ließ, stürzte die Decke der darin verborgenen Grabkammer ein. Beim Ausschaufeln der Steine und der lockeren Erde beobachtete man an den Wänden zunächst menschliche Schädel, und erst in tieferer Lage kamen noch weitere Skelettteile zum Vorschein.
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Nach dem Bericht der Landarbeiter lässt sich die Befundsituation von Vale de Rodrigo 1 um 1940 rekonstruieren.
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Nach diesem Bericht, den G. Leisner im März 1944 aufgezeichnet hat, kann man sitzende, an die Tragsteine der Kammer gelehnte Bestattungen rekonstruieren. Steinbeile, Pfeilspitzen und ritzverzierte Schieferplattenidole waren den Toten offenbar mitgegeben worden. Gefäße, darunter solche mit Doppelknubben, die man gerne als Symbol für weibliche Brüste deutet, sollen in der Kammermitte um eine mit Asche gefüllte Grube gestanden haben.
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Funde aus Vale de Rodrigo 1: Verzierte Schieferplatte und Gefäß mit Doppelknubbe.
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Die genaue Aufmessung des Grabes durch G. und V. Leisner ergab, dass es sich um eine etwa 3 x 4 m große Kammer aus Megalithblöcken handelt, die mit einem falschen Gewölbe überdacht war, also eine architektonische Mischform aus Megalith- und Kuppelgrab darstellt. Der Grabraum muss eine lichte Höhe von etwa 4 m gehabt haben. Der nach Südosten aus dem Grabraum führende Gang wurde bei der Grabung im Ansatz erfasst. Der Hügel hat heute noch eine Höhe von ca. 4,50 m. An seinem Fuße liegt, in der Richtung des vermuteten Ausgangs, ein Menhir von 4 m Länge, der ca. 12-15 Tonnen wiegt. Er trägt diverse eingravierte Zeichen und ist, wie unsere petrographischen Untersuchungen nun ergeben haben, tatsächlich ortsfremd. Wahrscheinlich wurde er von einem etwa 10 km entfernten Höhenrücken namens Barroco hertransportiert.
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