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Auffindungsgeschichte |
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Waldgirmes liegt am nördlichen Ufer der Lahn zwischen Gießen und Wetzlar. Die Lahn bildet die Grenze zwischen den Ausläufern des Taunus im Süden und denen des Westerwaldes im Norden. Mehrere alte Wege treffen sich im Gebiet um Waldgirmes, wo die Lahn auf verschiedenen Furten leicht zu überqueren war. Vom Rhein führten Wege aus der Gegend von Koblenz entlang der Lahn und über die Höhen des Westerwaldes nach Osten. Ein weiterer Weg kommt von Süden aus der Wetterau und quert die Ausläufer des Taunus bei Butzbach. Diese Wege verbinden sich im Raum Wetzlar-Gießen zu dem nach Norden führenden Weg in Richtung Weser. Auf der Lahn selbst war Treidelverkehr mit flachen Booten fast durchgängig möglich und sie war damit ein wichtiger Versorgungsweg für die Römer in Waldgirmes.
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Luftbild des Forums. Links daneben ist die Ausgrabungsfläche des Jahres 2005 zu sehen. Darin ist - grau abgedeckt - die Lage des Brunnens erkennbar.
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Die Fundstelle wurde Ende der 1980er Jahre durch Frau Gerda Weller, eine ehrenamtliche Mitarbeiterin des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, entdeckt, die bei Feldbegehungen in der Gemeinde Lahnau Funde aufgesammelt hatte. Regelmäßig im Frühjahr und Herbst spaziert sie über die abgepflügten Äcker. Ihre Fundstücke meldet sie an das Landesamt für Denkmalpflege nach Wiesbaden, wo Fundstelle und Funde in den Ortsakten - dem hessischen Fundkataster - verzeichnet werden.
Die Lesefunde aus Waldgirmes erregten schnell wissenschaftliches Interesse, denn einige der römischen Scherben datierten in die Zeit um Christi Geburt und damit in die Zeit der römischen Eroberungszüge nach Germanien. Seit 1993 werden deshalb von der Römisch-Germanischen Kommission am Ort archäologische Ausgrabungen unternommen, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem Land Hessen und dem örtlichen Förderverein großzügig unterstützt werden.
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Zahlreiche geomagnetische Messungen ergeben einen "Bebauungsplan" der Vergangenheit. Durch diesen Einblick in den Boden kann gezielter ausgegraben werden.
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Aufgrund der von Frau Weller gesammelten Scherben, zahlreichen Fragmenten von handgemachten Töpfen und einigen römischen Drehscheibengefäßen, nahm man zuerst an, es handele sich bei der Fundstelle um eine germanische Siedlung mit römischem Import. Doch schon bald änderte sich das Bild: Denn nachdem das Areal mit Hilfe geomagnetischer Prospektionsmethoden untersucht worden war, ergab sich der Plan einer rechteckigen Umwehrung (siehe Umwehrung in Kapitel Befunde) wie sie typisch für römische Militärlager ist.
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Eine Ausgrabung im Dezember 2005 in 6 m Tiefe. Der Brunnen erforderte besondere logistische Maßnahmen: Durch den Einsatz des Baggers wurde ein großer trichterförmiger Schacht geschaffen, um gefahrloses Arbeiten zu ermöglichen, und Pumpen sorgten für eine trockene Arbeitsfläche und Licht. Dank der guten Handarbeit unserer Helfer konnten die Brunnenhölzer unversehrt geborgen werden.
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Als 1996 mit großflächigen Ausgrabungen begonnen wurde, zeigten sich im Inneren der Umwehrung jedoch für ein Militärlager völlig untypische Gebäudegrundrisse. Es handelte sich um Bauten mit Laubengängen entlang der Straßen und dahinter in vielen Fällen zur Straße hin offenen Räumen. Dieses Bauprinzip ist typisch für zivile römische Siedlungen.
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