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Die deutsch-portugiesischen Grabungen von Vale de Rodrigo 3

An Grab 3 wird von den Projektleitern mit deutschen und portugiesischen Mitteln und Mitarbeitern gegraben. Es galt als stark zerstört, und erst durch die Grabungen stellte sich heraus, dass fast alle Tragsteine noch in voller Höhe im Hügel stecken.

Als besonders interessantes Ergebnis der Grabung konnte festgestellt werden, dass der Hügel erst nach Einsturz des Decksteins seine heutige Form erhalten hat. Dabei dürfte es sich um eine rituelle Verschließung der Grabstätte gehandelt haben, denn nicht nur die Ruine der Grabkammer, sondern auch der Gang verschwanden völlig unter dem Hügel und waren nicht mehr zugänglich. Für spätere Bestattungen gibt es bislang keine Anhaltspunkte.


Megalithgrab Vale de Rodrigo 3 vor Beginn der Grabung.
Vale de Rodrigo 3, Schnitt durch den Hügel an die Kammer. Die Tragsteine stecken fast 3 m tief im Boden.
Vale de Rodrigo 3. Zeichnung des Profils am Stirnstein von außen (Grabung 2001).

Die unterste Lage des Hügels wird von einer rötlich sandigen, fundreichen Planierungsschicht gebildet, in welche die Erbauer die Fundamentgrube für den Stirnstein eingeschnitten haben. An anderer Stelle scheint diese Schicht über die Ausschachtungsgrube hinweg an einen der Wandsteine zu ziehen; in der Kammer fehlt sie.
Charakteristische Funde sind Scherben mit einer Riefe unter dem Rand, die anderenorts in Portugal und Spanien - in Freilandsiedlungen an der Atlantikküste bei Sines und bei Huelva und in einem Abris im Kalksteinmassiv Extremaduras nördlich des Tejo - ins späte Frühneolithikum (Mitte 5. Jahrtausend v.Chr.) datiert werden. Einige Feuersteinartefakte sowohl aus der Kammerfüllung als auch aus der Hügelaufschüttung können ebenfalls jener frühen Zeit zugewiesen werden.
Große Megalithgräber werden nach gängiger Meinung in Portugal um die Mitte des 4. vorchristlichen Jahrtausends errichtet. Wenn dies auch für Vale de Rodrigo 3 zutrifft und die Keramik mit Riefe unter dem Rand auch hier ins 5. Jahrtausend datiert, muss die Besiedlung der Gegend spätestens tausend Jahre vor der Errichtung des Grabes begonnen haben.

Ritzverzierte Schieferplattenidole sind charakteristische Beigaben in Megalithgräbern Südportugals und den angrenzenden spanischen Provinzen. Hier ein sog. Krummstab aus Vale de Rodrigo 3.

Die Grabkammer ist maximal 3,80 m breit und etwa 8 m lang. Auf ihrer Mittelachse stehen mindestes zwei menhirartige Pfeiler. Die Belegungsschichten sind ca. 1,20 m mächtig. In den untersten 20 cm kommen kleine scheibenförmige Schieferperlen vor, in etwas höherer Lage treten auch Pfeilspitzen und noch höher die für südportugiesische Gräber typischen ritzverzierten Schieferplatten auf. Eines der stratigraphisch jüngsten Exemplare davon ist ein auf beiden Seiten ritzverzierter sog. Krummstab (port. "báculo", das bedeutet "Szepter").


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