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Im Zentrum der Stadt |
Das Oppidum von Manching, mit 380 ha Fläche eine der größten prähistorischen Städte Europas, liegt an der Mündung der Paar in die Donau und wird von einer 7 km langen Stadtmauer umfasst. Moderne Ausgrabungen werden seit 1955 von der Römisch-Germanischen Kommission in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und der Archäologischen Staatssammlung München durchgeführt. |
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W. Krämer (3. von links) mit O. Rochna, F. Laux, F. Maier, R. Gensen, W. Radt und U. Schaaff (von links).
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Die Lage in der Ebene ist dafür verantwortlich, dass Manching als das derzeit am besten erforschte Oppidum des Kontinents gilt. Wenn auch die Manchinger Bauaktivitäten und die Anlage des Militärflughafens Ende der 1930er Jahre einen erheblichen Teil der Keltensiedlung zerstört haben, gab doch die Wiederherstellung des Flugplatzes nach dem 2. Weltkrieg den Startschuss für großflächige Ausgrabungen (Zentralfläche). Später wurden Straßentrassen (Südumgehung, Nordumgehung) durch das Oppidum gelegt und große Baugebiete ausgewiesen (Altenfeld, EADS, E.ON). Hinzu kamen Rettungsgrabungen (Osttor, Wallschnitte) und Flächenerweiterungen (Zentralfläche, Südumgehung).
Die Zentralfläche wurde in den 1950er und 1960er Jahren ergraben, Ergänzungsschnitte hat man in den 1970er Jahren angelegt. In diesem Zeitraum wurde auch durch Rolf Gensen das Osttor ausgegraben und östlich der Zentralfläche das durch einen Suchschnitt entdeckte zentrale Heiligtum freigelegt.
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Bereits die Grabungen der 1950er und 1960er Jahre mit ihren großflächigen Aufdeckungen und detaillierten Untersuchungen gewährten Einblick in die Siedlungsstruktur. Es zeichneten sich breite Straßenzüge ab, Reihen von Gebäuden sowie gehöftartige Einheiten und eine große Vielfalt an Haustypen. Zahlreiche Überlagerungen von Gruben und Pfosten erschweren dort allerdings die Interpretation.
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Das Osttor ist ein Zangentor. Eine zweispurige Durchfahrt führte durch das mächtige Torhaus, das die Anlage beherrschte. Die bereits seit dem Ende des 4. Jahrhunderts v. Chr. bestehende Siedlung wurde erstmals im letzten Viertel des 2. Jahrhunderts v. Chr. mit einer Stadtmauer befestigt, einem murus Gallicus (vgl. Rekonstruktion). Bei einer späteren Erneuerung griff man auf die traditionelle Pfostenschlitzmauer zurück. Die beiden Reparaturphasen sind auch am Osttor zu beobachten; während einer Bedrohung am Ende des 2. Jahrhunderts v. Chr. sperrte man den Zugang mit einer Art Fallgrube ab.
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Das dreiphasige Tempelchen, im Zentrum der Siedlung gelegen, hat schon in der Frühzeit der Besiedlung eine bedeutende Rolle gespielt. Auf einen rechteckigen Bau folgten zwei Rund- oder Polygonalbauten, die jeweils von einem Grabengeviert umgeben waren. Dicht neben dem kleinen Heiligtum fanden sich Deponierungen von Waffen und Gerät sowie ein freier Platz, der vielleicht als Markt- und Versammlungsplatz genutzt wurde.
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