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Befunde |
"Nichts ist eben dauerhafter als ein ordentliches Loch." Mit diesem Ausspruch gilt der Archäologe Carl Schuchhardt als "Entdecker" des Pfostenlochs. |
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Holzbauten hinterlassen nur geringe Spuren im Boden. Durch das Vergehen des Holzes rutscht Erde und Oberflächenmaterial in den entstehenden Hohlraum ein. Durch weitere Reaktionen im Boden entstehen dann rundliche Verfärbungen unterhalb der ehemaligen Holzpfosten.
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Das vergehende Holz sorgt für einen höheren Anteil humosen Materials und damit dunklerer Farbe des Bodens. Doch spricht man heute von Ausgrabungen, verbinden viele Menschen damit Bilder der Pyramiden, von Ephesos oder Pompeji - selten jedoch die unscheinbaren Spuren vergangener Holzpfosten, den Überresten ehemaliger Holzgebäude.
Bis auf das zentrale Gebäude wurden alle Häuser und die Umwehrung in Waldgirmes aus Holz errichtet. Nach römischer Technik hob man schmale Gräbchen aus. Dorthinein stellte man vierkantig zugerichtete Holzpfosten für die Wände der Gebäude, die im Verlauf der letzten 2000 Jahre vergangen sind und heute nur noch als Bodenverfärbung zu erkennen sind.
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Gesamtplan, Stand 2004
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Bisher wurden Spuren von 21 Gebäuden innerhalb der rund 8 ha umschließenden Umwehrung festgestellt. Die Umwehrung besteht aus zwei außen vorgelagerten, 3-4 m breiten Spitzgräben und einer Holz-Erde-Mauer. Das Areal im Inneren wird durch zwei Wassergräben gegliedert, die sowohl der Nutzwasserzuführung wie der Abwasserentsorgung dienten.
Die ganze Planung der Siedlung wie auch die einzelnen Gebäudegrundrisse spiegeln einen städtischen Charakter. Südlich der Ost-West-verlaufenden Straße, erkennbar an dem in der Mitte verlaufenden Graben, konnte ein festes Vermessungsnetz nachgewiesen werden. Dessen Mittelachsen liegen am Kreuzungspunkt der beiden Hauptstraßen. Aus den Grundrissen der Gebäude lässt sich auf eine Parzellengröße von 15 x 24 m schließen. Dieses Maß liegt auch dem Grundriss des Forums zugrunde. Damit ergeben sich in Waldgirmes Wohnquartiere (insulae) wie sie aus römischen Städten des mediterranen Raums gut bekannt sind.
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Das Forum ist das wichtigste Gebäude in der Stadt. Es hatte die Aufgaben von Rathaus, Handels- und Handwerkskammer, Markt und Nachrichtenbörse. Mit der in der Mitte aufgestellten vergoldeten Bronzestatue des Kaisers Augustus wurde dieser Versammlungsort propagandistisch genutzt.
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Kern der Siedlung und ein deutlicher Beleg für eine zivile römische Stadt ist das auf steinernen Grundmauern errichtete 2.200 m² große Forum. Erstmals ist ein solches Zentralgebäude mit Steinfundamenten der Zeit um Christi Geburt in Deutschland nachgewiesen worden. Auf diesen ca. 50 cm breiten vermörtelten Mauern lagen die Schwellbalken auf, in die das aufgehende Fachwerk eingezapft war.
Das Forum besteht aus einem Innenhof, der auf drei Seiten von einfachen Hallen umgeben ist und gegen Norden durch eine mächtige so genannte Basilika abgeschlossen wird. Dieser Gebäudetyp ist in antiken Städten des Mittelmeerraumes vielfach belegt und diente dort immer als Sitz der städtischen Verwaltung.
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Das Dach dieser Basilika ruhte auf 50 x 50 cm mächtigen Pfosten, deren Verfärbung in einem Fall noch über 1,80 m tief erhalten war. Daraus kann man Rückschlüsse auf die Höhe des Gebäudes ziehen, die 6 bis 8 m betragen haben muss. An die Basilika schließen sich drei Räume an, deren größter allein eine Grundfläche von 100 m² besitzt.
Im Innenhof befanden sich fünf Gruben, die als Fundamente für Statuenbasen (siehe Funde) oder Inschriftensteine anzusprechen sind. In ihnen fand man Reste der Postamente, die aus lothringischem Muschelkalk bestanden. Das größte Quaderbruchstück einer solchen Basis wiegt 220 kg.
Das Forum war ein auf einem Steinfundament errichteter Fachwerkbau. Spuren des auf den Steinen aufliegenden Schwellbalkens konnten als Reste verkohlten Holzes nachgewiesen werden.
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In einer der Gruben im Innenhof des Forums fanden sich Bruchstücke mächtiger Bauquader, die als Basis für die Bronzestatue dienten. Deutlich erkennbar sind ein rechteckiges Loch, das zum Heben des Steins diente und eine schwalbenschwanzförmige Aussparung, die zur Verklammerung verschiedener Steine notwendig war.
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